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Chronisches Sodbrennen behandeln lassen

Gesundheit Chronisches Sodbrennen behandeln lassen

An den bevorstehenden Festtagen gibt es nicht selten opulente Mahlzeiten, dazu häufig Wein. Das führt bei dem ein oder anderen zu Sodbrennen. Und das ist nicht immer harmlos.

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Prof. Dr. med. Christian Trautwein ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum RWTH Aachen.

Quelle: Christian Trautwein

Berlin/Aachen. An Weihnachten wird oft ausgiebig und fettreich getafelt. Nicht selten führt das zu Sodbrennen – in der Speiseröhre macht sich brennender Schmerz bemerkbar, begleitet von bitterem Aufstoßen. Manchmal passiert das einmal und dann ist es vorbei.

Sorgen sollte man sich bei einmaligem Sodbrennen nicht machen. "Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, treten die Schmerzen plötzlich auf oder halten sie die ganze Nacht über an, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden", sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Zu Sodbrennen kommt es durch den Rückfluss - Reflux - von Mageninhalten in die Speiseröhre. Dort attackiert das saure Gemenge die Schleimhaut. Die Symptome einer Refluxkrankheit können auch Übelkeit und Völlegefühl sein.

"Bei Sodbrennen funktioniert der aus Muskeln bestehende mechanische Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig", erläutert Prof. Christian Trautwein. Er ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum RWTH Aachen. Die Ursachen für die Störung können unterschiedlich sein. Manchmal ist der Anti-Reflux-Mechanismus nur zeitweise beeinträchtigt – etwa durch schwere und fettreiche Mahlzeiten, Alkohol und Nikotin oder Stress.

Die Ursache kann aber auch organisch bedingt sein, etwa durch Magen-Darm-Erkrankungen oder eine Muskelschwäche. "Sodbrennen wird mitunter auch durch Übergewicht ausgelöst", erklärt Trautwein, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Wer häufiger Sodbrennen hat, sollte die Folgen nicht unterschätzen – die Magensäure kann etwa die Zellwände der Speiseröhre schädigen und zu Entzündungen oder zu Krebs führen. Soweit muss es nicht kommen. "In aller Regel wird Sodbrennen mit Medikamenten behandelt, die die Aggressivität des Refluxes verhindern", sagt Trautwein.

"Ein einfaches Mittel gegen akutes Sodbrennen ist, ein großes Glas Wasser zu trinken", erklärt Sellerberg. Damit werde die Magensäure aus der Speiseröhre zurück in den Magen gespült. Diejenigen, die zu Sodbrennen neigen, sollten ihre Ernährung genau unter die Lupe nehmen. Das rät Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Am besten nimmt man über den Tag vier bis sechs kleine Mahlzeiten zu sich. "Besonders das Abendessen sollte nicht zu voluminös sein, da die horizontale Lage beim Schlafen einen Reflux begünstigt." Zwischen Abendessen und dem Zubettgehen liegen möglichst drei Stunden. Bei Mahlzeiten sollten Betroffene frittiertes oder sehr fetthaltiges Essen meiden.

Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel genau Sodbrennen auslösen, kann es hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, wie Morlo sagt. So können etwa stark gewürzte Speisen, rohe Zwiebeln und Kaffee Sodbrennen verursachen. Auch kohlensäurehaltige Getränke können Refluxbeschwerden begünstigen. Gleiches gilt für Süßigkeiten - vor allem Schokolade. "Betroffene sollten außerdem auf Alkohol und Nikotin am besten verzichten oder zumindest den Konsum deutlich einschränken", empfiehlt Trautwein.

Sodbrennen kann auch auf Stress zurückgeführt werden. "Bei starker Anspannung kann es zu einer vermehrten Magensäureproduktion und damit zu einem unangenehmen Aufstoßen kommen", sagt Morlo. Wer bemerkt, dass Stress Sodbrennen verstärkt, sollte unbedingt mehr für die eigene Entspannung tun – zum Beispiel mit Entspannungstechniken. Trautwein sagt: "Wichtig ist auch, sportliche Aktivitäten regelmäßig in den Alltag einzubauen."

dpa

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