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Umwelt DNN-Gartentelefon: Was tun bei kleinen und großen Problemen
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18:09 09.09.2015
Quelle: Privat
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Klaus Jentsch, Diplomingenieur für Garten- und Landschaftsgestaltung, und Seniorchef der Staudengärtnerei Jentsch antwortet auf Fragen von DNN-Lesern.

Herr Barth: Mein roter Rhododendron blüht immer schön. Dann bleibt aber immer nur ein kahler Blattkranz stehen und die Blätter sind gelb. Was kann das sein?

Klaus Jentsch: Das könnte auf Eisenmangel zurückzuführen sein. Achten Sie darauf, dass die Pflanze an einem kalkfreien Standort steht. Auch kalkhaltiges Gießwasser kann schädlich sein. Der pH-Wert sollte mindestens 6 betragen. Das können Sie mit einem pH-Papier aus der Zoohandlung prüfen. Ist der Wert zu hoch, arbeiten Sie Moorbeeterde oder Rhododendrondünger in den Boden ein.

Herr Griesbach: Ich habe im Garten große Äste von Nadelgehölzen kleingehäckselt. Kann ich die kompostieren?

Ja, wenn Sie die Äste gut mit anderem Material vermischen, geht das.

Herr Kühne: Ich hatte im Gewächshaus selbst gezogene Gurken und Paprika, die alle eingegangen sind. Kann ich Mitte Juni noch neue pflanzen oder wird das zu spät?

Das hängt ganz vom Wetter ab. Wenn der Sommer lang und warm ist, wachsen die Pflanzen schnell und Sie können noch etwas ernten.

Frau Pawlow: Ich habe eine selbstbefruchtende Kiwi auf dem Balkon in einem sehr großen Kübel stehen. Es hieß, sie sollte in zwei bis drei Jahren Früchte tragen. Nun ist das dritte Jahr und es passiert noch immer nichts. Kann ich die Pflanze irgendwie unterstützen?

Eine sich selbst befruchtende Kiwi hat mit der Blüte eigentlich keine Probleme. Es kann allerdings ein paar Jahre dauern, bis die ersten Blüten kommen. Eventuell geben Sie noch Blumendünger mit Guano zu. Der enthält Phosphor, was wiederum die Blüte unterstützt. Haben Sie Geduld.

Frau Simon: Mein Sohn hat einen Bergahorn gepflanzt, dessen Blätter sich nun kräuseln und der allgemein recht mickrig ist. Man sieht keine Schädlinge. Zwei weitere neue Bäume daneben gedeihen prächtig. Was hat der Bergahorn?

Es könnten trotzdem Schädlinge die Ursache sein. Zikaden oder Blattwanzen zum Beispiel entdeckt man nicht immer sofort. Schneiden Sie einen Zweig mit gekräuselten Blättern ab und gehen Sie zum Pflanzendoktor. Der kann eine sichere Diagnose stellen. Eine Ursache könnten aber auch Altlasten im Boden sein. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Wurzeln von ausgewachsenen Bäumen in der Nähe den Bergahorn in seinem Wuchs behindern.

Frau Petzold: Beim Kauf einer Baumpfingstrose bekam ich die Empfehlung, die Pflanze in Rhododendronerde zu setzen. Ist das korrekt?

Nein, das ist falsch. Wenn sich die Erde zersetzt, wird der Boden sauer. Baumpfingstrosen brauchen jedoch ein alkalisches Substrat. Im Moment ist es auch ungünstig, eine Pfingstrose umzusetzen. Sie können jedoch den oberen Teil abgraben und mit Komposterde auffüllen. Obendrauf streuen Sie noch Dolomitenkalk, der weniger aggressiv ist. Dadurch ändert sich der pH-Wert des Bodens.

Herr Pfeil: Mein jahrzehntealter Rhabarber hat nur noch ganz dünne Stängel. Kann ich den noch irgendwie aufpäppeln?

Sie können den Rhabarber verjüngen, in dem Sie ihn ausgraben, mit dem Spaten teilen und ein paar schöne Stücke wieder einpflanzen. Die wunden Stellen können Sie vorher mit Holzkohlestaub bestreichen, das desinfiziert.

Frau Grünbein: Meine Stockrose (Malve) hatte letztes Jahr kleine braune Pusteln und jetzt wieder. Was kann das sein?

Das ist der Rostpilz, auch Malvenrost genannt. Dagegen hilft ein Universalpilzmittel, dass Sie vorbeugend sprühen müssen und zwar drei Mal alle vierzehn Tage.

Herr Eichler: Meine Lupinen werden auf einmal weggefressen, aber ich sehe keine Schädlinge. Auch der Rittersporn ist betroffen. Was kann das sein? Und kann ich Lupinen umsetzen?

Es gibt auch kleine, grüne Raupen, die man nur bei genauem Hinschauen erkennen kann. Manche Raupen lassen sich auch fallen, wenn Sie Erschütterungen spüren, so dass Sie sie nicht sehen. Außerdem gibt es eine Pilzart, die im Gewebe der Lupine lebt. Lupinen lassen sich nur schwer umsetzen. Wenn Sie es tun, dann empfehle ich Ihnen, die Blüten abzuschneiden, um die Pflanze zu kräftigen.

Frau Nussbaum: Mein Rhododendron ist jetzt 15 Jahre alt und hat auf einmal braune Blätter und teilweise auch braune Knospen. Was kann die Ursache sein?

Ich denke, es ist ein Pilzbefall, der meist durch Rhododendronzikaden übertragen wird. Sie müssen die Zikaden bekämpfen, zum Beispiel mit einem Kontaktinsektizid aus dem Baumarkt. Sprühen sie die Pflanze am Abend tropfnass ein.

Frau Bretschneider: Mein Rhododendron ist mittlerweile sehr hoch, unten verholzt und kahl. Wie kann ich ihn wieder in Form bringen?

Ich empfehle Ihnen, die Pflanze schrittweise zu beschneiden. Schneiden sie im ersten Jahr etwa ein Drittel weg, warten Sie den Neutrieb ab und schneiden Sie im zweiten und dritten Jahr noch einmal. Es gibt Sorten, die nur schwer durchtreiben, deswegen ist ein vorsichtiger Schnitt angebracht.

Frau Ölgang: Meine Brombeeren treiben seit etwa drei Jahren an den Vorjahresruten aus. Die Triebe gehen dann ein und es kommen neue aus dem Boden. Wie kann ich das verhindern, denn mir gehen ja Früchte verloren?

Es gibt Schädlinge, die das Mark von Brombeeren fressen, dadurch gehen die Triebspitzen ein. Nehmen Sie eine alte Rute und schneiden Sie diese längs auf. Wenn der Markkanal angefressen ist oder Sie sogar eine Raupe finden, dann müssen Sie alles wegschneiden und entsorgen. Es könnte auch sein, dass die Brombeere im Winter erfriert. Weitere Ursachen können die Brombeerrutenkrankheit oder die Monilia sein.

Herr Rockberg: Meine Sauerkirsche verliert Blätter und die Zweigspitzen sind trocken. Was kann ich tun?

Das ist ganz klar ein Befall mit Monilia, einem Pilz, der im Holz lebt. Dem ist nicht mit Spritzmitteln beizukommen. Meistens gehen die Pflanzen ein. Sie können die befallenen Stellen und noch etwa zwei mal soviel gesunden Ast abnehmen und hoffen, dass sich der Baum erholt. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie an derselben Stelle unbesorgt einen neuen Baum pflanzen. Monilia wird von Insekten übertragen. Auch der Wind transportiert die Pilzsporen.

Es notierte Franziska Schmieder

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