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Die Welt des Gartens Gartenmarkt und eigene Pflanzenzucht – wie sich Familiengärtnerei für Zukunft rüstet
Mehr Garten Die Welt des Gartens Gartenmarkt und eigene Pflanzenzucht – wie sich Familiengärtnerei für Zukunft rüstet
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05:30 14.11.2018
Blick in das neue Verkaufsgewächshaus: Torsten Kühne räumt mit Axel Möller, dem Leiter Boutique, und Ronald Meißner, dem Leiter der Pflanzenabteilung, den Gartenmarkt ein. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

2019 hat die Gärtnerei Kühne Jungpflanzen Grund zum Feiern. Denn dann besteht das Dresdner Familienunternehmen 120 Jahre. Nachfolgeprobleme kennt der Betrieb, der sich in wechselnden Gesellschaftsordnungen und Rahmenbedingungen immer wieder behaupten konnte, nicht. Der heute 43-jährige Torsten Kühne – Urenkel des Gründers Gustav Kühne – hat in der Gärtnerei als Betriebsleiter den Hut auf.

Angefangen haben Kühnes einst mit der Produktion von Gemüse. Heute ist der Betrieb bekannt für Zierpflanzen. „Wir sind einer von zwei Produktionsbetrieben in Sachsen, die im Zierpflanzenbereich im großen Stil Jungpflanzen produzieren“, sagt Torsten Kühne. Darunter sind Beet- und Balkonpflanzen in mehr als 100 Arten und 600 Sorten.

Besagte Jungpflanzen gehen an Gärtnereien in allen ostdeutschen Bundesländern, nach Nordrhein-Westfalen und Bayern, aber auch nach Österreich, Tschechien, Slowenien und in die Slowakei. Dort werden die Pflanzen dann bis zur Verkaufsreife kultiviert.

Einen Namen macht sich die Gärtnerei aber auch mit der Züchtung von neuen Sorten. Großes Augenmerk liegt auf der Züchtung von Hortensiensorten. Absoluter Renner ist die Hortensie „Diva fiore“ – eine Ballhortensie, die auch nach harten Wintern zuverlässig blüht.

Bekannt sind aber ebenso „Schloss Wackerbarth“ und „Schloss Zuschendorf“, um nur wenige Beispiele zu nennen. Erkennen kann man Hortensiensorten aus dem Hause Kühne an dem Label „Saxon“. Des Weiteren züchtet die Dresdner Gärtnerei Lobelien (Männertreu), Angelonien und Edel-Pelargonien. Auf der IPM in Essen, der Weltleitmesse des Gartenbaus, will das Unternehmen im Januar wieder zwei neue Pelargonien-Sorten vorstellen.

Gärtnerin Annegret Cunert holt Weihnachtssterne aus dem Gewächshaus für den Verkauf. Quelle: Catrin Steinbach

Um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen, wurde in der jüngsten Vergangenheit umstrukturiert. Den Standort in Genthin hat das Unternehmen aufgegeben. Am Standort Dresden-Ockerwitz ist jetzt die Züchtung konzentriert. Speziell bei der Hortensienzüchtung arbeitet Kühne Jungpflanzen seit 2017 mit der Hydrangea Breeders Association (HBA) aus den Niederlanden zusammen. Die Produktion von Jungpflanzen und verkaufsfertiger getopfter Ware erfolgt in Dresden-Weixdorf – unter Glas und Folie auf einer Fläche von 1,6 Hektar. Des Weiteren werden 8000 Quadratmeter Freiland bewirtschaftet.

Blick in das neue Verkaufsgewächshaus von Kühne Jungpflanzen in Weixdorf. Quelle: Catrin Steinbach

In Weixdorf verkauft die Gärtnerei auch ihre Ware an Pflanzenfreunde. In dem 500 Quadratmeter großen Verkaufsgewächshaus wurde Ende Oktober Neueröffnung gefeiert. Zu haben sind neben Zierpflanzen aus der eigenen Produktion – dazu zählen aktuell Alpenveilchen und Weihnachtssterne – jetzt auch Zimmerpflanzen, Baumschulware, Erden, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Gartenwerkzeug und Dekorationsartikel. Der Trend geht also hin zum Gartenmarkt. Aktuell beschäftigt Kühne Jungpflanzen nach eigenen Angaben 37 Mitarbeiter. „Hinzu kommen bis zu 15 Saisonkräfte“, so Torsten Kühne.

Von Catrin Steinbach

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