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17:26 28.03.2017
Anemone nemorosa ’Double White & Blue’ Quelle: Staudengärtnerei Jentsch
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Dresden

Im März und April, wenn die Bäume noch unbelaubt sind, die Strahlen der Sonne aber schon merklich wärmen, breiten sich vornehmlich in lichten, nicht zu trockenen Laubwäldern weiße, manchmal rosa überhauchte oder auch gelbe Blütenteppiche aus. Gebildet werden sie von den Buschwindröschen. Die in Europa und Teilen Asiens beheimateten anspruchslosen Pflanzen gehören zu den Frühlingsgeophyten. Das heißt, sie treiben im Frühling aus, beenden aber ihren Wachstumszyklus, sobald die Bäume Blätter gebildet haben und diese kaum noch Licht auf den Erdboden lassen. Dann ziehen die Pflanzen ein und überdauern im Boden bis zum nächsten Frühling.

„Buschwindröschen sind in unseren Wäldern die häufigsten Frühjahrsblüher“, weiß der Dresdner Staudengärtner und -sammler Klaus Jentsch. „Wir kennen zwei Arten: Anemone nemorosa L – das weiße Buschwindröschen – und Anemone ranunculoides L. – das gelbe Buschwindröschen. Außerdem gibt es Naturhybriden zwischen beiden Arten. Dazu zählen Anemone x lipsensis und Anemone x seemanii, beide mit unterschiedlichen hellgelben Blüten.“

Auch im Garten kann man die Frühblüher etablieren. „Am besten pflanzt man sie an den Rand von Laubgehölzen. Unter Koniferen gedeihen sie schlecht“, ist die Erfahrung des Staudengärtners. Buschwindröschen brauchen neben einem humosen und neutralen Boden vor allem eines: Ruhe. Häckeln ist dort, wo Buschwindröschen im Boden schlummern, untersagt, denn sonst würde man die Rhizome der Pflanze verletzen und im nächsten Frühling vergeblich auf Blüten warten. „Am besten das Unkraut von Hand ziehen, im lockeren humosen Boden ist das ohne Weiteres möglich“, argumentiert Jentsch.

Buschwindröschen erfreuen im Frühling mit dichten Blütenteppichen die Waldspaziergänger. Doch die Pflanze ist auch für den Garten geeignet. Für diesen gibt es sogar besondere Sorten mit gefüllten Blüten.

Er empfiehlt zudem, jedes Jahr eine dünne Schicht Kompost aufzustreuen, „weil die Rhizome gern an die Oberfläche wachsen“. Vermehren kann man Buschwindröschen am besten unmittelbar nach der Blüte, wenn sie anfangen einzuziehen. „Dann gräbt man die Rhizome aus, teilt sie und setzt die Pflanzen wieder rund fünf Zentimeter tief in den Boden.“ Fühlen sich Buschwindröschen am Standort wohl, muss man eigentlich gar nichts tun. Sie durchwurzeln die Oberfläche des Bodens und der Teppich wird von Jahr zu Jahr größer.

Wer Buschwindröschen in den Garten pflanzt, hat die Qual der Wahl. Denn „von Anemone nemorosa gibt es mittlerweile über 30 Sorten, die nicht nur weiß blühen, sondern auch blau oder rosa, einfache oder gefüllte Blüten haben“, erklärt der Staudengärtner. „Von Anemone ranunculoides, dem gelben Buschwindröschen, sind vier Sorten bekannt. Auch eine gefüllte Sorte ist dabei.“ Allerdings sind solche Besonderheiten nicht überall zu haben. Da muss man schon in Staudengärtnereien oder auf Raritätenmärkten auf Pirsch gehen.

Schöne Kombinationspartner im Garten sind, wie Klaus Jentsch aufzählt, diverse Frühlings-Zwiebelblüher, aber auch Christrosen (Helleborus), Lungenkraut (Pulmonaria), Aronstabgewächse (Araceae) oder auch Elfenblumen (Epimedium). „Später austreibende Schattenstauden wie Hosta verdecken im Sommer die kahlen Stellen der Frühlingsgeophyten“, gibt Klaus Jentsch einen weiteren Tipp. Denn Hosta bekommen im Sommer und Herbst unter den Bäumen genau das, was sie brauchen, was die Buschwindröschen aber im Boden verschwinden lässt: Schatten.

„Da die Buschwindröschen zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) gehören, sind sie giftig“, macht Staudengärtner Jentsch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. „Allerdings ist die Giftigkeit als gering einzustufen.“ Doch warum wird das Buschwindröschen auch „Hexenblume“ genannt? „Um die Hexen von dem Stall zu bannen, stellt man Hexenblumen (Anemonen) vor das Fenster“, zitiert Klaus Jentsch aus dem über 70 Jahre alten „Lexikon der Pflanzennamen“ von Heinrich Marzell. „Dort wird auch beschrieben, dass das Buschwindröschen in Niederbayern Totenblume genannt wird“, erzählt der Staudengärtner. Der Grund ist ein Aberglaube. „Der besagt, dass man die Blüten des Buschwindröschens zwar abbrechen, keinesfalls jedoch mit nach Hause nehmen darf, sonst gibt es in dem Jahr einen Toten im Haus.“

Von Catrin Steinbach

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