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Aktuelles So gedeiht Rhabarber im Garten
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10:00 26.04.2018
Peter Muß arbeitet beim Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Quelle: Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V/dpa-tmn
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Bonn

Viel Ertrag mit vergleichsweise wenig Aufwand: Während der Erntezeit können Hobbygärtner mehrere Kilo Rhabarber (Rheum rhabarbarum) ernten. Das Gemüse, das viele für Obst halten, schmeckt zum Beispiel lecker im Fruchtsalat oder auf Kuchen. Das müssen Hobbygärtner wissen: 

Wann sind die Stangen erntereif?

"Rhabarber reift in dem Sinne nicht", erklärt Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Je jünger die Stiele sind, desto weicher und zarter sind sie. Im Normalfall erntet man sie, wenn sie 30 bis 50 Zentimeter lang sind und ihr Durchmesser 2 bis 5 Zentimeter beträgt. Ein Indikator ist das Blatt an der Stange: Ist es ausgebreitet, ist die Stange erntereif.

Wie erntet man Rhabarber am besten?

Besser nicht abschneiden, sondern die Stange einfach aus dem Boden drehen. Über die Schnittstelle könne der Wurzelstock faulen, warnt Muß. Die Blätter anschließend mit einem Messer vom Stiel trennen. Angelika Feiner vom Landesverband Bayerischer Kleingärtner wirft die Blätter nicht auf den Kompost. Sie legt sie als Mulchschicht unter die Staude. Das bewahrt den Boden vor dem Austrocknen. Denn in der Erntezeit benötigt Rhabarber feuchten Boden.

Hobbygärtner sollten nicht zu viele Stiele auf einmal abdrehen - das schwächt die Pflanze. "Die Hälfte der Stiele sollte stets stehen bleiben", rät Martin Breidbach, Bundesgartenberater beim Verband Wohneigentum.

Wie viel Ertrag kann man erwarten?

Das hängt von einigen Faktoren ab - etwa von ihrem Alter und ihrem Standort. "Es gibt Stauden, die zweimal pro Woche abgeerntet werden können, andere seltener", sagt Feiner. Fünf bis acht Kilogramm Rhabarber - das ist der Ertrag einer ausgewachsenen Staude, kalkuliert Breidbach.

Sorten mit grünen Stielen schmecken etwas saurer, bringen aber laut Feiner etwas mehr Ertrag als rote Sorten. Bekömmlicher seien rote Sorten, sagt die Gartenbauwissenschaftlerin. Eine bekannte rote Sorte ist 'Holsteiner Blut'.

Wer seine Ausbeute steigern möchte, sollte verhindern, dass der Rhabarber in der Erntezeit blüht. "Stiele mit Blütenansatz sollte man bis in den Juni hinein schnell herausdrehen", rät Feiner. Sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Blüten statt in neue Blatttriebe. Dadurch wachsen weniger Stiele zum Ernten heran.

Welche Pflege braucht der Rhabarber während der Erntezeit?

Zwar braucht er in der Zeit viele Nährstoffe. Gedüngt werden muss die Staude während der Erntephase aber nicht. In längeren Trockenperioden sollten Hobbygärtner den Rhabarber jedoch gießen. Schädlinge machen ihm in aller Regel keine Probleme. "Er ist eine robuste Pflanze", sagt Muß. Höchstens der eine oder andere Pilz könnte eine Staude befallen, gerade bei offenen Wunden - etwa wenn Hobbygärtner doch mal einen Stiel abgeschnitten haben.

Wie lange geht die Erntezeit?

Traditionell endet die Erntezeit am 24. Juni, dem Johannistag. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen steigere sich der Oxalsäure-Gehalt in der Staude über den Sommer hinweg, erklärt Muß. Im Körper kann sie in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen. Gerade Menschen mit Nierenerkrankungen müssen sich davor in Acht nehmen, betont der Experte. Oxalsäure kann die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Zum anderen braucht die Staude noch einige Zeit vor Saisonende Ruhe, um Kräfte für den Winter sammeln.

Was braucht der Rhabarber nach der Erntezeit?

Ende Juni bekommt die Pflanze Breidbach zufolge noch mal einen Wachstumsschub. Um diesen zu fördern, kann man etwas organischen Dünger zugeben, erklärt er. Empfehlenswert seien Hornspäne. Weitere Zuwendung braucht der Rhabarber dann erst mal nicht.

Im Herbst sterben Blätter und Stiele ab, die Nährstoffe ziehen in den Wurzelstock ein. Also die Staude nach der Erntezeit nicht mehr beschneiden, auch wenn das wilde Aussehen vielleicht nicht jedem gefällt. "Alles, was ich vom Grünen raube, gelangt nicht in die Wurzel", sagt Breidbach.

Die Pflanze überlebt die kalten Monate wie die meisten Stauden unter der Erde. Um den Wurzelstock vor Frostschäden zu schützen, rät Breidbach, ihn im Herbst mit Kompost oder Pferdemist zu bedecken. Im Frühjahr treibt die Pflanze wieder aus. Je nach Witterung sollten Hobbygärtner die Staude im Februar oder März mit feuchtem Kompost düngen, rät Feiner. Pro Quadratmeter etwa zwei Liter nehmen.

Wann lohnt es sich, die Pflanze durch eine neue zu ersetzen?

Der Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze, aber auch er lebt nicht ewig. "Wenn die Pflanze ausgelaugt ist, werden die Stängel immer dünner", sagt Muß. Dann sei es langsam Zeit, die Pflanze auszutauschen. Alte Stauden können Hobbygärtner aber auch teilen und dadurch kräftigere Jungpflanzen heranziehen. Dafür trennen sie im Herbst ein rund 500 Gramm schweres Stück des Wurzelstocks ab und pflanzen es an anderer Stelle im Garten ein, erläutert Feiner. Der Vorteil dieser Vermehrung: Man erhält eine sortengleiche Staude.

Auch Muß rät, die neue Rhabarber-Staude niemals an gleicher Stelle zu pflanzen. Diese Regel gilt für viele Gewächse. Für den Rhabarber greift sie besonders, da er den Boden stark auszehrt. Zurückgebliebene, verrottete Wurzelreste der alten Pflanze könnten zudem das Gedeihen der neuen Staude verhindern.

Im Garten benötigt eine Rhabarber-Staude rund einen Quadratmeter Platz, schätzt Feiner. Sie mag sonnige Standorte und braucht einen nährstoff- und humusreichen Boden. Muß empfiehlt, die Pflanzstelle mit Kompost und Mistgaben vorzubereiten. In den ersten zwei Jahren sollten Hobbygärtner auf das Ernten verzichten, damit der Pflanze mehr Kraft bleibt für ihre Entwicklung.

dpa

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