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04:55 19.07.2018
Ein Bauern- und Landgarten wirkt oft etwas verwunschen. Foto: Robert Günther
Düsseldorf

Düfte, aber auch Geschmackserlebnisse können schöne Erinnerungen hervorrufen. Etwa der Duft der Rosen an die Abende in Mutters Garten. Oder Himbeeren holen einen in die Sommerferien bei den Großeltern zurück, wo die süßen Früchte quasi in den Mund gewachsen sind.

Oftmals sind das gerade Pflanzen, die man in typischen Land- und Bauerngärten findet. "Diese Pflanzen erzeugen in uns Menschen ein Wohlgefühl", sagt Marianne Genenger-Hein vom Landesverband Rheinland der Gartenfreunde in Düsseldorf.

Es sind aber nicht nur diese Erinnerungen oder die Sehnsucht nach Landleben, die diese Blumen heute wieder in den Gärten bringt, sondern das hängt auch mit ihren Eigenschaften zusammen. "Die Pflanzen mit ländlichem Charme sind besonders wüchsig und gleichzeitig leicht zu kultivieren", sagt Genenger-Hein. Sie haben meist keine großen Ansprüche an den Boden und bilden zuverlässig üppige Blüten.

Die Pracht wird auch als üppig empfunden, weil es sich um eine besonders intensive Mischung verschiedener Pflanzen handelt. Denn innerhalb der Beete eines typischen Bauerngartens gibt es meist keine klare Trennung von Gemüse, Kräutern und Zierpflanzen.

Das wurde bewusst so gemacht. Denn Bauerngärten haben traditionell das Ziel der Nahrungsmittelproduktion verfolgt - und so sind Blumen zwischen Gemüse und Früchten gewachsen. Heute hat sich das Blatt gewendet, und man setzt für eine gelungene Inszenierung einige Nutzpflanzen in die Blumenbeete. Als Beispiele nennt die Expertin Kohlarten und Mangold, die mit schönen Blattstrukturen auch optisch viel hermachen. "Man kann aber auch Küchenkräuter wie Dill und Rosmarin zwischen die Sommerblumen setzen", rät Genenger-Hein.

Für Hobbygärtner kann Genenger-Hein zwei Gestaltungsregeln nennen: Die Pflanzen sollten nicht überzüchtet sein. "In der Regel sind sie also einfach zu kultivieren und säen sich zum Teil sogar von alleine wieder aus." Zum anderen sind die Pflanzen mit ländlichem Charme nutzbar. "Man kann sie in der Küche verwenden, sie für Blumensträuße schneiden, als Schutzpflanzen gegen Schädlinge oder als Nektarpflanzen für Bestäuberinsekten pflanzen."

Pflanzen mit ländlichem Charme sind verschiedenen Gruppen zugeordnet. Zum einen gibt es da die einjährig angezogenen Kosmeen, Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Tagetes und Zinnien. Sie lassen sich leicht aus Samen ziehen und sind so eine kostengünstige Ergänzung des Blütenreigens im Garten. Und dann gibt es noch die mehrjährigen Pflanzen: Akelei, Kugeldistel, Lupinen, Tränendes Herz und Glockenblumen. Besonders häufig sind auch die zweijährigen Gartenblumen im Bauerngarten zu finden - etwa Nachtviole, Stockrose, Fingerhut und Königskerze.

Zweijährige zählen auch zu den Gartenblumen, die sich häufig selber wieder aussäen. So entsteht vielleicht auf den ersten Blick ein Gartenbild, das nicht ordentlich ist. Aber das ist auch schön: "Gerade wenn der Garten nicht bis in den letzten Winkel gepflegt ist, entsteht ein verwunschener Eindruck", sagt Schuh. Für ihn ist das ein Charakteristikum des ländlichen Gartens. Als passende Sträucher dazu empfiehlt Genenger-Hein Hortensien, Schneeball und Beerengehölze.

dpa

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