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19:43 24.10.2017
Heidelbeeren brauchen einen sauren Boden. Quelle: Steffen Manig
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Dresden

Die Blätter fallen, die Temperatur sinkt peu a peu, doch noch muss nicht Schluss sein mit dem Gärtnern an der frischen Luft. Abgesehen davon, dass das Laub vom Rasen gekehrt, die Sommerblumenkästen entleert und die Kübelpflanzen ins Winterquartier geschafft werden müssen, ist jetzt durchaus noch Pflanzzeit. „Blumenzwiebeln kann man von September bis November gut stecken“, sagt Gartenbaumeisterin Helma Bartholomay. „Hat man Blumenzwiebeln im Keller vergessen, sind diese aber noch prall, könnte man sie trotzdem noch in den Gartenboden setzen. Selbst wenn sie im nächsten Frühling keine Blüte entwickeln, sammeln sie durch die Blattbildung Kraft für das nächste Jahr.“

Für Stauden – frisch gekauft in Töpfen – ist laut Bartholomay fast ganzjährig Pflanzzeit, vorausgesetzt der Boden ist frostfrei. „Geteilt und verpflanzt werden kann je nach Staudenart auch im Herbst.“ Staudengärtner Klaus Jentsch präzisiert: „Es gibt Stauden, die man nur in der Ruhephase – also jetzt – teilt. Dazu gehören Staudenpfingstrosen und Astilben. Chrysanthemen, Herbstastern und Sonnenbraut dagegen, die im Spätsommer bzw. Herbst blühen, teilt man im Frühling, wenn sie anfangen zu treiben. Sie wurzeln dann besser an.“ Ganz wichtig ist, betont der Staudenexperte, die Erde um die frisch in den Boden gesetzten Pflanzen mit den Füßen fest anzutreten und die Pflanzen kräftig zu wässern. „Auch wenn es regnet! Denn Regen genügt nicht, um einen Bodenschluss der Wurzeln herzustellen.“

Das Einschlämmen der Erde ist ebenso bei Zier- und Obstgehölzen wichtig. Im Oktober/November ist wieder wurzelnackte Ware erhältlich. Diese ist in der Regel preislich günstiger als getopfte Pflanzen. „Wenn der Pflanzschnitt richtig gemacht wird und die Pflanzen relativ schnell wieder in den gut vorbereiteten Boden kommen, ist das eine klassische Methode zu pflanzen. Für eine Herbstpflanzung spricht der meist noch warme Boden und außerdem die Bodenfeuchtigkeit“, erläutert Gartenberaterin Bartholomay. „Wichtig ist, bei stammbildenden Gehölzen die Standfestigkeit mit einem dicken Baumpfahl herzustellen“, sagt Klaus Jentsch. Im Herbst bilden diese Pflanzen zwar noch Wurzeln, aber wenn eine kräftige Böe kommt, können diese zarten, frisch gebildeten Wurzeln abreißen.

Gartenbauingenieur und Kleingartenfachberater Volker Croy macht darauf aufmerksam, dass im Herbst gepflanzte Obstbäume auch im Winter ausreichend gegossen werden müssen. Pfirsich- und Aprikosenbäumchen sollten aus seiner Sicht aber lieber im Frühling gepflanzt werden. Wer jetzt zur Tat schreitet, sollte sie unbedingt „mit Vlies oder Reisig gegen die kalten Winde im ersten Winter schützen. Die Bäume sterben sonst häufig ab.“ Er rät des Weiteren, darauf zu achten, dass „die neu gepflanzten Bäume nicht höher oder tiefer als im Topf stehen. Wurzelnackte Bäume setzt man so, dass die Veredlungsstelle (Knubbel am Stammansatz) immer einige Zentimeter über dem Boden liegt, damit der Baum dort keine Wurzeln bilden kann, um die Unterlage nicht abzustoßen.“

Rhododendren brauchen - sofern es sich nicht um eine kalktolerante Sorte der neueren Züchtungen handelt - sauren Boden. Auch Heidelbeeren, Azaleen, Lavendelheiden, Skimmie sind Moorbeetpflanzen, die am besten in einem sauren Boden gedeihen. Wenn aber der Boden im eigenen Garten keinen sauren Boden gibt - was kann man dann tun, wenn man diese Pflanzen unbedingt haben möchte?

„Da wird eine Beimischung von Spezialerde nötig sein“, sagt Bartholomay. „Zunächst sollte man den tatsächlichen pH-Wert des Bodens feststellen. Alles, was über 7 liegt, ist alkalisch. Da ist es besser, auf eine kalktolerante Rhododendronsorte zurückzugreifen bzw. auf Moorbeetpflanzen verzichten. Denn um ein saures Bodenmilieu zu schaffen, in dem diese Pflanzen gut gedeihen, müsste man sonst einen immensen Aufwand treiben und großflächig und bis in einen Meter Tiefe den Boden auswechseln“, ist die Meinung von Klaus Jentsch. Heidelbeeren könne man jedoch in einen großen Kübel setzen. „Wenn man von einem großen Gefäß den Boden abtrennt, könnte man die Heidelbeere dann auch mit diesem Ring, den man mit Rhododendronerde füllt, in den Boden setzen.“

Um das saure Milieu zu erhalten, sollte man „keine kalkhaltigen Dünger oder kalkhaltiges Wasser verwenden“, so der Tipp von Helma Bartholomay. „Am besten nimmt man Regenwasser, da ist die Tendenz zum eher sauren pH-Wert. Zudem kann man wechselnd mit Rasenschnitt und Rindenstücken mulchen, Kompost und Nadelstreu aufbringen, sauer wirkende Dünger einsetzen.“

Von Catrin Steinbach

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