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20:06 29.08.2017
er Sumpfeibisch (Hibiscus x moscheutos) bringt riesige Blüten hervor Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Der Strauch-Eibisch, auch Garten-Hibiskus genannt, steht derzeit in vielen Gärten in voller Blüte. Die Gehölze mit dem botanischen Namen Hibiscus syriacus können bis zu vier Meter hoch werden, bringen den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein zuverlässig je nach Sorte gefüllte oder ungefüllte Blüten in Weiß, blau-violetten oder rötlichen Tönen hervor und sind im Elbland winterhart.

Ganz im Gegensatz zum Zimmerhibiskus (Hibiscus rosa-sinensis), auch unter dem Namen Roseneibisch oder Chinesischer Roseneibisch bekannt. Seine großen leuchtenden trichterförmigen Blüten – auch in knalligem Rot, Orange oder Gelb – erinnern viele sicher an Urlaub im Süden. Doch einen Winter hierzulande im Garten würden diese Gehölze nicht überstehen. Sie brauchen nicht nur viel Licht, sondern auch Wärme. Unter 5 Grad sollte die Temperatur im Winter nicht sinken.

Sowohl der Garten- als auch der Zimmerhibiskus gehören zu den Malvengewächsen. „Die Baumwolle übrigens auch“, weiß der Dresdner Staudengärtner Klaus Jentsch. Beruflich beschäftigt er sich eher mit den krautigen Pflanzen, die im Herbst oberirdisch absterben, den Winter über im Boden ruhen und im Frühjahr neu austreiben. Die Malvenfamilie hat da viele Arten und Sorten, die sich für unser Klima eignen, zu bieten. „Jeder Gartenfreund, der etwas für den Erhalt unserer Bienen, Schmetterlinge und anderer Insekten tun möchte, sollte auch Malven in seinem Garten pflanzen. Denn die ungefüllten Sorten bieten jede Menge Pollen und Nektar“, argumentiert der Gartenexperte.

Malven sind für Bienen- und Schmetterlingsfreunde ein Muss, findet der Dresdner Staudengärtner Klaus Jentsch. Er erklärt, welche Arten und Sorten nicht nur winterhart, sondern besonders schön sind für den Garten und warum.

„Die meisten denken, wenn es um Malven geht, zuerst an die Stockrosen (Alcea rosae). Diese gibt es mit gefüllten und ungefüllten Blüten. Leider ist diese Art nicht besonders langlebig und muss immer wieder neu gepflanzt werden“, so seine Erfahrung. Ausdauernder ist dagegen die schwarz-rot blühende Form (Alcea rosea ’Nigra’). Ihre Blüten kann man übrigens Teemischungen beigeben. Der Aufguss färbt sich dann rosarot.“ Zuverlässig langlebig und reichblühend sei die gelbblühende Stockrose (Alcea rugosa). Sie ist aufgrund ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes auch unter dem Namen „Russische Stockrose“ bekannt. Vor allem Stockrosen macht der Malvenrost zu schaffen. „Gegen diesen sollte man vorbeugend mit einem Fungizid gegen Rostpilze spritzen“, so Jentsch.

Die Arzneimalve (Althaea officinalis) – sie wird auch Echter Eibisch oder Samtpappel genannt – empfiehlt Klaus Jentsch für den Kräutergarten. „Von diesen hoch wachsenden Stauden, die weiße bis blassrosa Blüten hervorbringen, werden die Wurzeln für Teemischungen verwendet “, weiß der Dresdner Gartenexperte.

Bei ihm am Zaun der Gärtnerei gedeiht seit Jahren eine Hanfblättrige Malve (Althaea cannabina). Weil die Blätterform der des Hanfes sehr ähnelt, gebe es immer mal wieder von der Polizei Nachfragen, schmunzelt Jentsch. Er freut sich jedes Jahr wieder an den unzähligen kleinen schalenförmigen rosa Blüten, die das etwa zwei Meter hohe Gewächs hervorbringt. „Es sieht aus, als würde ein Schwarm Schmetterlinge auffliegen“, so der Staudengärtner. Zudem lockt die Pflanze wie ein Magnet unzählige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an.

Weitere empfehlenswerte Malven für den Garten sind laut Jentsch die Kitaibelie (Kitaibelia vitifolia), eine bis zu 2,5 m hohe Prachtstaude mit weißen Blüten, und die Buschmalven (Lavatera olbia und Lavatera thuringiaca). Letztere wachsen – wie der Name schon sagt – buschig und bringen rosa Blüten hervor. „Lavateria olbia braucht hier im Dresdner Raum aber etwas Winterschutz“, so der Staudengärtner.

„Fast bis zum ersten Frost blüht der Siegmarswurz (Malva alcea) – oder auch Rosenpappel. Diese Pflanzen bilden ebenfalls Büsche, die bis zu einem Meter hoch werden, und erfreuen mit rosa oder weißen Blüten.“ Bei der Wilden Malve – auch Roßpappel oder Große Käsepappel (Malva sylvestris) – handele es sich um eine heimische Wildmalve mit purpurfarbenen, zum Teil gestreiften Blüten. Sie zählt, wie man auch im Lexikon nachlesen kann, zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen und wurde bereits in der Antike als Gemüse- und Heilpflanze angebaut.

„Bei der Präriemalve (Sidalcea), von der es etwa 20 Arten gibt, handelt es sich um eine Gattung aus Nordamerika“ erklärt Jentsch. „Interessant sind vor allem die gezüchteten Sorten. Sie werden bis zu einem Meter hoch. Die vielen 2,5 cm großen Blüten blühen entweder weiß, rosa oder purpurfarben.“

Auf bzw. in vielen Gartenmärkten sind jetzt Hibiskus-Pflanzen mit tellergroßen Blüten in knalligen Farben, die von Juli bis September erscheinen, zu haben. Wer aufs Schild schaut, entdeckt vielleicht die Bezeichnung „Sumpfeibisch“ oder „Hibiscus x moscheutos“. Er sollte im Garten ein sonniges aber nicht zu heißes Plätzchen (z.B. an einer Mauer) bekommen und regelmäßig gegossen werden. „Für diese Pflanzen empfehle ich einen leichten Winterschutz“, so Jentsch.

Von Catrin Steinbach

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