Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Steuer-Tipps Lässt sich Gassi gehen steuerlich absetzen?
Mehr Finanzen Steuer-Tipps Lässt sich Gassi gehen steuerlich absetzen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:36 15.09.2017
Akzeptiert das Finanzamt die Kosten für das Hundeausführen in der Steuererklärung nicht, können Verbraucher Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Quelle: Lukas Schulze/dpa/Symbolbild
Anzeige
Kassel

Wer seinen Hund von einem Tierbetreuer ausführen lässt, kann die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung in der Einkommensteuererklärung absetzen. Dies geht aus einem Urteil des Finanzgerichts Hessen hervor.

Bisher akzeptierten die Finanzämter lediglich Kosten für die Fütterung, Fellpflege oder Betreuung, wenn diese innerhalb der Wohnung oder im Haus des Tierbesitzers erfolgten. "Nach dem Urteil sollten Tierfreunde nun aber auch die Kosten für das Gassi gehen geltend machen," rät Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Im verhandelten Fall beauftragte die Klägerin einen Dienstleister, der ihre Hunde unter anderem regelmäßig ausführte. Die Kosten dafür setzte die Klägerin als haushaltsnahe Dienstleistungen in den Einkommensteuererklärungen ab. Das Finanzamt berücksichtigte die Kosten nicht, da das Ausführen der Hunde außerhalb der Grundstücksgrenzen erfolgte und es sich somit nicht um begünstigte haushaltsnahe Dienstleistungen handele.

Dies überzeugte das Finanzgericht aber nicht. Es entschied: Entscheidend ist, ob die Leistungen im Zusammenhang mit der Haushaltsführung stehen. Darunter fielen auch regelmäßig anfallende hauswirtschaftliche Tätigkeiten, die üblicherweise vom Steuerzahler selbst oder anderen Haushaltsmitgliedern übernommen werden. Dies treffe auf das Ausführen des Hundes zu, so das Gericht (Az.: 12 K 902/16).

Gegen die positive Entscheidung des Finanzgerichts Hessen hat das Finanzamt Beschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt, sodass die Frage jetzt vom obersten deutschen Steuergericht geklärt wird (Az.: VI B 25/17).

Lehnt das Finanzamt im eigenen Steuerfall die Kosten für das Hundeausführen ab, kann Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beantragt werden. Zur Begründung des Einspruchs sollten Tierbesitzer auf das Verfahren beim Bundesfinanzhof verweisen, rät der Bund der Steuerzahler.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einige Unwetter hinterlassen Schäden am Gebäude. Nicht immer kommt dafür eine Versicherung auf. Doch Betroffene können die Reparaturkosten in dem Fall steuerlich geltend machen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe erklärt, worauf zu achten ist.

05.09.2017

Verbraucher müssen immer niedrigere Sparzinsen hinnehmen. Aber die Nachzahlungszinsen bleiben so hoch wie sie sind? Das fand ein Ehepaar ungerecht und erhob Klage. Jetzt haben die Finanzrichter in Münster darüber geurteilt.

17.08.2017

Eine Scheidung ist nicht nur eine emotionale Belastung. Sie kann auch teuer werden, wenn sich beide Seiten vor Gericht streiten. An den Kosten konnte bisher oft das Finanzamt beteiligt werden. Doch dem hat der Bundesfinanzhof nun einen Riegel vorgeschoben.

16.08.2017
Anzeige