Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Finanznews Bundesrat gibt Milliardenpaket für Familien grünes Licht
Mehr Finanzen Finanznews Bundesrat gibt Milliardenpaket für Familien grünes Licht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:23 23.11.2018
Das Kindergeld und der steuerliche Kinderfreibetrag werden im Jahr 2019 stufenweise erhöht. Quelle: Sebastian Kahnert/Symbolbild
Berlin

Gute Nachrichten für viele Familien in Deutschland: Der Weg für ein 9,8 Milliarden Euro schweres Entlastungspaket ist endgültig frei. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat in Berlin für das

Paket, das damit wie geplant 2019 in Kraft treten kann.

Das Kindergeld steigt dadurch ab Juli um zehn Euro pro Kind im Monat. Für das erste und zweite Kind gibt es dann 204 Euro, für das dritte 210 und für jedes weitere Kind 235 Euro monatlich.

Auch der steuerliche Kinderfreibetrag wird angepasst - er soll von 7428 auf 7620 Euro (2019) und dann weiter auf 7812 Euro (2020) erhöht werden. Zudem soll der Grundfreibetrag der Steuerzahler von 9000 auf 9168 Euro (2019) und 9408 Euro (2020) steigen, auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen soll leicht steigen.

Allerdings ist ein Teil der geplanten Entlastungen gesetzlich ohnehin geboten. Grundlage ist hier der Existenzminimumbericht - danach richtet sich zum Beispiel die Höhe steuerlicher Freibeträge. Teil ist auch eine Rückzahlung von Effekten der "kalten Progression", die Einkommenszuwächse wegen inflationsbedingt steigender Preise zum Teil "auffrisst".

Insgesamt soll die "kalte Progression" im kommenden Jahr um 2,2 Milliarden Euro abgebaut werden, diese Summe ist in der Gesamtentlastung von 9,8 Milliarden Euro für 2019 eingerechnet.

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) kritisierte das Paket: Ausgerechnet die Ärmsten profitierten nicht - denn die Erhöhung des Kindergeldes werde auf die Hartz-IV-Grundsicherung komplett angerechnet. Das Kindergeld und andere Leistungen müssten weiterentwickelt werden hin zu einer existenzsichernden Leistung wie einer Kindergrundsicherung.

Rund zwei Millionen Kinder in Deutschland seien arm und armutsgefährdet, sagte Lucha. "Die Tendenz ist steigend." Es gebe Kinder, die mit leerem Magen in die Schule gehen und ihren Geburtstag nicht feiern können oder bei Einladungen Ausreden finden müssen, weil die Eltern kein Geld für ein Geschenk haben. "Wer arm ist, ist oft schlechter ernährt und häufiger krank".

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei den Gaspreisen herrschte für die Verbraucher lange Zeit Ruhe - über mehrere Jahre gingen sie leicht zurück. Nun dreht sich der Wind. Das könnte auch am vergangenen Sommer liegen.

23.11.2018

Unverhältnismäßig oder unberechtigt: Viele Inkassoforderungen sind laut Verbraucherschützern in ihrer Höhe unangemessen oder gar erfunden. Betroffene können sich auf einer Webseite eine Einschätzung einholen.

22.11.2018

Mehr Kindergeld gleich mehr Zigaretten und Alkohol für die Eltern? Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung räumt mit diesem Vorurteil auf. Wirtschaftsforscher haben sich die Konsumzahlen von Familien seit 1984 genau angeschaut.

21.11.2018