Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Finanznews Austauschbar: Vollstrecker darf Erben nicht beleidigen
Mehr Finanzen Finanznews Austauschbar: Vollstrecker darf Erben nicht beleidigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:09 13.04.2016
Ein testamentsvollstrecker darf den Erben nicht beleidigen - im Zweifel kann er ausgetauscht werden. Quelle: Jens Büttner (Archivbild)
Anzeige

Berlin (dpa/tmn)- Ein Testamentsvollstrecker hat den Willen des Verstorbenen umzusetzen und den Nachlass für die Erben zu verwalten und auseinanderzusetzen. Handelt er pflichtwidrig, kann das Nachlassgericht ihn auf Antrag entlassen.

Eine grobe Beleidigung der Miterben kann ausreichen. Die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet über ein Urteil des Kammergerichts (KG) Berlin (Az.: 6 W 112/15).

In dem verhandelten Fall hatte ein Testamentsvollstrecker sich abfällig über die Witwe des Verstorbenen geäußert. Er hatte die Behauptung einer früheren Partnerin des Erblassers wiedergegeben, die erbende Witwe habe sich auf eine sexuelle Beziehung mit dem Erblasser nur aus finanziellen Gründen eingelassen. Daraufhin beantragte die Witwe beim Nachlassgericht, den Testamentsvollstrecker zu entlassen. Dieses kam dem nach. Der Testamentsvollstrecker hielt das für ungerechtfertigt. Schließlich habe er nur die Äußerung eines anderen wiederholt. Damit sei nicht gesagt, dass er der gleichen Meinung ist.

Ein Testamentsvollstrecker kann entlassen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, befand das Gericht. Als Beispiel hierfür nennt das Gesetz eine grobe Pflichtverletzung oder die Unfähigkeit des Testamentsvollstreckers. Das KG entschied, dass diese Gründe nicht die einzigen sind, die eine Entlassung rechtfertigen. Auch andere Sachverhalte können genügen, wenn sie ähnlich schwer wiegen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn anzunehmen ist, dass der Erblasser den Testamentsvollstrecker bei Kenntnis von dem Verhalten nicht ernannt hätte. Bei einer Ehrverletzung sei dies anzunehmen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer aus einer unbefristeten Stelle in ein anderes Arbeitsverhältnis ohne Befristung wechselt, muss keine Sperrzeit beachten. Es muss jedoch ein berechtigtes Interesse des Arbeitnehmers am Jobwechsel vorliegen.

13.04.2016

Studium, FSJ oder "Work and Travel": Eltern sollten darauf achten, mit welcher Organisation und mit welchem Programm der Nachwuchs ins Ausland geht. Denn unter Umständen entfällt dann der Anspruch auf Kindergeld.

13.04.2016

Ehrlichkeit zahlt sich aus: Wer beispielsweise bei Unfallangaben gegenüber dem Versicherer nicht die Wahrheit sagt und dabei überführt wird, dem drohen entweder Strafen oder eine höhere Selbstbeteiligung.

12.04.2016
Anzeige