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Worauf es bei der BU-Versicherung ankommt

Verbraucher Worauf es bei der BU-Versicherung ankommt

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, dem drohen finanzielle Probleme. Hilfe bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Doch worauf muss man achten? Welche Klauseln sind nötig im Vertrag und welche nicht?

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Eine Krankheit kann Arbeitnehmer schnell aus der Bahn werfen. Wer eine Berufsunfähigkeitspolice hat, ist zumindest vor einem finanziellen Absturz gesichert. Foto: MITO Images

Berlin. Berufsunfähigkeit ist ein Schicksal, das viele Menschen trifft. "Statistisch gesehen wird derzeit jeder vierte Arbeitnehmer vor dem Erreichen des Rentenalters berufsunfähig", erklärt Simon Frost vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Das Problem: Die staatliche Unterstützung fällt in einem solchen Fall eher gering aus. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund bezogen 2015 knapp 1,8 Millionen Menschen eine Erwerbsminderungsrente. Im Durchschnitt bekamen sie 731 Euro im Monat. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sichert dieses finanzielle Risiko ab.

Nicht fehlen sollte in einem BU-Vertrag der Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung: "Ohne diesen Verzicht von Seiten der Versicherungsgesellschaft, bekommt man die Berufsunfähigkeitsrente erst, wenn man neben dem eigenen Beruf auch keine vergleichbare Tätigkeit mehr ausüben kann", erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Ob der Versicherte dann tatsächlich eine Anstellung in dem Verweisungsberuf fände, sei dabei unerheblich. Damit liegt das Risiko arbeitslos zu werden beim Versicherten, warnt Boss.

Wichtig ist auch der Prognosezeitraum: Er sollte auf sechs Monate verkürzt sein. "Das bedeutet, dass die Berufsunfähigkeitsrente schon gezahlt wird, wenn der Arzt eine Berufsunfähigkeitsdauer von voraussichtlich sechs Monaten vorhersagt", sagt Boss. In frühen Verträgen war häufig ein Prognosezeitraum von drei Jahren angegeben. Da ein Arzt aber schlechter die kommenden drei Jahre als die nächsten sechs Monate einschätzen kann, ist es mit einem geringeren Prognosezeitraum leichter seine Rente ausbezahlt zu bekommen.

"Für gute Versicherungsbedingungen gilt: Kann nicht sofort festgestellt werden, ob der Versicherte berufsunfähig ist oder nicht, wartet der Versicherer sechs Monate mit der Rentenzahlung. Wird weitere Berufsunfähigkeit attestiert, zahlt er rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit", erklärt Beate-Kathrin Bextermöller von der Stiftung Warentest.

Eine heute vereinbarte Rente verliert durch die Inflation im Laufe der Jahre an Kaufkraft. Dem kann mit einer Beitrags- oder Rentendynamik im Vertrag entgegengewirkt werden. Mit einer Dynamik steigt die versicherte Rente jährlich um beispielsweise zwei, drei oder fünf Prozent. Das Problem dabei: Die Prämien steigen mit.

Und das nicht etwa im Gleichklang, warnen Verbraucherschützer: "Die Prämien bei einer Rentendynamik steigen deutlich stärker, denn die Prämie für jeden Dynamisierungsschritt wird wie bei einem Neuabschluss teurer, je älter Sie sind", sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Zwar können die Versicherten zwei Dynamisierungsschritte ablehnen, beim dritten Mal allerdings wird die Dynamisierung komplett gestoppt. Ab dem 45. Geburtstag sollte jede Dynamisierung geprüft werden.

Wie teuer eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist, hängt unter anderem von der monatlichen Rentenhöhe ab. Simon Frost sagt: "Als Faustformel gilt: Die monatliche Berufsunfähigkeitsrente sollte rund 75 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens betragen." Das allerdings kann bei bestimmten Berufen schnell mehr als 100 Euro im Monat kosten. Denn auch der Beruf spielt bei der Beitragskalkulation eine Rolle, ebenso wie das Einstiegsalter, gesundheitliche Risiken und Hobbys.

Literatur:

Holger Balodi, Dagmar Kühne: Berufsunfähigkeit gezielt absichern, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 2016, 190 Seiten, 16,90 Euro, ISBN-13 978-3-86336-069-6

dpa

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