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Verdammter Erfolg: Wenn gute Fonds schließen

Finanzen Verdammter Erfolg: Wenn gute Fonds schließen

Schlechte Nachrichten für Anleger: Einige erfolgreiche Fonds nehmen vorerst keine neuen Gelder mehr an. Warum aber reagieren die Fonds-Manager so? Und was bedeutet das für Anleger?

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Erfolg kann auch zur Last werden. Einige gute Fonds nehmen derzeit keine neuen Gelder mehr an, unter anderem weil aussichtsreiche Investmentchancen rar geworden sind.

Quelle: Oliver Berg

Berlin. Wer sein Geld auch bei den derzeitigen Niedrigzinsen vermehren will, dem raten Experten häufig zu Fonds. Doch auch bei dieser Investition werden es Anleger künftig nicht leichter haben.

Denn einige der erfolgreichsten Fonds wie Nordea 1 Stable Return und MFS Meridian Prudent Wealth haben ihre Pforten für neue Anlegergelder geschlossen. Warum?

Thomas Krüger von der Stiftung Warentest erklärt das Problem mit einem Vergleich: "Wenn mehr Leute Schlange stehen, als im Club tanzen können, machen die Türsteher dicht." Genauso könne es interessierten Anlegern bei Fonds gehen, die bereits viel Geld eingesammelt haben. Sehen deren Manager keine attraktiven Investmentmöglichkeiten, verordnen sie ein sogenanntes Soft-Closing, eine sanfte Schließung des Fonds. Neue Anleger können dann nicht mehr in den Fonds investieren.

"Im Fall des Nordea 1 Stable Return Fonds hat sich das Volumen von 9 Milliarden Euro Anfang des Jahres auf 18 Milliarden Euro im August verdoppelt", erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Die Ursache für einen so starken Volumenanstieg liege im kurz- bis mittelfristigen Erfolg eines Fonds. Dieser erhält gute Noten in den Rankings und wird von Maklern verstärkt beworben.

Wächst das Volumen daraufhin in rasantem Tempo, glauben viele Fonds-Manager, weitere Gelder nicht mehr optimal investieren zu können. "Für die erfolgreiche Steuerung eines Fonds müssen die verwalteten Vermögenswerte stets schnell, flexibel und ohne Einfluss auf die Preisbildung am Aktienmarkt angeschafft oder veräußert werden können", erklärt André Kunze, Vermögensmanager bei der Prometheus Vermögensmanagement GmbH. Sind die von einem Fonds verwalteten Anlegergelder sehr hoch, könne beispielsweise eine vom Fonds in größeren Stückzahlen gehaltene Aktie nicht mehr verkauft werden, ohne dass sich durch den Verkauf der Kurs dieser Aktie negativ entwickelt. Gleiches gilt umgekehrt bei Käufen.

Die bereits geschlossenen Fonds könnten laut Kunze nun erstmal über einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben. Das hänge in erster Linie davon ab, wie viel Gewinn der Fonds einfährt. "Entwickelt sich der Fonds weiterhin positiv, dürften die investierten Anleger ihre Anteile halten und damit baut sich keine Kapazität für Neuanlagen auf", so Kunze. Entwickle sich der Fonds jedoch unterdurchschnittlich, könne wieder Platz für Neuanlagen entstehen.

Ob ein Fonds schließt oder nicht, hängt auch von der jeweiligen Geschäftspolitik ab. So versuchen andere Fonds, die ähnlich groß sind wie der Nordea 1 Stable Return, eine Schließung zu vermeiden. "Zum einen, weil sie langsamer gewachsen sind, zum anderen, weil sie eine andere Anlagephilosophie und Portfoliokonstruktion verfolgen", sagt Oelmann. So könnten Fonds, die mehr in Standardwerte - also wichtige und bekannte Aktien - investieren, mehr Volumen aufnehmen als Fonds, die in eher unbekannte Aktien investieren.

Das Soft-Closing mancher Fonds kommt den bereits investierten Anlegern wiederum entgegen: "Die Gäste im Club profitieren eher davon, dass keine neuen Gäste hereingelassen werden - die Tanzfläche überfüllt nicht und vor der Theke gibt’s keine Riesenschlange", sagt Krüger. Denn bei einem Soft-Closing können Anleger ihre Anteile nach wie vor an den Fonds zurückgeben. Erst bei einer vollständigen Schließung bekommen Anleger ihr Geld nicht zurück.

Oelmann rät deshalb: "Das Soft-Closing allein sollte keinen Einfluss auf die weitere Anlageentscheidung haben, ob der Anteil im Fonds gehalten oder veräußert wird." Das gelte, solange keine ungewöhnlichen Umstände wie starke Mittelabflüsse oder ein Wechsel des Managements hinzukommen. Denn das bisher investierte Geld bleibe nach den bisherigen Kriterien angelegt.

dpa

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