Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Familie Wenn Kinder Hakenkreuze malen - Rechtsextremismus in Kitas
Mehr Familie Wenn Kinder Hakenkreuze malen - Rechtsextremismus in Kitas
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:02 30.08.2017
Experten zufolge bringen viele Kinder rechter Eltern die fremdenfeindliche Gesinnung mit in die Kita. Quelle: Arne Dedert/dpa
Anzeige
Koblenz

Rechtspopulismus und Rechtsextremismus dringen laut Experten zunehmend auch schon in Kindergärten ein. "Es gibt Kinder, die dort Hakenkreuze oder 88 (Abkürzung für "Heil Hitler") malen", sagt die Sozialwissenschaftlerin Antje Knieper-Wagner.

"Andere Kinder malen das ab und ihre Eltern erschrecken sich." Kinder rechter Eltern lernten zu Hause auch schon zu diskriminieren. "Es gibt Fünfjährige, die Frauen mit Kopftuch fragen: "Warum gehst du nicht in dein Land zurück?"", ergänzte Knieper-Wagner (40). Sie leitet einen Workshop bei der

Fachtagung "Rechtspopulismus in der Kita? Umgang mit Rassismus und Diskriminierung" am Donnerstag (31. August) an der Hochschule Koblenz.

In Fallbeispielen geht es um die Frage, wie eine "Erziehungspartnerschaft" mit Eltern funktionieren kann, die in der Kita abwertende und rassistische Bemerkungen fallen lassen. "Es gibt Eltern, die sagen: "Ich möchte nicht, dass mein Kind in einer Gruppe mit vielen Türken, Dunkelhäutigen oder Flüchtlingen spielt"", sagte Knieper-Wagner. Insgesamt komme so etwas häufiger auf dem Land als in den Städten vor. "Die Angst vor angeblicher "Überfremdung" ist da am größten, wo am wenigsten Menschen mit ausländischen Wurzeln leben."

Im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung können Erzieher auf externe Unterstützung zurückgreifen. "Es gibt in Rheinland-Pfalz mobile Beraterteams des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus, neun sogenannte Beratungsknoten, sowie die Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt - "m-power"", erklärte Knieper-Wagner. "Nicht selten ist bei rechten Eltern auch Gewalt zu Hause im Spiel. Wenn Erzieherinnen das merken, sollten sie das Jugendamt einschalten." Generell sollte Kita-Personal sensibel sein und Auffälligkeiten im Kollegengespräch beleuchten, ergänzte die Expertin, die gegenwärtig über die politische Haltung von Bürgern promoviert, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Manche Lebensmittel können Ungeborenen schaden - Kaffee gehört allerdings nicht dazu. Jedoch können andere Muntermacher das Kind gefährden.

30.08.2017

Das Gesetz zur Ehe für alle tritt am 1. Oktober in Kraft. Viele homosexuelle Paare sichern sich schon mal einen Termin im Standesamt. Doch die Registrierungssoftware bereitet unerwartete Probleme.

29.08.2017

Eine Übersicht über staatliche Gelder für Familien wie Kindergeld oder Elterngeld zu bekommen, ist mitunter schwierig. Eine Webseite bringt nun Hilfe. Das neue Online-Tool errechnet etwa zustehende Leistungen.

29.08.2017
Anzeige