Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Familie Wegen Flüchtlingszustroms mehr Kinder in Hartz IV
Mehr Familie Wegen Flüchtlingszustroms mehr Kinder in Hartz IV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 12.04.2017
Im vergangenen Jahr lebten 2 003 805 Kinder und Jugendliche in Familien, die Hartz IV beziehen. Quelle: Peter Kneffel/dpa
Anzeige
Nürnberg

Die stärkere Flüchtlingszuwanderung in den vergangenen beiden Jahren hat auch die Zahl der auf Hartz IV angewiesenen Kinder steigen lassen.

Im Dezember 2016 lebten gut 2 Millionen Kinder in sogenannten Bedarfsgemeinschaften, die auf die finanzielle Hilfe der Jobcenter angewiesen waren, wie aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Ihre Zahl stieg damit binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent.

Nach BA-Angaben ist allein die Zahl der in Hartz-IV-Familien lebenden ausländischen Kinder zwischen Ende 2015 und Ende 2016 um 138 050 auf 505 600 gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von 37,6 Prozent. Die Zahl der in Hartz-Familien lebenden deutschen Kind sank dagegen im selben Zeitraum um 73 400 auf knapp 1,5 Millionen (minus 4,6 Prozent). Die Zahlen zeigten, dass die Zunahme der Gesamtzahl mit der wachsenden Zahl von Ausländern, vor allem von Flüchtlingen, zusammenhänge, gab ein BA-Sprecher zu bedenken.

Für die Bundesagentur ist die Entwicklung nicht überraschend: Da viele anerkannte oder geduldete Flüchtlinge nach dem Abschluss des Asylverfahrens meist nicht sofort eine Arbeit finden, beziehen sie Grundsicherung von den Jobcentern. Im Dezember 2016 hatten fast 700 000 Männer, Frauen und Kinder aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern von Hartz-IV gelebt. Der Anstieg bis zum Herbst 2016 hatte sich zuletzt aber abgeschwächt.

Jugendforscher Klaus Hurrelmann kritisierte laut WAZ, dass bisher fast alle Hilfsprogramme auf die Eltern und nur ganz wenige direkt auf die Kinder zielten. "Das ist der große Konstruktionsfehler", sagte er. Hurrelmann sprach sich dafür aus, dass der Staat Kinder außerhalb ihrer Familien unterstütze, damit die Förderung auch jenen zugute komme, deren Eltern weniger Wert auf Bildung legten. "Wir wissen, dass die oberen 20 Prozent der Gesellschaft zu 80 Prozent wollen, dass ihre Kinder Abitur machen, von den unteren 20 Prozent wollen das nur 20 Prozent."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bunte Ostereier gibt es in vielen Varianten. Schokolade hin oder her, aber was ist mit den Hühnereiern? Auch zu viel Ei ist für Kinder nicht gesund. Eine Ausnahme wie jetzt an Ostern ist aber kein Problem.

11.04.2017

Ein gemeinsames Konto für alle Ausgaben? So handhaben es die meisten Paare. Verdienen Frauen aber mehr, verwalten sie ihr Geld tendenziell lieber auf einem eigenen Konto - und gewinnen damit finanzielle Kontrolle zurück.

10.04.2017

Im Alter sind viele Menschen manchen Aufgaben nicht mehr gewachsen. Das Gefühl von Überforderung ist die Folge. Wie sich Betroffene besser organisieren, erklärt Marion Bär vom Kompetenzzentrum Alter der Universität Heidelberg.

07.04.2017
Anzeige