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Was Eltern nach dem Anschlag tun können

Familie Was Eltern nach dem Anschlag tun können

Mit Kindern über den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zu reden, ist eine schwierige Sache. Viele Eltern dürften sich fragen: Sollen sie das Thema ansprechen? Und wenn ja, wie?

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Von grausamen Ereignissen erfahren ältere Kinder oft aus dem Internet. Eltern sollten sie dann aber rigoros vor kursierenden Bildern und Videos schützen.

Quelle: Barbora Prekopova

Fürth. Eltern sollten mit ihren Kindern ehrlich über den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt sprechen - und eigene Unsicherheiten zugeben. Das betrifft vor allem die Frage nach dem Warum.

"Nach jetzigem Stand können Eltern dazu nur sagen: "Ich weiß es auch nicht"", sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Schützen dürfen Eltern ihre Kinder hingegen bei der Frage "Kann uns etwas passieren?". Da sei es wichtig, Da sei es wichtig, Sicherheit zu vermitteln und immer wieder zu erklären, dass ihnen nichts passieren werde. Schon für Erwachsene seien diffuse Ängste nur schwer zu fassen, noch schlimmer sei dieses Gefühl für die Kleinen.

Erwachsene sollten gut abwägen, ob und in welchem Umfang sie überhaupt mit ihren Kindern über die Ereignisse sprechen wollen. "Bei kleineren Kindern, die das überhaupt nicht mitbekommen haben, sollte man das nicht von sich aus ansprechen", findet Große Perdekamp. Die Nachrichten nützten den Kindern nichts. "Es lässt sich daraus kein Hinweis ableiten, wie sie sich verhalten sollen."

Bei älteren Kindern lässt es sich dagegen nicht verhindern, dass sie mit den Nachrichten konfrontiert werden. Eltern sollten sie dann aber rigoros vor kursierenden Bildern und Videos schützen. Zum Informieren eignen sich Kindernachrichten am besten. Kindgerechte Erklärungen bieten etwa "Logo" (www.tivi.de), neuneinhalb (www.neuneinhalb.wdr.de) oder der Kinderradiokanal (www.kiraka.de).

Auch die Frage, ob die Familie jetzt noch auf einen Weihnachtsmarkt gehen kann, muss jeder für sich beantworten. Wer nicht in der Nähe des betroffenen Weihnachtsmarkts an der Gedächtniskirche in Berlin wohnt, für den spreche eigentlich nichts dagegen. Haben Eltern aber Angst und ein ungutes Gefühl, blasen sie den Besuch lieber ab. "Die Kinder kriegen es ja mit, wenn die Eltern sich ständig ängstlich umdrehen." Dann sei es besser, sich als Familie eine Alternative zu überlegen: einen Weihnachtsspaziergang im Wald machen, Plätzchen backen oder Weihnachtsgeschichten vorlesen.

Wer das Gefühl hat, angesichts der Ereignisse etwas tun zu wollen, kann beispielsweise gemeinsam mit den Kindern eine Kerze anzünden. "Das ist ein schönes Ritual, mit dem man der Toten und Verletzten gedenken kann. Und für Kinder ist es sehr anschaulich."

dpa

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