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10:19 22.06.2018
Vibrationsmelder können ergänzend zum Rauchmelder unter das Kopfkissen gelegt werden. So wacht man auf, wenn man nicht mehr richtig hört. Foto: Ei Electronics GmbH
Düsseldorf

Eigentlich geht es noch ganz gut. Die Füße tragen einen einigermaßen, selbst kochen geht noch, und bis zum Supermarkt schafft man es unfallfrei.

Aber hier und da zwackt und zwickt es eben doch: Die Hände sind nicht mehr so kräftig, das Bücken fällt zunehmend schwer, und die Schulter schmerzt ob der beginnenden Arthrose. Die ganze Wohnung umbauen muss nicht, wer solche Beschwerden hat. Kleine Alltagshelfer machen das Leben leichter.

"Als Erstes sollte man das Badezimmer unter die Lupe nehmen", sagt Martina Koepp, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik. Dort sorgen zum Beispiel Griffe an der Dusche oder Badewanne für besseren Halt. Es gibt Bürsten, die mit Saugnäpfen am Boden der Dusche haften, und die die Füße ganz ohne Bücken schrubben. Oder spezielle Haarkämme mit langen Stielen, die eine geringere Bewegung in der Schulter erlauben.

Zweites großes Thema: die Küche. "Selbst kochen zu können bedeutet für viele Menschen, ein Stück ihrer Würde, ihres Selbstbewusstseins, zu erhalten", erklärt Koepp. Sind die Hände aber morgens steif, ist es quasi unmöglich, ein verschlossenes Marmeladenglas zu öffnen. "Dafür gibt es von unterschiedlichen Herstellern Hilfen zum Öffnen." Messer mit speziell geformten Griffen ermöglichen sicheres Schneiden ohne die Hand abknicken zu müssen.

In der Küche spielt natürlich auch das Thema Sicherheit eine Rolle: Auch für Angehörige sei es häufig eine große Erleichterung, wenn über dem Herd ein sogenannter Herdwächter angebracht wird. Das Gerät warnt zum Beispiel, wenn ein Topf auf dem Herd vergessen wurde. Die neueste Generation dieser Geräte gibt nicht nur ein lautes Signal ab, wenn etwas anbrennt - sie schaltet den ganzen Herd einfach ab.

Brandschutz sei generell ein wichtiges Thema für ältere Menschen, sagt Koepp. Neubauwohnungen müssen bereits mit Brandmeldern ausgestattet sein, unabhängig vom Alter der Bewohner. In älteren Gebäuden kann man sie ganz einfach nachrüsten. Für ältere Bewohner gibt es Zusatzgeräte, die neben einem akustischen auch ein optisches Signal abgeben.

Im Schlafzimmer schließlich ist die Höhe des Betts manchmal ein Problem. Nicht nur am Abend, wenn man müde hineinplumpst, auch morgens, wenn man sich wieder hochhieven muss, ist ein zu niedriges Bett ungünstig. Ein neues muss deshalb nicht her. Das alte lässt sich ganz einfach mit kleinen Erhöhungen in die gewünschte Position bringen.

Für manches kleine Problem braucht es allerdings gar kein Hilfsmittel. Christine Sowinski von Kuratorium Deutsche Altershilfe rät, einfach mal mit offenen Augen durch die Wohnung zu gehen: Lässt sich das Schränkchen vielleicht so verschieben, dass es einem nicht andauernd vor den Füßen steht - sondern man sich im Gegenteil auf dem Weg in die Küche daran festhalten kann? 

Festhalten - das sei überhaupt ein sehr wichtiges Thema, ergänzt Yvonne Jahn, stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung. Denn Stürze können in der Pflegebedürftigkeit münden, auch bei Menschen, die vorher recht fit waren. "Ich rate, wirklich alle Stolperfallen aus dem Weg zu räumen", sagt die Wohnexpertin. Teppichkanten kann man zum Beispiel festkleben. Außerdem lohne es sich, Haltegriffe anzubringen, wo man sich gern an der Wand entlang hangelt. Auch Licht spielt eine Rolle - vor allem nachts. Nachtlichter für die Steckdosen beleuchten zum Beispiel den Weg zur Toilette.

Was der Einzelne nun gebrauchen kann von all diesen vielen kleinen Alltagshilfen - das ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Hilfe bekommen Interessierte zum Beispiel bei Wohnberatungsstellen. "Da lohnt es sich aber für Hausbesuche eines Experten Preise zu vergleichen", sagt Jahn. Manche bieten das ihr zufolge kostenlos an, bei anderen wird ein Honorar in unterschiedlicher Höhe fällig.

dpa

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