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Viele Olivenöle höchster Güte sind "mangelhaft"

Ernährung Viele Olivenöle höchster Güte sind "mangelhaft"

Wieder zeigt ein Test: Viele Olivenöle versprechen auf dem Etikett mehr, als ihr Inhalt bietet. Sie schmeckten gärig oder stichig und seien mit Mineralöl belastet, beklagt die Stiftung Warentest.

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Viele Olivenöle halten geschmacklich nicht, was ihr Etikett verspricht. Sind sie «extra nativ», dürfen sie weder stichig noch ranzig schmecken.

Quelle: Andrea Warnecke

Berlin. Viele Olivenöle der höchsten Güteklasse "nativ extra" dürften diese Bezeichnung nach Angaben der Stiftung Warentest nicht tragen. Von 24 Olivenölen dieser Kategorie wurden in einem Test jetzt 10 mit "mangelhaft" bewertet ("test"-Ausgabe 2/2017).

Die Öle schmeckten ranzig, stichig oder alt, kritisierten die Tester. Solche sensorischen Mängel dürften Olivenöle von höchster Güte nicht haben. Die Gründe für den schlechten Geschmack seien vielfach mit Schwachstellen in der Produktion zu erklären, sagte Warentester Holger Brackemann bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch in Berlin. Haben Oliven bei der Verarbeitung schon mit dem Gären begonnen, könnte ihr Öl später "stichig" schmecken, nannte er ein Beispiel. Eine EU-Verordnung regele genau, wie Olivenöle von höchster Güte schmecken und hergestellt werden müssen. Das Problem sei jedoch mangelnde Kontrolle, so die Experten: "Viele Anbieter versprechen viel zu viel", sagte "test"-Chefredakteurin Anita Stocker.

Auch die anderen getesteten Öle überzeugten die Tester beim Geschmack nicht restlos. Kaum Schärfe und Bitterkeit, Mittelmaß bei der Fruchtnote, wenig individuelle Noten - so lautete das Fazit. Keines der Öle erhielt die Note "gut". 9 Mal urteilten die Tester mit "befriedigend", 5 Mal vergaben sie die Note "ausreichend". Die mit "befriedigend" bewerteten Öle lieferten geschmacklich zwar keine "Gourmet-Qualität", sagte Brackemann. Den Erwartungen vieler Verbraucher dürften sie aber durchaus entsprechen. Zum täglichen Gebrauch seien sie "allemal geeignet".

Generell monierten die Tester Mineralölrückstände in allen sowie falsche Etikettierungen bei den meisten Ölen. Eines der Produkte habe außerdem Rückstände eines chemischen Weichmachers enthalten. Zwar gehe von keinem der getesteten Olivenöle eine akute Gesundheitsgefahr aus, hieß es. Doch die Belastungen seien vermeidbar.

Getestet wurden Mischöle zu Preisen von 5,05 bis 14,70 Euro pro Liter. Sie werden aus Olivenölen aus verschiedenen Herkunftsländern zusammengemischt. Die Besten im Test waren die Discounter-Olivenöle Gut Bio von Aldi Nord, Primadonna von Lidl und Vegola von Netto, die alle mit der Note 2,9 abschnitten.

Vor etwa einem Jahr hatte die Stiftung Warentest schon einmal extra native Olivenöle unter die Lupe genommen - damals aber keine Mischöle, sondern Öle mit eindeutiger Herkunft. Die Ergebnisse waren noch schlechter als dieses Mal: Jedes Zweite war damals "mangelhaft". Seit mehreren Jahren zeigten Tests, dass Anbieter ihre Olivenöle zu hoch klassifizieren, sagte Stocker. "Das Problem ist nicht neu."

Olivenöle höchster Güteklasse sind teuer. Sie zu panschen, sei für manche Anbieter lukrativ, sagte Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentrale Bayern dem dpa-Themendienst. Dies erkläre falsche Deklarationen und eine schlechte Qualität. An dieser Stelle seien staatliche Überwachungsbehörden gefragt: Es müsste regelmäßige stichprobenartige Kontrollen geben, so die Verbraucherschützerin.

Olivenöl hat einen hohen Gehalt an Ölsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure. "Das macht es so wertvoll", sagte Hülsmann. Doch es gibt auch andere Öle mit hohem Ölsäure-Anteil. Rapsöl zählt dazu. Es ist zwar nicht so geschmacksintensiv wie Olivenöl, kann aber beim Kochen eine Alternative sein. Auch sogenannte High-Oleic-Öle enthalten viel Ölsäure. Sie werden aus speziell gezüchteten Pflanzen hergestellt, erklärte Hülsmann. Sonnenblumen- und Distelöle gibt es zum Beispiel als "High-Oleic"-Variante. Verbraucher erkennen diese speziellen Öle laut der Expertin an ihrem Etikett. Sie eigneten sich aufgrund ihrer Hitzebeständigkeit gut zum Braten.

dpa

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