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Eichhörnchen im Winter unterstützen

Tiere Eichhörnchen im Winter unterstützen

Eichhörnchen stehen unter Artenschutz und sind gerade in Städten manchmal auf Hilfe angewiesen. Doch was kann man tun, und was passiert, wenn man ein verletztes Eichhörnchen findet?

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Eichhörnchen knabbern im Winter gern auch Kerne aus dem Vogelhäuschen. Man hilft ihnen außerdem mit einer Schale mit sauberem Wasser.

Quelle: Markus Scholz

Hamburg/München. Eichhörnchen sammeln zwar im Herbst fleißig Vorräte für den Winter - trotzdem können Tierfreunde ihnen helfen, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Denn Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern lediglich Winterruhe.

Wenn es dunkel wird, kehren Eichhörnchen in ihr Schlafnest zurück, den sogenannten Kobel. "Während der kalten Monate schlafen sie viel und schränken ihre Aktivitäten ein", sagt Eva Goris von der

Deutschen Wildtierstiftung in Hamburg. "Damit senken sie ihren Energiebedarf und müssen weniger Nahrung aufnehmen."

Trotzdem verlassen Eichhörnchen auch im Winter den Kobel meist täglich, um auf Nahrungssuche zu gehen, erklärt Goris. Dann laufen die Nagetiere zu den Stellen, an denen sie ihre Vorräte versteckt haben. Die unter Artenschutz stehenden Tiere fressen im Winter vor allem Bucheckern, Haselnüsse, Walnüsse, sowie Tannen- und Kiefernzapfen. "Gerne bedienen sie sich auch an Vogelhäuschen und fressen zum Beispiel Sonnenblumenkerne", sagt Eva Eiden, die sich im Verein

Eichhörnchen Notruf engagiert und verletzte Eichhörnchen aufpäppelt.

Ebenso gerne verspeisen sie die Samen von Fichtenzapfen. Über etwas Futter freuten sich die Tiere immer - vor allem in Städten, sagt Sabine Gallenberger, Vorsitzende des Vereins

Eichhörnchen Schutz aus München. "Das Stadtgebiet kann man nicht mit einem gesunden Mischwald vergleichen, wo das Nahrungsangebot mit Zapfen, Pilzen oder Nüssen deutlich üppiger ist", sagt Gallenberger. "Oft finden Eichhörnchen auch nicht genügend Wasser, weil die Böden in Städten alle asphaltiert und begradigt werden - es bilden sich also weniger Pfützen." Die Eichhörnchen-Expertin empfiehlt, eine Schale Wasser an eine ruhige Stelle im Garten zu stellen - die sollte aber auch sauber gehalten werden.

Wer den Tieren Unterschlupf bieten möchte, sollte seinen Garten möglichst naturnah gestalten, schildert Goris. "Eichhörnchen brauchen alte Bäume und wilde Hecken, wo sie Nistmaterial wie etwa Zweige, sowie Blätter und Moos für Polster für ihren Kobel finden." Sind Nussbäume im Garten, kommen die Tiere ohnehin: "Sie lieben Bucheckern, Hasel- und Walnüsse."

Obwohl die Lebensbedingungen nicht so optimal sind wie in einem Mischwald, haben Eichhörnchen sich zu Kulturfolgern entwickelt und sind oft in Parks und Städten zu beobachten. "Der Lebensraum der Tiere wird stark eingeschränkt, weil die Besiedelung immer dichter wird", sagt Eiden. So bleibe den Tieren nichts anderes übrig, als sich auch in Stadtgebieten zurechtzufinden.

Immer wieder passiert es, dass Spaziergänger verletzte Tiere finden, ergänzt Gallenberger. Oft stürzten die Eichhörnchen aus großen Höhen und hätten dann gebrochene Beine oder Kiefer. Im Stadtgebiet haben es junge Eichhörnchen besonders schwer, schildert die Vereinsvorsitzende. Dort würden sie auf hartem Asphalt landen oder beispielsweise hinter eine Mülltonne fallen, wo niemand sie finde. "Im Wald landen sie auf weicherem Boden, aber in der Stadt müssen sie oft einen langsamen Tod sterben", sagt Gallenberger.

"Wenn Eichhörnchen verwaist sind, rennen sie auch oft Menschen hinterher", sagt Eiden. "In diesem Fall sollte man das Tier unbedingt mitnehmen und es vor Unterkühlung schützen - zum Beispiel, indem man es unter der Jacke oder dem Pullover wärmt." Vor Tollwut müsse man sich dabei nicht fürchten: "Die gibt es nicht bei Eichhörnchen."

Es komme auch vor, dass Jungtiere aus dem Kobel fallen oder die Mutter ein schwaches Tier herauswirft, sagt Eiden. Spaziergänger müssen daher zuerst beobachten, ob die scheinbar verwaisten Jungtiere von der Mutter zurückgeholt werden. Ebenso sollten sie sich vergewissern, ob sich Geschwistertiere in der Nähe befinden - wenn etwa die Mutter nicht mehr lebt, sind alle Jungtiere in Not. Findet man ein ausgewachsenes, verletztes Eichhörnchen, ist etwas mehr Vorsicht geboten: "Zum Schutz sollte man Handschuhe anziehen, denn Eichhörnchen können kräftig zubeißen, wenn sie verängstigt sind", warnt Goris. "Sie nutzen ihre scharfe Nagezähne instinktiv zur Verteidigung - und das kann sehr schmerzhaft sein."

Wichtig ist, Findelkinder mit Wasser zu versorgen, um sie vor einem Kreislaufzusammenbruch zu bewahren. Danach bringt man das Eichhörnchen am besten zu einem Profi wie einem spezialisiertem Verein.

dpa

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