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Bauen & Wohnen Befestigung an der Wand: Kippsicherung für Schränke
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13:02 29.06.2016
Wandschränke werden am besten an der Wand abgesichert. Nicht nur Dübel und Schraube müssen auf die Wand abgestimmt sein, sondern auch das Bohrloch muss zum System passen. Foto: Franziska Gabbert
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Köln

Selbst wenn das Möbelunternehmen Befestigungen für Schrank und Kommode an der Wand mitliefert, heißt das nicht, dass diese ausreichen. Denn grundsätzlich ist die Befestigungsart abhängig von der Beschaffenheit der Wand.

In der Regel steht auf der Verpackung, wofür der Dübel gedacht ist und wie viel Gewicht er hält. Dabei sollte man nicht vergessen, auch zusätzliches Gewicht einzukalkulieren - also all die Kleidung oder Bücher. Michael Pommer, Heimwerkertrainer an der DIY-Academy in Köln, erklärt, was man alles zum Absichern von Kommode, Schrank oder Regal wissen muss:

Wann muss ich Kommoden und Schränke überhaupt an der Wand befestigen?

"Das ist notwendig, wann immer der Hersteller Befestigungsmaterial mitliefert oder einen Hinweis darauf gibt", erklärt Michael Pommer. Letzteres steht oft in der Aufbauanleitung. Dann besteht grundsätzlich ein Sicherheitsrisiko. Und bei Möbeln Marke Eigenbau oder Erbstücken testet man einfach: "Alle Schubladen maximal ausziehen und maximal belasten - und sehen, was passiert", rät Pommer.

Wie sichere ich die Möbel ab?

Es gibt Beschläge im Handel, etwa in Winkelform. Welche Schrauben und Dübel diese Beschläge halten, ist abhängig vom Material der Wand und auch vom Gewicht des Möbels. Das heißt: Mitgelieferte Dübel können vielleicht nicht die richtigen sein.

Wie erkenne ich, wie meine Wand beschaffen ist?

"Man klopft", rät Pommer. Letzteres zeigt bereits, ob es sich etwa um eine leichte Trockenbauwand handelt - sie klingt hohl und federt leicht - oder um eine massive Wand. Und dann bohrt man die Wand zur Probe an. Oder vielleicht erinnert man sich auch noch an vergangene Bohrungen. Wie hat das Bohrmehl ausgesehen? Und wie leicht konnte der Bohrer eindringen? Beide Kriterien sind wichtig zur Dübelwahl.

Den Aufbau der Steine fühlt man während des Bohrens: Vollziegel brauchen viel Druck und Kraft, damit der Bohrer durchgeht. Hier benötigt man einen Schlagbohrer, eine Extrafunktion vieler Geräte. Vollziegel, die sehr dicht sind, sind etwa Ziegel oder Kalksandstein. Hohlziegel hingegen haben stellenweise Löcher. Das merkt man: "Der Bohrer fällt ein bisschen in die Wand hinein", wenn er durch den Hohlraum stößt, erklärt Pommer. Hier muss man immer ohne den Schlag arbeiten. Wenig Widerstand leisten etwa auch Porenbetonsteine. Sie haben viele Luftbläschen, was sie sehr leicht und weniger druckfest macht. In Bauplatten dringt der Bohrer auch schnell ein.

Und dann ist wichtig, welches Material die Wand hat: Ziegel- und Lochziegel aus Ton haben rotes oder gelbliches Bohrmehl. Kalksandstein ist weiß und hat feine Körner, etwa wie Sand. Porenbetonsteine sind hellgrau und grobkörnig. Dünne Trockenbauwände bestehen etwa aus Gipskarton. Er hat sehr feines und weißes Mehl. Man erkennt es gut, da es am Bohrer kleben bleibt, wie Stiftung Warentest erklärt. Gipsfaserplatten sind hellgrau. Das Bohrmehl von Betonwänden ist fein wie Staub und hellgrau bis weiß.

Und wie finde ich jetzt den richtigen Dübel?

Mit diesen Informationen geht man in den Baumarkt. Es gibt hier dann spezielle Dübel für Porenbeton oder Gipskarton. Oder es reicht schon ein Allzweck- oder Universaldübel, der sich für nahezu alle Baustoffe eignet und sogar Küchenschränke tragen kann. Für Lochstein kann auch ein Parallelspreizdübel nötig sein. Die Auswahl ist riesig - daher lässt man sich am besten vom Fachpersonal im Baumarkt beraten. Ihm sollte man natürlich auch sagen, was für ein Möbelstück gesichert werden soll und wie schwer es beladen wird. Denn Länge und Durchmesser des Dübels sind davon abhängig.

Welche Schraube gehört dazu?

Dübel, Schraube und letztlich das Bohrloch müssen zusammenpassen. Heimwerkerdozent Pommer rät zum Kauf von Kombipackungen aus Dübel und Schraube. So muss man nicht lange suchen. Aber als Merkregel gibt die DIY-Academy aus: Die Schrauben müssen länger sein als der Dübel und ihrem Durchmesser entsprechend herausragen.

Wie tief und wie breit bohre ich dann?

Die DIY-Academy stellt die Faustregel auf: Man nimmt die Länge des Dübels plus zehn Millimeter, so tief muss der Bohrer reichen. Und: Der Durchmesser des Bohrers muss dem Durchmesser des Dübels entsprechen.

dpa

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