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09:15 14.05.2018
Um Wertgegenstände vor unbefugtem Zugriff zu schützen, gibt es zahlreiche Varianten von Tresoren. Quelle: GOLFX – 746778322 / Shutterstock.com
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Von der Antike zur Neuzeit

Das Wort Tresor stammt vom griechischen Wort für Schatzkammer ab, „thēsaurós“. Die Vorreiter der heutigen Tresore wurden daher schon vor einigen tausend Jahren genutzt. Auch im alten Ägypten wurden Wertgegenstände schon vor 5000 Jahren in eigens dafür angefertigten Truhen aufbewahrt. So fand man bei Ausgrabungen von Pharaonengräbern beschlagene Holztruhen, die wertvolle Gegenstände auf dem Weg in den Himmel schützen sollten.

Die Hersteller von derlei Ur-Tresoren erkannten zwar frühzeitig, dass sich Eisen aufgrund seiner Härte und seines hohen Schmelzpunktes gut als Schutz eignet. Dennoch konnten aufgrund der mangelnden technischen Möglichkeiten Sicherheitsschränke nur aus Holz mit Metallelementen hergestellt werden.

Daneben wurde großer Wert auf Verzierungen und die Ästhetik gelegt. Die Tresore vor der industriellen Revolution galten als prunkvoll und wurden nicht nur zur sicheren Aufbewahrung genutzt, sondern besonders als schmuckvolles Möbel. Zu finden waren Tresore lediglich beim Adel oder dem Klerus. Tresore waren sehr teuer und nur wenige Menschen besaßen Wertgegenstände, die es sicher aufzubewahren galt.

Erst mit dem Aufkommen der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert änderte sich dies. Durch den wirtschaftlichen Erfolg wurden Unternehmer zunehmend reicher und mussten ihr Hab und Gut schützen. Zudem wurden Tresore aus Metall mithilfe von Dampfmaschinen relativ schnell und kostengünstig hergestellt.

Aufgrund der Verbreitung des Papiergeldes wurde der Feuerschutz wichtiger. Die Kernpunkte der Tresorentwicklung konzentrierten sich auf Funktionalität und Sicherheit. Die schönen Verzierungen, mit denen die Manufakturen die Tresore einst schmückten, waren damit zwar passé, allerdings konnte ein Safe aus Metall deutlich mehr Widerstand gegen Werkzeuge und Feuer leisten.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Tresorarten, beispielsweise Möbeltresore und Feuerschutztresore. Begehbare Tresore, wie sie in Banken eingesetzt werden, sind indes besonders beeindruckend, weil sie komplett gesicherte Räume darstellen. Nicht selten wurden solche Tresorräume schon in Kinofilmen von charismatischen Antihelden ausgeraubt.

Allein der Eingang zum Tresor ist beeindruckend. Quelle: Pixabay

Für den Hausgebrauch reichen allerdings kleinere Geldschränke aus, um diverse Gegenstände vor unbefugtem Zugriff zu schützen. In Tresoren werden viele Objekte gelagert und geschützt:

  • Bargeld
  • Wichtige Dokumente
  • Wertsachen wie Schmuck und Edelmetalle
  • USB-Sticks und Festplatten
  • Waffen

Zum einen sind die Gegenstände zunächst vor Einbrechern sicher. Zum anderen werden die wertvollen oder wichtigen Gegenstände vor Feuer geschützt. Wichtig ist, die Art des Tresors und den Sicherheitsgrad zu beachten. Nicht alle Tresore sind für den gleichen Inhalt nutzbar und gleichermaßen feuerfest. Das hängt sowohl von der Größe als auch von den verwendeten Materialien ab.

Sicherheit ist das A und O beim Tresor

Für erhöhte Sicherheit wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit einem Mehrwandsystem gearbeitet:

  • Die erste Wand ist für den äußeren Schutz gegen Werkzeuge gedacht
  • Die zweite Wand stellt ein weiteres Hindernis für den unbefugten Zugriff dar
  • Der Zwischenraum ist für die Feuerbeständigkeit verantwortlich

Um die Feuerbeständigkeit zu erhöhen, wurde mit zahlreichen Materialien wie Marmor, Porzellan oder Ton experimentiert. Luft ist allerdings das ideale Isoliermedium, um den Innenraum vor Hitze zu schützen. (Grundlagen des Brandschutzes - Knauf.de - Hersteller von Baustoffen und Bausystemen, PDF, 0,8 MB)

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Thermitverfahren (Video) genutzt, um sich Zugang zu verschlossenen Tresoren zu verschaffen. Hiermit konnten die Metallplatten zum Schmelzen gebracht werden, da Temperaturen von mehr als 3.000° C erreicht werden. Bei moderneren Tresoren wurden deshalb chemische Zuschlagstoffe verwendet, um eine flammhemmende Wirkung zu erzielen.

Gegen Werkzeuge haben die Hersteller von Tresoren und Geldschränken immer wieder neue Mittel eingesetzt. Um beispielsweise Bohrer schnell abstumpfen zu lassen, werden Partikel aus Siliciumcarbid in eine Betonfüllung eingearbeitet. Auch gehärtete Stahlrohre mit einer Stahlkugelfüllung werden hierzu verwendet. Dennoch kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Einbrecher Tresore knacken.

Je massiver die Wände der Tresore und je besser die Maßnahmen gegen den Einbruchschutz sind, desto höher ist die Sicherheitsstufe des Tresors. Das ist nicht nur in puncto Sicherheit wichtig, sondern kann relevant für den Versicherungsschutz sein. Der Inhalt des Tresors ist bis zu einem bestimmten Wert versicherbar, wenn die Sicherheitsstufe passt. Hier muss allerdings im Einzelfall mit der Versicherung eine individuelle Vereinbarung getroffen werden. Die Sicherheitsstufen werden in Europa nach den EU-Normen EN 14450 (für S1 und S2) und EN 1143-1 (Grad 0 bis VI) eingeteilt.

Umso besser der Widerstand des Tresors gegen mechanische Einflüsse und Feuer ist, desto höher ist seine Sicherheitsklasse:

In der ersten Sicherheitsstufe ist die Tür doppelwandig und der Korpus sowie das Riegelwerk einwandig. Bei einem Tresor nach Grad II ist die Tür und der Korpus bereits dreiwandig und mit einer umlaufenden Feuerwalz geschützt.

Sicherheitsklasse

Richtwert für die Versicherungssumme (privat)

Richtwert für die Versicherungssumme (gewerblich)

Sicherheitsstufe S1

5.000 Euro

2.500 Euro

Sicherheitsstufe S2

30.000 Euro

2.500 Euro

Grad 0

40.000 Euro

10.000 Euro

Grad I

65.000 Euro

20.000 Euro

Grad II

100.000 Euro

50.000 Euro

Grad III

200.000 Euro

100.000 Euro

Grad IV

400.000 Euro

150.000 Euro

Grad V

Nach Absprache

250.000 Euro

Grad VI

Nach Absprache

250.000 Euro

Die unverbindlichen Richtwerte der angegebenen Versicherungssummen basieren auf den Publikationen der VdS Schadenverhütung GmbH, VdS 0961, VdS 2333 und VdS 3134.

Redaktion

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