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Bummelstreik an der Dresdner Waldschlößchenbrücke

Bummelstreik an der Dresdner Waldschlößchenbrücke

Die Sonne lacht, der Himmel strahlt blau, der Spätsommer hält bestes Bauwetter bereit. Doch auf Dresdens größter Baustelle ist von emsigem Treiben nichts zu bemerken.

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Still ruht der See: Auf der Baustelle für die Waldschlößchenbrücke sind übersichtliche Aktivitäten zu verzeichnen, der geplante Übergabetermin gerät bei diesem Tempo ins Wanken.

Quelle: Sebastian Kahnert

Von Thomas Baumann-hartwig

Nichts ist es mit einer konzertierten Aktion an der Waldschlößchenbrücke, die wenigen Trupps von Bauarbeitern wirken auf dem riesigen Gelände verloren.

Mit zwei Betonpumpen werde die Fahrbahndecke des Brückenbauwerks betoniert, hieß es noch im August von der Bauleitung. Doch nur eine Pumpe steht derzeit auf der Altstädter Seite, erst der dritte Abschnitt der Fahrbahnplatte ist fertig. Bummelstreik auf der Waldschlößchenbrücke - im Streit zwischen dem Bauherren Landeshauptstadt Dresden und den Bauunternehmen sind die Fronten verhärtet.

"Das ist die blanke Erpressung", wird ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung deutlich, "die könnten auch auf Neustädter Seite schon lange drei Segmente betoniert haben. Aber es kostet wahrscheinlich extra, wenn vier statt zwei Bauarbeiter die Schaufel in die Hand nehmen", höhnt er. "Schnelles Bauen kostet gutes Geld", entgegnet ein Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft für die Brücke (Arge) gelassen.

Es geht um Geld, um viel Geld: Rund zehn Millionen Euro sind zwischen der Stadt und der Arge strittig. Die Baufirmen machen unter anderem Nachträge für die Zeitverzögerungen geltend, die es bei Planung und Bau der Waldschlößchenbrücke gegeben hat. Die Stadt hat ohnehin schon erhebliche Mehrkosten hinnehmen müssen. Bis zu 25 Millionen Euro zusätzlich zu den veranschlagten 157 Millionen Euro Baukosten sind eingeplant. Jetzt will der Bauherr auf die Bremse treten - sehr zum Verdruss der Arge.

Die Baufirmen sitzen im Moment am längeren Hebel. Jeder Tag mit bestem Bauwetter, der nahezu ungenutzt verstreicht, bringt den geplanten Fertigstellungstermin der Brücke Anfang Mai 2012 ins Wanken. Der Winter kommt immer näher, wird er streng, kann nicht betoniert werden. Dann ist das Frühjahr 2012 unrealistisch, es darf sogar darüber spekuliert werden, ob die Brücke überhaupt noch 2012 fertig wird.

Ein verspäteter Übergabetermin hätte immerhin den Vorteil, dass die Kraftfahrer auf der Altstädter Seite nicht in eine Baustelle fahren müssen. Bis Ende 2012 soll ein Teilabschnitt der Fetscherstraße ausgebaut werden (DNN berichteten) - es wäre durchaus praktisch, wenn die Zubringerstraße vor der Brücke fertig ist. Nur: 2012 soll auch die Sanierung der Albertbrücke beginnen, die Waldschlößchenbrücke war als Entlastung für die altehrwürdige Elbquerung gedacht.

Technologisch ist es nach wie vor kein Problem, die Brücke bis zum Frühjahr 2012 fertigzustellen. Es müsste nur das Tempo der Bauarbeiten forciert werden. Das wird aber erst geschehen, wenn die Fronten zwischen Stadt und Arge aufgeweicht sind. Geld ist als guter Weichmacher bekannt...

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2011

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