Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Aktuelles Was bei Motorradhelmen zu beachten ist
Mehr Auto & Verkehr Aktuelles Was bei Motorradhelmen zu beachten ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:30 22.06.2018
Schutz auf dem Roller: Hier nutzt ein Mann einen offenen Jethelm als Kopfschutz. Quelle: Christophe Gateau
Unna

Oben ohne wie Peter Fonda einst im Kultstreifen "Easy Rider" - Traum von Freiheit? Nein, denn ohne Helm zu fahren, ist nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich. Aber welche Bauart ist am sichersten, und was kostet das?

"Der Vollvisier- oder Integralhelm ist der Klassiker", sagt Frank Braemer vom Bekleidungs- und Zubehör-Anbieter Polo. "Ein Universalhelm für alle Einsatzzwecke und jeden Motorradtyp, der die größte Sicherheit bietet, weil auch der Kinnbereich komplett geschützt ist." Dieser Helmtyp sei mittlerweile je nach Preis sehr aufwendig ausgestattet, etwa mit Sonnenblende oder sogar einem Funksystem.

Ralf Schefzig wiederum setzt auf den Klapphelm. "Der bietet durch den Klappmechanismus einerseits den Komfort eines Jethelms, etwa, wenn man im Sommer an der Ampel steht und mal durchatmen möchte", sagt der Motorradtrainer beim Auto Club Europa (ACE), "garantiert mir andererseits während der Fahrt aber die Sicherheit eines Vollvisierhelms." Mit hochgeklapptem Kinnteil zu fahren, davon rät Schefzig allerdings ab. Dann erfülle der Helm nicht mehr die ECE-Norm 22/05, die geprüfte Sicherheit im geschlossenen Zustand garantiert.

"Es gibt Klapphelme, die zusätzlich als Jethelm geprüft werden", ergänzt Till Ferges. Der Redakteur des Fachmagazins "Motorrad News" verweist auf die sogenannte P+J-Homologation. Trotzdem rät auch er dann zum Fahren mit geschlossenem Helm. Man könne den Kiefer zwar noch als natürliche Knautschzone sehen, und Verletzungen in diesem Bereich müssten nicht zwangsläufig lebensbedrohlich sein. "Aber ich kenne Personen, die aufs Kinn gestürzt sind - die aus so einem Unfall resultierenden Folgeschäden wünscht man niemandem".

Schefzig glaubt, dass ein offen gefahrener Klapphelm bei einem Sturz gefährlicher werden könne als ein Jethelm. "Bei einem Sturz kann es passieren, dass man mit dem hochgeklappten Kinnteil irgendwo hängenbleibt und sich schlimmste Nackenverletzungen zuzieht."

Offene Jethelme erleben aktuell durch den ungebrochenen Retrotrend der Motorradbranche eine wahre Renaissance. Zum Flanieren auf den Boulevards mag das angehen, für hohe Geschwindigkeiten aber taugt der Jethelm nicht. "Jedes Insekt schlägt dann im Gesicht ein wie ein Stein", so ACE-Mann Schefzig. Und Ferges weiß aus eigener Erfahrung, "dass es statt Insekten auch mal hochgewirbelte Steinchen sein können". Das könne nicht nur schmerzhaft, sondern auch sehr gefährlich sein, wenn man plötzlich für einen Moment abgelenkt ist.

Noch weit weniger Sicherheit bieten sogenannte Brain Caps. Diese Halbschalen enden bereits oberhalb der Ohren, werden aber wegen des lässigen Looks gerade von Chopper-Fahrern gerne getragen. "Lässig vielleicht, zulässig aber auf gar keinen Fall", warnt Schefzig. "Wer von der Polizei erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld rechnen, zudem kann die Weiterfahrt untersagt werden".

Mindestens 100 Euro müsse man für einen guten Jet-, um die 150 Euro für einen Vollvisierhelm anlegen, sagt Schefzig. Ferges hat gerade einen Jethelm getestet, der gar stolze 400 Euro kostet. "Auch eine Frage des verwendeten Materials", sagt der Redakteur. Tipp: Auslaufmodelle von Markenherstellern seien oft wesentlich günstiger, aber nicht unbedingt schlechter als die neuesten Modelle.

Welchen Helm die Biker brauchen, hängt auch vom Einsatzzweck ab: "Wenn man einen 50-ccm-Roller mit 40 km/h Spitze fährt, kann man bereits für 100 Euro einen Helm bekommen, der den Schutzanforderungen entspricht", sagt Braemer. "Kauft man aber ein Hochleistungsmotorrad mit 200 PS, reicht ein solcher Helm mit entsprechend geringer Ausstattung nicht aus". Er rät, sich im Fachgeschäft zu informieren und nicht ungesehen aus dem Internet zu kaufen, "nur weil das Helmdekor zur Maschine passt". Nur vor Ort könne man testen, ob ein Helm wirklich passt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aktuelles Kleine Delle, große Wirkung - Bagatellschäden richtig abwickeln

Eine kleine Unachtsamkeit, die Tür ein Stück zu weit geöffnet, und schon hat man beim Auto nebenan den Lack beschädigt. Eine Bagatelle? Nein, denn auch solche kleinen Schäden können viel Ärger bedeuten und müssen korrekt abgewickelt werden - aber wie geht das?

19.06.2018

Er hat einmal zum Auto gehört wie das Lenkrad und die Hupe. Doch nachdem der Schaltknauf in den letzten Jahren immer öfter dem Automatik-Wählhebel weichen musste, sind jetzt auch dessen Tage gezählt. Zum Abschied drehen die Designer noch einmal richtig auf.

15.06.2018
Aktuelles Integriert oder teilintegriert - Der Weg zum eigenen Wohnmobil

Seit Jahren boomt die Caravaning-Branche, das Durchschnittsalter der Kunden sinkt. Es bleibt aber ein recht teurer Spaß. Wer nun selbst ins eigene Mobil einsteigen will, hat grundsätzlich die Wahl zwischen mehreren Typen. Was ist noch zu beachten?

12.06.2018