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Pädagogen in Dresden halten wenig vom Facebook-Verbot

Pädagogen in Dresden halten wenig vom Facebook-Verbot

Über Facebook lässt es sich wunderbar kommunizieren. Das meinen nicht nur Jugendliche, die "posten" und "liken", was der Computer hergibt. Auch Lehrer machen sich das soziale Netzwerk immer öfter zunutze.

Doch darf ein Pädagoge seinen Schülern die Hausaufgaben per Facebook übermitteln? Nachdem Baden-Württemberg seinen Lehrern verboten hat, sich auf diese Weise mit Schülern auszutauschen (DNN berichteten), arbeitet auch Sachsens Kultusministerium an einer Handreichung für die Lehrer: "Wir sitzen im Moment mit dem Datenschutzbeauftragten und Medienexperten zusammen und beraten über datenschutzrechtliche Dinge und Fragen der Gleichbehandlung", berichtet Sprecherin Susann Meerheim auf DNN-Nachfrage. Nicht jeder Schüler wolle bei Facebook mitmachen. "Wie die Handreichung genau aussieht, ob sie ein generelles Verbot enthält wie in Baden-Württemberg, können wir im Moment noch nicht sagen", betont Meerheim. Mit der neuen Regelung sei zu Beginn des neuen Schuljahres zu rechnen. Sachsens Datenschutzbeauftragter Andreas Schurig hat Zeitungsberichten zufolge schon mal eindringlich gewarnt, dass man bei Facebook nicht wisse, was mit der Datenverarbeitung passiere.

Von dem Vorhaben, die Kommunikation via Facebook einzuschränken, hält Frank Haubitz, Leiter des Gymnasiums Klotzsche und Chef der sächsischen Gymnasiallehrer-Vertretung, nicht viel: "Als Lehrer muss ich mich einklinken in die Medien, die die Jugendlichen nutzen", meint er. Und es funktioniere in Klotzsche ja auch unwahrscheinlich gut. "Wenn unsere Chorleiterin noch schnell eine Information herausgeben will, dass noch eine Chorprobe sein muss, dann nutzt sie nicht den alten Aushang im Schulhaus, sondern Facebook", erklärt Haubitz. Während des Juni-Hochwassers habe er selbst auch überlegt, die Schüler per Facebook zu informieren, ob der Unterricht stattfindet oder ausfällt. "Das ist einfach die beste Möglichkeit", meint er.

Am Gymnasium Dreikönigschule hat es zur Flut bereits eine extra Facebook-Gruppe gegeben. "Auf diese Weise haben Schüler und Lehrer ganz schnell Informationen zum Unterrichtsausfall bekommen", erinnert sich Klaus-Dieter Pursche, bis Schuljahresende Leiter des Gymnasiums Dreikönigschule. Voraussetzung sei natürlich, dass Lehrer und Schüler verantwortungsvoll mit dem Medium umgingen. Er selbst sei auch bei Facebook registriert, nutze das soziale Netzwerk aber nur gelegentlich, sagt der 65-Jährige.

Raissa Spiller, Vorsitzende des Stadtschülerrats, mochte zunächst nur für sich selbst sprechen: "Ich bin auf jeden Fall dafür, dass Lehrer und Schüler über Facebook kommunizieren", betont die 17-Jährige, die ab September die 13. Klasse des Beruflichen Gymnasiums am BSZ für Gesundheit und Sozialwesen besucht. So könne man ganz schnell einen Lehrer erreichen und im Bedarfsfall auch mal eine Aufgabe gemeinsam lösen. "Für diesen Fall würde ich den Status von ,Freunde' auf ,Bekannte' wechseln, denn ich möchte natürlich nicht, dass der Lehrer über mein gesamtes Privatleben Bescheid weiß", erklärt die Schülerin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.08.2013

Katrin Richter

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