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Freies Wlan im Dresdner Alaunpark – Weitere Netze sollen folgen

Freies Wlan im Dresdner Alaunpark – Weitere Netze sollen folgen

Unter dem Namen „Piraten-Freifunk“ ist seit Anfang Juni ein freies Wlan-Netz im Alaunpark in der Dresdner Neustadt in Betrieb. Neben Sonnenschein und einem kühlen Bier kann nun im östlichen Bereich der Grünfläche auch Breitbandinternet genutzt werden.

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Marcel Ritschel von der Piratenpartei surft im Alaunpark.

Quelle: Hauke Heuer

400 Euro Spenden, die die Piratenpartei gesammelt hat, haben das in Dresden einmalige Projekt möglich gemacht. Mit dem Geld konnten die Netzaktivisten in einer Wohnung, die an den Park angrenzt, groß dimensionierte Router installieren, die nun Funkwellen über den Rasen jagen.

„In Russland oder vielen skandinavischen Ländern ist öffentliches Wlan seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Für uns gehört eine freie Internetnutzung zur essentiellen Infrastruktur im öffentlichen Raum. Wir wollen mit diesem Pilotprojekt zeigen, dass die Einrichtung nicht kompliziert ist, rechtliche Fragen gelöst werden können und sich die Kosten in Grenzen halten“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Piratenpartei-Dresden, Marcel Ritschel.

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So sehen die Router aus, die hinter einem Fenster den Dresdner Alaunpark mit freiem Internet versorgen.

Quelle: Hauke Heuer

Wer in Deutschland einen frei zugänglichen Hotspot einrichten möchte, bewegt sich auf rechtlich sehr wackeligem Terrain. In der Bundesrepublik gilt das Prinzip der sogenannten Störerhaftung. Anbieter von freiem Wlan müssen für die Handlungen der Nutzer haften. Sollte also jemand im Alaunpark auf einer Filesharing-Plattform den neuesten Hollywood-Blockbuster herunterladen, müssten theoretisch die Dresdner Piraten dafür gerade stehen. Doch die haben eine Lösung gefunden, sich und die Nutzer rechtlich abzusichern.

„Wir benutzen einen sogenannten VPN-Tunnel in dem die Kommunikationsdaten verschlüsselt werden. Unser Provider Sorglos-Internet verschlüsselt ebenfalls den Internetverkehr,  ist nicht verpflichtet Nutzerdaten herauszugeben und übernimmt im Zweifel vertraglich gesichert die Haftung. So ist es nicht möglich, die Aktivitäten unserer Nutzer mit uns oder ihnen selber in Verbindung zu bringen“, erklärt Ritschel. Was sich kompliziert anhört, ist für die Nutzer ziemlich leicht. Um sich in das Piraten-Netz einzuloggen, braucht es nicht einmal ein Passwort.

Wenn es nach den Dresdner Piraten geht, soll das Netz im Alaunpark nicht das einzige bleiben. „Wir suchen Freiwillige, die in ihrem Fenster einen Router installieren lassen wollen und sammeln über unsere Homepage auch weiter Spenden für den Wlan-Ausbau“, sagt Ritschel. Die favorisierten Orte seien der Albertplatz und die Kreuzung Görlitzer Straße/ Luisenstraße in der Neustadt.

Die Piraten könnten bald nicht mehr die Einzigen sein, die sich um das Thema öffentliches Internet kümmern. Das Sächsische Wirtschaftsministerium hat am 27. Juli eine Förderrichtlinie herausgegeben, die neben dem Breitbandausbau öffentliche Hotspots in touristisch wichtigen Gebieten unterstützt. Laut Ministeriumsunterlagen beträgt die Förderquote bis zum 80 Prozent. „Nun müsste Dresden die Initiative ergreifen und das Wlan ausbauen. Genug Geld ist da und das es technisch möglich ist, haben wir gezeigt“, appelliert Ritschel an die Stadtverwaltung. Im vergangenen Sommer war die Dresdner Linkspartei mit einem Antrag für den Ausbau des öffentlichen Wlan-Netzes im Stadtrat gescheitert.

Hauke Heuer

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