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Zeitreise in die 80er: Bonnie Tyler auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch

Dresden-Konzert Zeitreise in die 80er: Bonnie Tyler auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch

"Have you Ever Seen The Rain?“ – natürlich, mit dem alten John-Fogerty-Hit musste Bonnie Tyler ihr Konzert eröffnen, nachdem Peter Schilling sein Programm begleitet von Güssen gespielt hatte – und etliche tapfere Fans vor der Bühne ausgeharrt hatten, von der zuletzt natürlich Major Tom völlig schwerelos abhob.

Natürlich freundlich und temperamentvoll: Bonnie Tyler.

Quelle: Andreas Weihs

Dreden. "Have you Ever Seen The Rain?“ – natürlich, mit dem alten John-Fogerty-Hit musste Bonnie Tyler ihr Konzert eröffnen, nachdem Peter Schilling sein Programm begleitet von Güssen gespielt hatte – und etliche tapfere Fans vor der Bühne ausgeharrt hatten, von der zuletzt natürlich Major Tom völlig schwerelos abhob.

Dann also die Reibeisenstimme aus Wales. Noch immer tröpfelt es, aber der Stimmung im atmosphärischen Rund der ehemaligen Kurkonzertmuschel tut das keinen Abbruch. Sehr natürlich und freundlich begrüßt die Sängerin das Publikum, man glaubt ihr, dass sie sich freut, da zu sein. Und auch die etwas später erfolgende Lobpreisung Dresdens wirkt ehrlich. Sie habe am Nachmittag eine Tour durch die Stadt gemacht und sei begeistert gewesen. Dabei kennt sie sie ja schon von etlichen Besuchen; und bedankt sich folgerichtig auch für die Loyalität des Publikums. Tatsächlich keine Selbstverständlich angesichts der ziemlich lange zurückliegenden großen Erfolge Tylers, die niemals auf selbst geschriebenen Songs gründeten, sondern stets auf ihrer seit einer Stimmband-Operation nach mindestens einer Flasche Whisky und 20 Zigaretten täglich klingenden Stimme, ihrer Ausstrahlung – und auch der typischen 80er-Jahre-Instrumentierung, die stets ihre Bands prägte.

Das Konzert von Peter Schilling und Bonnie Tyler auf dem Weißen Hirsch.

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Das fällt auch jetzt sofort wieder auf: Gut von John Young gespieltes Keyboard, das jedoch manchmal arg aufgringlich wirkt. 80er eben. Genauso wie das allzu präzise gespielte Schlagwerk von Alex Toff. Warum ein lebender Schlagzeuger, wenn er mitunter klingt wie ein Drumcomputer?

Ein weiteres Merkmal jener Zeit und ihrer Songs war das Pathos. Gerade Stücke von Frauen für ein überwiegend weibliches Publikum erzählten (viel zu) oft von der sinnlosen, aber mit Inbrunst ausgelebten Liebe. „To Love Somebody“ ist ein Beispiel.

Aber bei allem Gekrittele: Der Abend mit dem kleinen Energiebündel macht Spaß! Nicht zuletzt, weil sie so echt und selbstironisch auftritt, Botox lobt, bevor sie „Lost in France“ von ihrer ersten, 1976 erschienenen Hit-Platte anstimmt.

Unter „Greatest Hits“ war das Konzert angekündigt, und obgleich sie anfangs sagte, sie wolle auch einige wenige Stücke von dem aktuellen Album „Rocks and Honey“ spielen, blieb es bei nur einer Kostprobe. Dabei klang „Flat on the Floor“ durchaus gut, der gängige Rock-Rhythmus hätte eigentlich auch Hit-Potential, nur sind die Zeiten heute andere, klingen Hits anders.

Bonnie Tyler wirkt nicht so, als leide sie sehr darunter, sondern vielmehr, als sei sie insgesamt mit ihrem Leben zufrieden. Ein schöner Moment, als sie ihren Ehemann Robert auf die Bühne holt und verkündet, dass sie ihren 44. Jahrestag gefeiert hätten. Überaus sympathisch, wie sie sich bei jedem einzelnen aus ihrem Team bedankt.

Von Beamte Baum

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