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Wüsten-Rock: Rich Hopkins & Luminarios in Dresden

Konzert in der Tonne Wüsten-Rock: Rich Hopkins & Luminarios in Dresden

Rich Hopkins aus Tucson/Arizona ist ein wirklich alter Bekannter in Dresden. Jahrelang, speziell in den Neunzigern, war der Gitarrist und Sänger hier zu Gast und präsentierte seine Platten. Erst nach langer Pause kommt er nun am Montag mit seiner Band Luminarios wieder und bringt seine aktuelle CD mit: „My Way Or The Highway“. Diesmal ist der Jazzclub Tonne Spielort.

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Rich Hopkins

Quelle: PR

Dresden. Barbara Orbison, die leider auch schon verstorbene Witwe des begnadeten Sängers Roy Orbison, lachte laut los. Beim Interview mit den DNN im Berliner Hard Rock Café erwiderte sie einst auf die Frage, ob sich Roy hätte irgendwie gegen Jeff Lynne wehren können, damit seine Lieder der Spätphase nicht so sehr nach Electric Light Orchestra klingen müssten: „No, no! Jeff arbeitet immer nach dem Prinzip ,My way or the highway‘!“. Will meinen: Geht mir aus dem Weg! Ich bin der Produzent!

Dieses kurze Abschweifen stellte sich nach dem Öffnen der Post mit der neuesten CD von Rich Hopkins ein. Denn die heißt „My Way Or The Highway“, erschien im Januar dieses Jahres bei seinem Stammlabel Blue Rose aus Abstatt und klingt in Dresden irgendwie dann doch wie das SOS eines unglücklich Weggetauchten. Denn Hopkins aus Tucson/Arizona zählte in den Neunzigern und ersten fünf Jahren der neuen Dekade zu den Stammrockern in der Stadt. In den Briesnitzer Star Club kam der kraftvolle Gitarrist und Sänger in allen denkbaren Besetzungen: mit seiner Band Luminarios, mit den reformierten Sand Rubies, die auf frühere Zeiten verwiesen, dann mit seiner damals neuen und aktuellen Frau Lisa Novak.

Hopkins brachte den Freunden sandiger Gitarrenmusik jahrelang stabile Freude, überbrückte auch die Sehnsucht nach Neil Young, die sich am Elbufer erst vor wenigen Jahren durch den Meister selbst erfüllte. Auch Hopkins rockt schwer elektrisch, federleicht akustisch, er verleugnet in seinem Schaffen hörbar nie seine Lebenszeit in Paraguay und die Grenznähe Arizonas zu Mexiko. Und er hat so eine intensive Beziehung zu Dresden aufgebaut, dass er als inoffizielle Ehrenbürger von Altbriesnitz galt und für ein Projekt auch ein Dresdner Kinderheim unterstützte.

Platten erschienen in bewundernswerter Regelmäßigkeit. „3000 German’s Can’t Be Wrong“ hieß exemplarisch eine Live-CD von 1998, mitgeschnitten im Land, wo es in Konzerten von Rich Hopkins immer so aussah und klang, als könnte sein Wüstenrock auch genau hier seinen Ursprung haben. Und was war das für eine Freude, als er die MC5-Legende Mike Davis in seine Truppe holte und mit ihm tourte. In Dresden freilich auch.

Der Schnee von gestern ist getaut. Als der Star Club zum Beatpol wurde, gingen ihm auch die vielen Blue-Rose-Künstler aus, weil sich die treuen Fans gen Couch oder Elbradweg umorientierten. Americana-, Rootsrock- und Singer/Songwriter Künstler wie Hopkins, Steve Wynn, Todd Thibault, Elliott Murphy, Chris Cacavas, Ian Matthews oder Julian Dawson, die immer wieder in Dresden gespielt hatten, fehlten seitdem, kamen nur noch selten oder gar nicht mehr.

Aber jetzt! Der inzwischen 69-jährige Rich Hopkins reist erneut an, mit der aktuellen Besetzung seiner Luminarios: Lisa Novak (Gesang, Gitarre, Perkussion) Damon Barnaby (Gitarre), Michael Therieau (Bass), Ernie E. Mendoza (Drums). Und besagter 12-Song-CD „My Way Or The Highway“, einem Rock-Bräter solider Gestalt. Aufgenommen wurde das Album in Austin und Tucson, zu den Gastmusikern gehören Bassist George Reiff aus der Band von Joe Walsh und Alejandro Escovedos Gitarrist Jon Sanchez. Lisa Novak, selbst ja mit eigenen Songs unterwegs, singt hier auch solo.

Vielleicht machen sie sich noch einmal auf, ein paar der alten Fans. Vielleicht mit den Kindern, die das Hör-Gen des unprätentiösen Gitarrenrocks geerbt haben oder damals Vater erwischten, als er neben der alten Kommode im Schlafzimmer kniete und zu Rich Hopkins Luftklampfe spielte. Wie ein Weltmeister.

Rich Hopkins & Luminarios, Montag, 20 Uhr, Jazzclub Tonne

Von Andreas Körner

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