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Versmaß aus Zuckerwatte: das Dresdner Quartett Pantoum

Versmaß aus Zuckerwatte: das Dresdner Quartett Pantoum

Ein malaiisches Versmaß, vier Musikstudenten aus Dresden und Songs voller Sehnsucht, das alles lässt sich lockerleicht in dem Wort Pantoum zusammenfassen. Als sich Inez Schaefer, Christoph Hutter, Katharina Lattke und Marius Moritz im Jahr 2010 an der Jazz-/Rock-/Popabteilung der Dresdner Hochschule für Musik (HfM) unter diesem Namen zu ihrer ersten Probe zusammenfanden, ahnten sie allerdings noch nicht, wohin sie ihr gemeinsamer Weg einmal führen wird.

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"Wir lachen auch mal auf der Bühne", sagen Pantoum über sich selbst. Nicht nur da, wie man sieht.

Quelle: René Limbecker

"Ich wollte damals eine Pop-Band gründen, einfach etwas eigenes machen - und das hat sich in den zweieinhalb Jahren dann plötzlich total krass entwickelt", erzählt Schlagzeugerin Katharina Lattke.

Inzwischen arbeitet das Quartett an seinem ersten gemeinsamen Album. Unter dem Titel "Puzzle" werden darauf neun bis zehn waschechte Pantoum-Songs zu hören sein. Ein Querschnitt ihrer Musik aus den vergangenen eineinhalb Jahren. Den Stil beschreibt jeder der Musiker ein wenig anders. Für den Bassisten Christoph Hutter (26) ist es schlicht "ein Mix aus Jazz und Pop mit weiblichem Gesang", Sängerin Inez Schaefer (23) meint: "Songs, Jazz-Pop und unser Bild, das sagt schon vieles", und Schlagzeugerin Katharina Lattke (26) findet, dass eine "angenehme Melancholie" in ihren Songs hörbar wird, "eine leichte Schwere, vielleicht ein bisschen wie Zuckerwatte". Unwillkürlich fragt man sich, was wohl Keyboarder Marius Moritz (23) dazu gesagt hätte, wenn er zum Interview nicht gerade mit einem anderen Projekt unterwegs gewesen wäre.

Zuckerwatte aus Musik, dieser Vergleich stößt jedenfalls dann auch beim Rest der Band auf Wohlgefallen. "Ja, unser Album ist wie 1000 Tonnen Zuckerwatte", stimmt Inez Schaefer zu. Die träumerischen Songs stammen alle samt aus der Feder von ihr und Katharina Lattke. Sie erzählen von kleinen Begebenheiten und großen Erfahrungen des alltäglichen Lebens, wie zum Beispiel von Erinnerungen an eine Fernbeziehung oder einem Auslandssemester in Oslo. In den musikalischen Arrangements trifft technische Präzision auf viel Raum für - mitunter auch ungewöhnliche - Improvisationen. Da dient durchaus mal eine Wasserschale als Schlaginstrument, während Schaefers Stimme in angenehmer Zartheit durch die unterschiedlichsten Songlandschaften führt.

Kein Wunder, dass die vier ihr Publikum faszinieren. Bis nach Tschechien, Frankreich und Norwegen führten sie ihre gemeinsamen Konzerte in den vergangenen zwei Jahren schon. Besonders stolz sind sie auf die Auftritte beim Døla Jazzfestival in Lillehammer sowie beim Bohemia Jazz Fest in Prag im vergangenen Jahr. Doch auch in Deutschland sind Pantoum auf Tour, spielten 2013 im Schnitt etwa drei Konzerte pro Monat, unter anderem in München, Jena oder Erlangen.

Nach ihrem letzten Auftritt vor der Sommerpause in den Deutschen Werkstätten Hellerau Mitte Juli hat die Planung des zweiten Halbjahres begon- nen. Das bedeutet, nicht nur neue Songs, sondern auch viele, viele Mails schreiben. "Es ist verrückt, wie viel Zeit man oft vor dem Computer verbringt, um Konzertorte und Festivals zu recherchieren", sagt Katharina Lattke.

Pantoum erledigen dies alles derzeit noch in Eigenregie. Auch die Produktion des Debütalbums lag ganz allein in ihren Händen. Label? Nein, viel zu kompliziert, finden die Studenten. Mithilfe der Internetplattform Startnext hat das Quartett stattdessen auf eigene Faust Geld für das CD-Projekt gesammelt, binnen vier Monaten Songs eingespielt, arrangiert, abgemischt. "Wir sind jetzt dabei, die letzten Feinheiten zu richten, spätestens im Herbst soll das Album erscheinen", sagt Lattke. Der Titel "Puzzle" steht auch für viele Einzelteile, die sich am Ende zu einem Ganzen fügen. So wie beim malaiischen Versmaß Pantoum, das dem Quartett seinen Namen gab. Da werden die zweite und vierte Zeile der ersten Strophe, zur ersten und dritten der darauffolgenden Strophe, bis daraus ein lyrisches Gerüst aus Entwicklung und Wiederholung entsteht. In ihren Songs wird diese Technik zu Dichten allerdings nicht angewandt. Es geht eher um die Philosophie, die dahinter steckt: einfach besonders eben, so wie Zuckerwatte.

@http://www.pantoum-music.com

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.08.2013

Nicole Czerwinka

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