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„Umsonst & draußen“ ab Donnerstag an der Garnisonkirche

Flanschrockfestival in Dresden „Umsonst & draußen“ ab Donnerstag an der Garnisonkirche

„Art der Kultur“ heißt der unveränderbare Name eines Vereins, der Dresden eines der beliebtesten Festivals für junge Leute von 20 bis 40 beschert. Zielgruppe sind genau jene dieser Kohorte, denen die meisten Festivals des terminlich überbordenden Kulturkalenders der Landeshauptstadt egal sind (oder sein müssen).

Kosten-, aber garantiert nicht wirkungslos: Den Höhepunkt liefern am Freitag Kaltfront – im Gepäck die neue Scheibe.

Quelle: Marios Karapanos

Dresden.  „Art der Kultur“ heißt der unveränderbare Name eines Vereins, der Dresden eines der beliebtesten Festivals für junge Leute von 20 bis 40 beschert. Zielgruppe sind genau jene dieser Kohorte, denen die meisten Festivals des terminlich überbordenden Kulturkalenders der Landeshauptstadt egal sind (oder sein müssen). Diese bekommen nun das zehnte kostenfreie Flanschrockfestival quasi geschenkt, welches sich „Umsonst & draußen“ nennt und vom 13. bis 15. Juli an der Dresdner Garnisonkirche an der Stauffenbergallee neben dem so genannten Landesfunkhaus stattfindet.

Damit kehren die Veranstalter wieder an den beliebtesten Ort ihrer Geschichte zurück. Und das nach zwei Ausflügen gen West im Hechtpark und gen Ost oberhalb der Waldschlösschenbrücke. Somit wird das Fest viel verkehrsgünstiger und besser fußläufiger zu erreichen sein als bei der achten und neunten Edition. Und damit werden sicher mehr Zuschauer kommen.

So bleibt der Dresdner Ableger des anno 2008 erstmals aus dem Westen der goldenen Siebziger eingeführten Importes, welches auch heuer noch (vor allem rings um die bayrische Drittligastadt Würzburg) wie wahnsinnig boomt und vom Dresdner Veranstalter wie gewohnt auf ihrem Kalenderplatz am dritten Juliwochenende verortet wird. Es trotzt beinhart sowohl den Sommerferien der sächsischen Grund- und Oberstufenschulen als auch dem Scheune-Schaubudensommer und den Film- wie Popmusiknächten am Königsufer. Und setzt statt Eintritt auf das Prinzip: Teile, tausche, spende, schenke und trinke (draußen aus – und drinnen mehrfach neu – allein für den edlen Zweck der Refinanzierung). Also: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jede nach ihren Bedürfnissen.

Kostenlos, aber nicht umsonst

Von Donnerstag bis Sonnabend heißt nun der Leitspruch laut Netzpräsenz: „Yeah! Wir werden 10!“ Die Organisatoren spüren, wie „langsam, aber unaufhaltsam erregende Vorfreude von uns Besitz ergreift“. Diese würden sie gern beim Aufbau von je zwei Bühnen und Bars und Spiel- und Chillzone mit weiteren Ehrenamtlichen teilen – insgesamt sollen es über 60 Helfer werden. Das geht spontan mittels Anmeldung und per „Dekobasteln, Auf- oder Abbau, Bierzapfen oder Einlassen“. Der Einlass sollte erstmals am Donnerstagabend um 21 Uhr abgeschlossen sein. Denn da startet „Umsonst und draußen“ wie gewohnt mit Livevertonung von (Stumm-) Kurzfilmen.

Für Freitagabend (von 19 bis 24 Uhr) setzen gewöhnlich die Gastgeber mit ihrer Flanschrock-Combo „die Flanschies“ selbst den musikalischen Höhepunkt. Doch diesmal hat man eigens dafür die DDR-Punkrock-Legende Kaltfront gebucht – und zwar nicht als Wetterprognose.

Noch ist der genaue Ablaufplan geheim, aber wer ab um Neune da ist, sollte dies nicht verpassen – zumal vor Ort deren neue Scheibe „wenn es dunkel wird“ endlich als Vinyl zu haben sein wird. Mit Wrest. und Elektrik Farm spielen zwei weitere Dresdner Bands am Freitagabend.

Am Sonnabend, getarnt als Familientag, gibt es neun Stunden Livemusik auf zwei Bühnen. Das spart Pausenzeiten. Die Heavy-Barden von John Matrix liefern dann den Lokalkolorit. Weitere Interesse dürften aber auch Folkpunker Johnny Campbell aus Manchester, Antifolker Tim Loud aus London, Dáša Fon Fl‘aša aus Slowenien und die angejazzte Berliner Arbeitsgemeinschaft Form erregen. Diese sind eingebettet in weitere Berliner Musikimporte: Sam & Sara, Dysnea Boys, The Smokin‘ 44s sowie Shirley Holmes geben sich ein munteres Stelldichein hauptstädtischer Art.

Pflichttermin für sub- wie soziokulturelle Verantwortungsträger

Wie nach der neunten Folge hier angemahnt, die sich im Vorjahr mit „Eintritt für lau und trotzdem WOW!“ überbeschrieb, ist diese Art auch ohne Häppchen und Sektchen ein Pflichttermin für sub- wie soziokulturelle Verantwortungsträger auf Klientelrecherche. Ein weiterer Wunsch wird nicht erfüllt: Die Flanschies spielen nicht als Schlusspunkt, sondern wie bewährt am Freitag zur Eröffnung – kostenlos und draußen, aber nicht umsonst.

„Umsonst und draußen“ an der Garnisonkirche am 13. Juli (ab 21 Uhr), 14. Juli (19 bis 24 Uhr), 15. Juli (15 bis 24 Uhr).

artderkultur.de

Von Andreas Herrmann

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