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Theaterplatz wird Gräberfeld: Fotoausstellung zum Dresden-Preis

„Lampedusa 361“ Theaterplatz wird Gräberfeld: Fotoausstellung zum Dresden-Preis

Der Dresdner Theaterplatz wird vom 10. bis 14. Februar zum Ort für eine ungewöhnliche Fotoausstellung. Die Installation „Lampedusa 361“ soll in 90 Fotografien auf großformatigen Matten die Gräber von gestorbenen Flüchtlingen zeigen. Es sind Kinder, Frauen und Männer, die bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertranken.

Eins der zahlreichen anonymen Nummerngräber auf Sizilien, in denen umgekommene Flüchtlinge begraben wurden.

Quelle: Carsten Sander

Dresden. Der Dresdner Theaterplatz wird vom 10. bis 14. Februar zum Ort für eine ungewöhnliche Fotoausstellung. Die Installation „Lampedusa 361“ soll in 90 Fotografien auf großformatigen Matten die Gräber von gestorbenen Flüchtlingen zeigen. Es sind Kinder, Frauen und Männer, die bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertranken und ihre letzte Ruhe auf sizilianischen Friedhöfen gefunden haben. Viele der Opfer konnten nicht identifiziert werden und wurden deshalb in anonymen Nummerngräber begraben. Die Fotos entstanden auf 25 Friedhöfen von Lampedusa bis Agrigent, von Corleone bis Catania, von Palermo bis Syrakus.

Anlass für die Ausstellung ist die Vergabe des Dresden-Preises am 12. Februar ab 11 Uhr in der Semperoper. Der Friedenspreis, der vom Verein Friends of Dresden Deutschland vergeben und von der Klaus-Tschira-Stiftung finanziell unterfüttert wird, geht 2017 an Domenico Lucano, der als Bürgermeister von Riace in Kalabrien ein einzigartiges Modell des Willkommens für Flüchtlinge geschaffen hat.

Zu den gezeigten Fotos gehört auch das des Grabes der Familie Gelardi in Agrigent. Das Ehepaar Amalia und Guiseppe Gelardi hatte im Oktober 2013 Kiflay Wegahta aus Eritrea in ihrem Familiengrab bestattet. Als am 3.10. 2013 vor Lampedusa 368 Flüchtlinge ertranken, wandte sich das Ehepaar Gelardi an die Behörden in Agrigent. Sie fragten an, ob sie einen Flüchtling aufnehmen könnten, einen toten, in ihr Familiengrab. Für diese menschliche Geste erhalte das Ehepaar einen mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis, teilte der Verein am Freitag mit.

Von DNN

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