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Schiffspokal aus verschollenem Ratsschatz

Rückkehr nach Dresden Schiffspokal aus verschollenem Ratsschatz

In den Wirren kurz nach Kriegsende verschwand auch Dresdens Ratsschatz. Ein Schiffspokal, der dazu gehört, tauchte 2016 bei einer Kunstmesse in den Niederlanden auf, dann folgte ein juristisches Tauziehen. Nun kehrt der Pokal aus einer Bremer Galerie nach Dresden zurück. Ein Vergleich von knapp 150 000 macht’s möglich.

Das Dresdner Stadtmuseum

Quelle: Dietrich Flechtner/Archiv

Dresden/Bremen. In den Wirren kurz nach Kriegsende verschwand auch Dresdens Ratsschatz. Ein Schiffspokal, der dazu gehört, tauchte 2016 bei einer Kunstmesse in den Niederlanden auf, dann folgte ein juristisches Tauziehen. Nun kehrt der Pokal aus einer Bremer Galerie nach Dresden zurück. Ein Vergleich von knapp 150 000 macht’s möglich.

Die Rückführung beendet damit eine auch juristisch geführte Auseinandersetzung zwischen Galerie und Dresdner Museen. Das Bundeskriminalamt (BKA) Wiesbaden war im März 2016 auf der European Fine Art Fair in den Niederlanden auf den Pokal gestoßen, wo er von der Bremer Galerie für 230 000 Euro angeboten worden war (DNN berichteten). Es handelt sich dabei um eine sogenannte Goélette, die um 1610 in Nürnberg vom Goldschmiedemeister Tobias Wolff gefertigt wurde.

Der Pokal 2016 in der Asservatenkammer der Bremer Polizei

Der Pokal 2016 in der Asservatenkammer der Bremer Polizei

Quelle: Archiv

Porstmann wollte damals bereits Kontakt mit dem Händler aufnehmen, wandte sich dann aber auf Rat des BKA an die Abteilung für Sondereigentumsdelikte beim Landeskriminalamt Sachsen, wo er eine Strafanzeige wegen Verdachts der Hehlerei stellte. Damit begann ein juristisches Ringen mit der Galerie Neuse, die ihrerseits den Pokal für gut 100 000 Euro beim Auktionshaus Christie’s erworben hatte.

Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren eingestellt, ebenso sei ein Zivilverfahren beim Landgericht Bremen für die Dresdner Seite gescheitert, sagte Rechtsanwalt Eberhard Lohmann, der die Galerie vertritt. Erst nachdem auch ein Hauptsacheverfahren nicht zustande kam, sei von Dresdner Seite das Gespräch gesucht worden. Er habe aber Verständnis für Porstmanns Vorgehen, sagte Lohmann. „Wir hegen hier keinen Groll gegen die Dresdner.“

Vor allem ist es der Vermittlung von Martin Hoerner zu danken, dass der Vergleich zustande kam. Hoerner ist Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die auch die Hälfte der Summe des Rückkaufs aufbringt. Die andere Hälfte kommt von der Stadt Dresden, der Volker-Homann-Stiftung, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und den Museen der Stadt Dresden.

Nach seiner Rückkehr soll der Schiffspokal der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein Termin steht noch nicht fest.

Von Torsten Klaus

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