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Sabine Fiedler-Mohrmann inszeniert in Dresden orientalisches Papiertheater

Märchenspiel und Sprachübung Sabine Fiedler-Mohrmann inszeniert in Dresden orientalisches Papiertheater

Sabine Fiedler-Mohrmann hat eine internationale Gruppe zusammengeführt und gemeinsam mit den Freunden der Puppentheatersammlung Dresden e.V. das liebevolle Projekt „Die unglückliche Frau und der Bettler“ ins Leben gerufen. Dabei heraus das orientalische Papiertheater „Die unglückliche Frau und der Bettler“.

Szene aus „Die unglückliche Frau und der Bettler“

Quelle: Gabriele Gorgas

Dresden. Wer etwas Gutes bewirken will und auch willens ist, dabei den eigenen Weg zu gehen, der schafft es hoffentlich so oder so ans Ziel zu kommen. Selbst, wenn die Hürden noch so groß sind und beantragte öffentliche Förderungen schmerzhaft ausbleiben. Da kann man persönliches Durchhaltevermögen zeigen, und das überzeugt eben auch andere, weiter dranzubleiben. Wie zum Beispiel die vielseitige Künstlerin Sabine Fiedler-Mohrmann, die in Dresden bereits mit diversen engagierten Projekten zu erleben war. Besser gesagt, sie selbst ist dabei mehr im Hintergrund geblieben, derweil sie jene, mit denen sie über lange Zeiträume zusammenarbeitet, spürbar dazu ermutigt hat, in Ausstellungen, vor Publikum oder vor der Kamera aufzutreten.

Ihr jüngstes Projekt, für das sie sich fast ein halbes Jahr Zeit genommen hat – die Teilnehmer aus Syrien, Libanon und Eritrea haben sich regelmäßig in ihrem Atelier getroffen – bewirkt im gemeinsamen Gestalten wie auch Papiertheaterspiel, dass die Gruppe spürbar ihre deutschen Sprachkenntnisse verbessern und anwenden kann. Wovon sich nun ebenso das Publikum im Museum für Sächsische Volkskunst überzeugt hat. Das „Abweichen“ von der verständlichen Sprachbrücke zum Publikum wird im Spiel zuweilen auch rigoros korrigiert: „Sprich Deutsch!“ Und dieser Tonfall passt dann gut zu dem orientalischen Märchen „Die unglückliche Frau und der Bettler“. Geht es doch um einen gelangweilten Herrscher, der seinen Untertanen im Lande verbietet, Bittstellern mit Almosen zu helfen. Ein Zuwiderhandeln solle mit dem Abschlagen der Hände geahndet werden.

Eine grausame Order, die Barmherzigkeit bestraft und zugleich dafür sorgt, dass sich Spitzelei wie auch Verrat ausbreiten. Und überhaupt bietet die Geschichte viele Überraschungen. Letztlich sorgen zwei „geschenkte Brote“ in menschlicher Gestalt dafür, dass die zunächst ob ihrer Güte misshandelte, dennoch erhobene und schließlich als zu fleißige Gattin verstoßene Herrscherin ihre Hände und ein glückliches Auskommen wiederfindet. Dann tanzen die Figuren. Und alle in dem kleinen Aufführungssaal im Jägerhof sind froh und glücklich über das gute Ende.

Ein liebenswertes Projekt, eingeladen von den Freunden der Puppentheatersammlung Dresden e.V., das sicher nicht zwingend ein hochprofessionelles Spiel bietet, aber dennoch die Geschichte mit bildhaften, spielerischen, sprachlichen, musikalischen Mitteln zu erzählen weiß. Und das mit recht eigenwilligen Figuren im abstrahierten Bühnenbild. Was die kleinen wie auch großen Besucher deutlich zu würdigen wissen. Wobei ebenso der „Langzeiteffekt“ bei den Spielern eine wichtige Rolle spielt. Es sind Hewit Habte, Nivine El Hamouch Ahmad Almahamid, Taher Altaher, Lilyan Aldiban und Rita Ahmad, begleitet von dem Musiker Obeid Alyousef. Vielleicht sieht man sie irgendwo, irgendwann wieder. Dann wird man sich erinnern.

Von Gabriele Gorgas

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