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SLUB erwirbt den Nachlass des Dresdner Kreuzorganisten Herbert Collum

Erkenntniszuwachs aus 27 Kisten SLUB erwirbt den Nachlass des Dresdner Kreuzorganisten Herbert Collum

Die Sächsische Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hat von der Familie den umfangreichen Nachlass des einstigen Dresdner Kreuzorganisten Herbert Collum erworben. Dazu gehören Autographe des umfassenden Œuvres.

Dr. Barbara Wiermann, Leiterin der Musikabteilung der SLUB Dresden, präsentiert ein Collum-Werk aus dem Nachlass.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die Sächsische Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hat von der Familie den umfangreichen Nachlass des einstigen Dresdner Kreuzorganisten Herbert Collum erworben. Dazu gehören Autographe des umfassenden Œuvres. Collum war nicht nur Organist, Cembalist, Pianist, Chorleiter und Dirigent, sondern hat zudem als Komponist ein äußerst breites Spektrum an Werken hinterlassen. Das jetzt in der SLUB lagernde Konvolut beinhaltet zudem eine Sammlung von Plakaten, kontinuierlich aufbewahrte Programmhefte, biografische Dokumente, mehrere Leitzordner mit Musikkritiken sowie dienstliche und private Korrespondenzen.

Mauersberger war 1930 in das Amt des Kreuzkantors berufen worden und übte es bis zu seinem Tod 1971 aus. Herbert Collum, gebürtiger Leipziger, wurde 1935 Dresdens Kreuzorganist – eine schon damals hoch angesehene Position – und blieb es, bis er 1982 im Alter von nur 67 Jahren starb. Das Verhältnis zwischen beiden war von Höhen und Tiefen geprägt, beider Leben und Wirken aber galten immer der Musik.

35 Jahre nach Collums Tod verfügt die SLUB jetzt mit dem Nachlass über einen großen Wissensschatz. Dazu gehören Autographe seines umfassenden Œuvres. Collum war nicht nur Organist, Cembalist, Pianist, Chorleiter und Dirigent, sondern hat zudem als Komponist ein äußerst breites Spektrum an Werken hinterlassen, die nur in seltenen Fällen gedruckt vorliegen, aber erkennen lassen, wie aufgeschlossen sich Herbert Collum den ästhetischen und kompositorischen Richtungen seiner Zeit gegenüber zeigte. Das jetzt in der SLUB lagernde Konvolut beinhaltet zudem eine Sammlung von Plakaten, kontinuierlich aufbewahrte Programmhefte, biografische Dokumente und mehrere Leitzordner mit Musikkritiken. Von besonderem historischem Wert sind private und dienstliche Korrespondenzen über die Bedingungen des Dresdner Musiklebens zu Zeiten des Nationalsozialismus und der DDR. Und 250 Tonbänder liegen vor, auf denen Uraufführungen der eigenen Werke, Orgelkonzerte und Aufführungen des von ihm gegründeten Collum-Chores mitgeschnitten wurden.

Eines der von Herbert Collum nachgelassenen Plakate

Eines der von Herbert Collum nachgelassenen Plakate.

Quelle: Dietrich Flechtner

Angesichts der Tatsache, dass Herbert Collum in verschiedenen politischen Systemen gelebt hat, kann sein umfangreiches, privates Archiv als Forschungsgrundlage nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Nachlass biete nun die Möglichkeit, an seiner Person ein Stück Musikgeschichte von der NS-Zeit bis in die DDR hinein nachzuzeichnen, freut sich der Dresdner Musikwissenschaftler Dr. Wolfgang Mende. Nachvollziehbar sei so auch die Verflechtung des Musikers in den jeweiligen Regimen.

Für die Erschließung, Bearbeitung und Digitalisierung des Archiv-Materials für Wissenschaftler, Musiker und Interessierte müssen nun Drittmittel beantragt werden.

Finissage der Ausstellung „800 Jahre Kreuzchor?“: Herbert Collum im Zentrum: 7. März, 19 Uhr Vortragssaal, Zentralbibliothek

Kerstin Leiße

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