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Roland Kaiser im Interview

“Grenzenlos“ im Dresdner Kulturpalast Roland Kaiser im Interview

Zur Eröffnung des Kulturpalastes haben sich die Dresdner Philharmonie und Roland Kaiser zu einem besonderen Projekt zusammengefunden. Gemeinsam mit dem Orchester hat der Schlagerstar die dreiteilige Konzertreihe „Grenzenlos – Roland Kaiser und die Dresdner Philharmonie“ erarbeitet. Die DNN sprachen vorab mit Roland Kaiser.

Roland Kaiser zeigt sich im Kulturpalast im klassischen Gewand.
 

Quelle: PR

Dresden.  Zur Eröffnung des Dresdner Kulturpalastes haben sich die Dresdner Philharmonie und Roland Kaiser zu einem besonderen Projekt zusammengefunden. Gemeinsam mit dem Orchester hat der Schlagerstar die dreiteilige Konzertreihe „Grenzenlos – Roland Kaiser und die Dresdner Philharmonie“ erarbeitet. Mit „Grenzenlos“ legt Roland Kaiser dem Kulturpalast außerdem ein Lied in die Wiege, das eigens zur Eröffnung des neuen Konzertsaals komponiert wurde. Die DNN sprachen vorab mit Roland Kaiser.

Worum geht es in „Grenzenlos“?

Es geht um die Tatsache, dass sich der Kulturpalast als offenes Haus empfindet für alle Menschen, alle Meinungen, alle Richtungen. Das ist auch der Inhalt dieses Songs und die Aussage des Konzertes: Offen sein für alle Kulturen, alle Menschen, alle Farben, alle Denkweisen und alle Religionen. Es geht darum, die Grenzen in den Köpfen der Menschen zu überwinden.

Was erwartet die Zuschauer im Kulturpalast?

Lieder von mir in klassischem Gewand. Unser Autor hat einen interessanten Denkansatz eingebaut. Das ist sehr mutig.

Inwiefern mutig?

Die Überleitungen von großen Klassikern zu meinen Songs – von Händel und Wagner zum Kaiser zu kommen. Das finde ich mutig. Es ist spannend, aber es geht. Es ist interessant, meine Musik in einer solchen Aufführungsform zu hören. Gemeinsam mit dem Orchester, den Mitgliedern des Chores und einigen Musikern stehen insgesamt 150 Leute auf der Bühne – das ist schon ein gewaltiger Klangkörper.

Also ist auch der Kaiser mal aufgeregt vor einer Show?

Ja, so etwas hat sicher auch noch nicht jeder Künstler in seinem Leben erlebt. Zumal wir hier auch nach Dirigat spielen. Das tun die Philharmoniker sowieso – meine Band und ich müssen uns dem anpassen. Es wird spannend, ich freue mich sehr.

Haben Sie noch persönliche Erinnerungen an den Kulturpalast?

Na klar, ich habe damals oft dort gespielt. Ich erinnere mich besonders an die Breite der Bühne, das war immer schwer zu beschallen. Aber der Kulturpalast ist ein schönes Haus mit großer Tradition. Außerdem hatte ich dort die ersten Konzertkontakte mit dem Dresdner Publikum.

Sie machen keinen Hehl daraus, dass Sie ein politischer Mensch sind. Warum singen Sie keine politischen Songs?

Weil ich das sauber voneinander trenne. Leute, die zu meinen Konzerten kommen, sind da, weil sie Unterhaltung suchen, also eine Form von Entspannung. Mein Auftrag ist es, sie zu unterhalten. Wenn ich ein politisches Statement abgeben möchte, dann mache ich das in Wortform an geeigneter Stelle, so wie damals bei Ihnen auf dem Neumarkt in Dresden. Ich fand das damals sehr wichtig und war das der Stadt schuldig.

Würden Sie andere Schlagerkünstler ermutigen, sich politisch zu engagieren?

Ich will die Menschen nicht belehren, jeder muss seinen eigenen Weg finden. Wenn mir Dinge wichtig sind und sie sagen möchte, tue ich das. Wenn andere das nicht wollen, ist es ihr gutes Recht. Ich sage meine Meinung. Das gehört für mich zum Leben als Künstler dazu. Das sollte aber jeder für sich entscheiden, ich bin ja nicht der Lehrmeister von anderen Kollegen.

Wurden Sie damals auch von Dresdner Fans angefeindet?

Ich schaue mich nicht, sagen wir, nach „Heckenschützen“ um. Meine Frau hat mir erzählt, dass es viele Shitstorms in den sozialen Netzwerken gab und viele böse Kommentare. Die interessieren mich aber nicht, und davon kann ich mich nicht abhängig machen. Man muss damit leben, dass andere Menschen ihre Meinung haben. Und wenn sie die Form wählen, beleidigend zu werden, ist es mir egal. Ich muss mich dem nicht anpassen.

Denken Sie eigentlich, dass im deutschen Radio zu wenig Schlager gespielt wird?

Auch da bewege ich mich auf dem Boden der Vernunft. Jeder Rundfunksender muss das selbst entscheiden, er hat Programmhoheit. Das ist auch gut so. Wenn die Programmleiter der Meinung sind, sie sollten keinen Schlager spielen, dann eben nicht. Der Markt und die Menschen draußen sagen etwas anderes. Irgendwann müssen die Programmleiter dem Druck der Zuhörer nachgeben. Aber das muss der Zuhörer selbst erreichen.

Wie erklären Sie sich diese ganz spezielle „Liebesbeziehung“ zu Dresden?

Sie sind etwa die Hundertste, die mir diese Frage stellt (lacht). Ich weiß es nicht. Ich will es auch gar nicht analysieren. Es ist ein wunderbares Zusammenspiel von verschiedenen Dingen. Als ich das erste Mal nach Dresden kam, habe ich mich in die Stadt verguckt. Es kann sein, dass mich Ihre Stadt nicht ganz unsympathisch findet. Verschiedene Sachen kamen zusammen – nun ist es, wie es ist. Jetzt lebe ich damit und freue mich darüber.

Hatten Sie 2010 nach Ihrer Erkrankung eigentlich einen Moment, an dem Sie aufgegeben haben? Haben Sie gedacht, „Das war es jetzt mit dem Singen“?

Nein, ich habe fest daran geglaubt, wiederzukommen. In mir war das ziemlich klar. Ich habe gewusst, es braucht seine Zeit. Es hat ein Jahr gedauert, dann war ich wieder da. Jetzt erfreue ich mich bester Gesundheit, und weiter geht’s!

Hätten Sie eigentlich einen Plan B gehabt?

Nein, da ich nur an Plan A geglaubt habe, gab es auch keinen Plan B.

Haben Sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, Ihren Lebensmittelpunkt nach Dresden zu verlegen?

Offen gesagt nicht, nein. Das wird ja oft spekuliert. Meine Frau und ich haben gesagt, wenn wir mal umziehen wollten, dann wäre Dresden sicherlich eine Alternative – aber so richtig ernsthaft haben wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht. Unser Lebensmittelpunkt ist in Münster.

„Grenzenlos – Roland Kaiser und die Dresdner Philharmonie“, 4., 5. und 6. Mai, jeweils 19.30 Uhr im Kulturpalast

Von Juliane Weigt

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