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Richard David Precht spricht in Dresden über die Entfremdung von Mensch und Tier

Für Tiere sind Menschen verheerend (für Menschen auch) Richard David Precht spricht in Dresden über die Entfremdung von Mensch und Tier

„Jedem Menschen ist Denken erlaubt, aber den meisten bleibt es erspart.“ Für solche Sätze liebt das Publikum den Philosophen Richard David Precht. Am Dienstag gab er in Dresden ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung ab, weil sie diesen Planeten mehr zerstört als alles andere.

Richard David Precht im Dresdner Hygienemuseum

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Politiker dürften gelb vor Neid werden: Dieser Mann kann blitzgescheit formulieren, stammelt nicht haufenweise Äh’s zwischen die Worte, obendrein sieht er gut aus und ist ein Publikumsmagnet. Der größte Unterschied aber: Dieser Mann kennt sich aus und hat was zu sagen. Sein Name: Richard David Precht.

Dieser Name sorgt regelmäßig für ausverkaufte Säle. So auch am Dienstag im Hygiene-Museum, wo der Philosoph im Gespräch mit dem Biologen Cord Riechelmann in der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung „Tierisch beste Freunde“ zu Gast gewesen ist. Das Interesse an diesem Thema war riesig, was sicherlich mit am jüngsten Precht-Bestseller „Tiere denken! Vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen“ lag.

Wer sich derart positioniert wie der 1964 geborene Precht, kann sich gegen Zuspruch so wenig wehren wie gegen Vereinnahmung und erfährt jede Menge Kritik. Das Dresdner Publikum aber war ganz auf Seiten des smarten Professors. Es liebt ihn für Sätze wie diesen: „Jedem Menschen ist Denken erlaubt, aber den meisten bleibt es erspart.“

Damit zielt der bekennende Aufklärer nicht auf griffige Pointen, sondern auf den ureigensten Gegenstand aller Philosophie. Dieses „Erkenne dich selbst“ soll eben nicht jedwedes Umfeld ausblenden, in dem das menschliche Selbst nur ein geringes Teilchen ist. Die „Krone der Schöpfung“ schon gar nicht.
Mitunter sind es recht provokante Gedanken gewesen, die an diesem Abend formuliert wurden. Dass der Mensch nur ein Biokatalysator für Energie- und Stoffumsätze sei, klang schon arg despektierlich. Ebenso schonungslos wies Precht Arten- und Tierschützer als „natürliche Feinde“ aus und attackierte Tierrechtsphilosophen als „lausige Biologen“. Unterm Strich ist Richard David Precht natürlich kein Guru, sondern nur jemand, der ausspricht, was auf der Hand liegt.

Den kompletten Text zum Dresdner Auftritt des Philosophen lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der DNN am Donnerstag.

Von Michael Ernst

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