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René Jacobs und das B’Rock Orchestra

Dresdner Musikfestspiele René Jacobs und das B’Rock Orchestra

Barockmeister René Jacobs und das B’Rock Orchestra entfachen bei den Dresdner Musikfestspielen ein Mozartfest in der Martin-Luther-Kirche.

Mari Eriksmoen (l.) und Johannes Weisser als Gesangssolisten.

Quelle: Oliver Killig

Dresden.  Die Musikfestspiele halten für Freunde der Alten Musik einiges bereit. Neben den „heimischen Gewächsen“ Dresdner Barock- und Festspielorchester kommen Gäste. Am Freitag begab sich das flämische B’Rock Orchestra auf eine „Musikalische Spurensuche mit Mozart“, wozu Dirigent René Jacobs Ausschnitte aus Opern und Sinfoniesätze gegenüberstellte. Das war nicht immer glücklich, da sich – trotz zu findender Motivverwandtschaften – hier und da auch Brüche auftaten, etwa in der Tonartfolge (vor allem der 1. Satz aus KV 550 auf die Cavatine des Figaro). Die Sinfonien (auch „Jupiter“, KV 551) büßten schon dadurch ein, dass sie nicht im Zusammenhang gespielt wurden. Auf der „Gewinn“-Seite stand dennoch der Musikgenuss.

René Jacobs hatte das Orchester im Altarraum der Martin-Luther-Kirche im Halbkreis aufgestellt, mit den Streichern nebeneinander links und den Bläsern auf seiner rechten Seite, was dem Hören absolut zugutekam, beim Verfolgen der Bläsersoli ebenso wie in der Wahrnehmung der Bassbegleitung. Schon die Fagotte waren ein Plus.

Für den Beginn (Figaro, Ouvertüre) wählte René Jacobs eine sehr, sehr flotte Gangart, die im Zusammenspiel mit reichlich Paukenzugabe regelrecht ruppig klang, wurde aber schon mit dem zweiten Stück gemäßigter. Nun betraten Mari Eriksmoen und Johannes Weisser das Podium, zunächst als Figaro (also Bass) und Susanna (Sopran). Während Johannes Weisser in der Folge noch als Graf und Papageno zu erleben war, also ins Baritonfach wechselte, blieb Mari Eriksmoen dem Sopran treu – Cherubino und Pamina. Der Rollenwechsel bereitete beiden keinerlei Mühe. Mari Eriksmoen begeisterte mit jugendlich-mädchenhafter Stimme, zartem, klarem und hellem Timbre und nicht zuletzt einer guten Prise Spielwitz (vor allem mit Hut und Hosen als Cherubino). Johannes Weisser konnte auf einen kernigen Klang aufbauen, der in mittleren wie tieferen Lagen gleichermaßen edel klang und verständlich war, ohne zu „knarzen“ – schließlich sollte er keinen „Alten“ darstellen. Figaros Cavatine („Will der Herr Graf ein Tänzchen nun wagen“) war voller Hintersinn und Provokation. Auch „Un bacio di mano“, eine Einlagearie Mozarts für eine Oper Pasquale Anfossis, zeugte von hoher Eleganz.

Das B’Rock Orchestra war ein stürmisch-feuriger Begleiter, der die Aufregung der Aufklärung ebenso transportierte (vor allem 1. Satz der Jupiter-Sinfonie) wie jene der vielen Versteckspiele in den Opern. Und ganz nebenbei stellten sich bei den Ausschnitten aus der „Zauberflöte“ Assoziationen zwischen der Deckenbemalung mit goldenen Sternen auf blauem Grund und Karl Friedrich Schinkels Bühnenentwurf „Die Sternenhalle der Königin der Nacht“ ein. Jene Königin hatte keinen Auftritt, dafür aber noch einmal Mari Eriksmoen und Johannes Weisser mit dem Duett Pamina-Papageno („Pa-Pa-Pa-Pa-Pa…“) als Zugabe.

Von Wolfram Quellmalz

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