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Poesie in Schwarz-Weiß - Künstlerporträts von Gabriele Seitz in der Galerie Felix Dresden

Poesie in Schwarz-Weiß - Künstlerporträts von Gabriele Seitz in der Galerie Felix Dresden

Ausschließlich Künstlerporträts zeigt Gabriele Seitz in dieser Ausstellung: Maler-, Grafiker-, Bildhauer/innen, eine Autorin, eine Textilkünstlerin, einen Choreografen und einen Puppenbauer.

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Gabriele Seitz: Karl-Heinz Adler, Maler, 2012. Analoge SW-Fotografie, Handabzüge in 40 x 60 cm.

Quelle: Gabriele Seitz

Es sind Schwarz-Weiß-Fotografien, auf denen selbst für die Dargestellten wohl mehr sichtbar wird als beim Blick in einen Spiegel. Keine Ablenkung durch Farben, Hintergrund und unkontrolliertes Licht. Nur Gesicht, Hals und Schultern zumeist - klassische Porträts im Handabzug, Format 40x60 cm. Weiches Licht und hundertprozentige Schärfe. Dafür drapiert Gabriele Seitz ihr schwarzes Tuch als Fond, bestimmt Winkel und Belichtungszeit, ohne Blitz, in analoger Kleinbildtechnik.

Ein Realismus, realistischer als die Realität?

Die Galeristin sprach vom Magischen Realismus, doch war ihr bewusst, dass dies als Fachterminus nicht recht trifft. Eher ist es das Einfühlungsvermögen der Fotografin, die Offenheit ihres Gegenübers zu gewinnen und ohne Scheu jedes Posieren, auch vor offener Blende, zu vermeiden. Daraus erwächst, auch beim Betrachter, das unbedingte Interesse, diesen Menschen näher zu kommen.

Einigen allerdings, um keine Monotonie aufkommen zu lassen, gesteht Gabriele Seitz etwas Werkstattatmosphäre oder Attribute zu, wie Bildhauergerät und Skulptur bei Helmut Heinze, Svetanka Kirilova Schnorrbusch und Thomas Linde oder einen Fotoapparat bei Helga Luzens. Den Tänzer und Choreografen Reiner Feistel zeigt sie als Ganzfigur in Aktion, abstrakte Schattenfiguren des Bühnenbilds nutzend, um diese optisch, in einem wahrhaft magischen Moment, mit dem Akteur beinahe zu verschmelzen. Die Objektkünstlerin und Autorin Ju Sobing sitzt sinnierend in Hauspantoletten auf den Stufen einer steilen Holztreppe, die Maler Ann Priscilla Siebert und Karl-Heinz Adler zeigen ihr Wohlgefühl in der Nähe alter Bäume. Mit diesen Arbeiten weist Gabriele Seitz auf ihr Fotokatalogbuch "Zauber des Vergänglichen" hin, in dem sie den Spuren gelebter Jahre im menschlichen Antlitz die Strukturen von Jahresringen und Borke, den mächtigen Wuchs oder auch die Hinfälligkeit alter Bäume gegenüberstellt. Die gleichnishafte, philosophische Tiefe dieser großartigen Aufnahmen bedürfen der vielen Textbeigaben von Gedichten und kurzer Prosa nicht. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.

Am letzten Tag der Ausstellung, am Sonnabend, dem 17. August um 11 Uhr wird Gabriele Seitz bereits ein weiteres Buch vorstellen können, diesmal für Kinder und Erwachsene: "Auf Taubenfüßen - Die Geschichte der kleinen Stadttaube Valentina", mit "der wahren Taubengeschichte" und mit Fotografien und Gedichten von Gabriele Seitz.

iGalerie Felix, Pillnitzer Landstr. 7; Di. bis Fr. 15 bis 18 Uhr geöffnet, Sa. und So. 11 bis 13 Uhr; Buch-Taufe am 17.8. um 11 Uhr. Kontakt: 0351/32 25 57 27;

www.galerie-felix.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.08.2013

Jördis Lademann

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