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Paper Aeroplanes im Societaetstheater

Paper Aeroplanes im Societaetstheater

Das wird wohl für lange Zeit mein Lieblings-Konzert-(Pausen-)Moment bleiben: Sarah Howells, Sängerin des Urban Folk-Duos Paper Aeroplanes, erzählt mit einer kleinen Prise Stolz, dass Harry Styles von One Direction ihre Musik mag - und niemand im Societaetstheater reagiert.

Dresden. Auch nicht auf die leicht irritierte Nachfrage, ob One Direction bekannt sei. Vermutlich verbinden die meisten mit dem Namen dieser britisch-irischen Boygroup irgendetwas - definitiv aber nicht die Art von Musik, die sie mögen. Die kommt dann eher von dem Duo auf der Bühne...

Überschaubares Publikum

Und so haben wir wieder einmal das Dilemma, dass eine kleine Formation vor überschaubarem Publikum großartige Musik macht - und froh sein muss über kostenlose Werbung von einem formatierten Sänger mit überschaubaren Fähigkeiten. Aber wer sagt, dass die Welt gerecht ist? Eigentlich sind Paper Aeroplanes zu dritt unterwegs, denn eröffnet wurde das Konzert von ihrer Freundin Jess Morgan, die wie eine aus der Zeit gefallene Folksängerin erscheint. Zurück in die Zukunft mit einer jungen Frau und ihrer Akustikgitarre, die ihr ausreicht, um Stücke über das Leben zu instrumentieren. Wie es aussieht, dieses Leben, wenn frau sich dafür entscheidet, die Musik zu machen, die in ihr steckt, und nicht die, die gerade angesagt ist, kommt grandios in "Motel Connecticut" heraus, der Beschreibung einer heruntergekommenen Tour-Unterkunft.

Folk gepaart mit Indie und Pop

Sarah Howells und ihr Partner mit dem typisch-walisisch-unaussprechlichen Namen Richard Llewellyn spielen seit 2005 zusammen. 2009 schlossen sie den Pakt namens Paper Aeroplanes und haben sich seitdem in Großbritannien eine treue Fan-Basis sowie den Respekt der Musikpresse erarbeitet. Zu Recht, unbedingt. Was die beiden jungen Menschen auf die Bühne bringen, ist Folk, das ist aber auch Indie, durchaus auch Pop. Howells' Stimme changiert zwischen kehlig-tief und sauber-hoch, wenn Llewellyn in den Gesang einstimmt, klingt das zunächst gewöhnungsbedürftig - was ja nicht das Schlechteste ist. Auf Anhieb das Beste ist jedoch die musikalische Grundlage.

Bei den meisten Stücken spielt Richard Llewellyn E-Gitarre, sie akustische - häufig in höheren Tonlagen. Das ergibt eine spannende Kombination, wie im "traurigsten Song" des aktuellen Albums Joy, auf deutsch also Freude (!), "Emily". Da treibt die laute E-Gitarre verstörend nach vorn, während Howells Stimme von dem Recht zu weinen singt.

beate baum

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