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Oscar-Preisträger István Szabó eröffnet die 3. Osteuropäischen Filmtage im Kino in der Fabrik

Oscar-Preisträger István Szabó eröffnet die 3. Osteuropäischen Filmtage im Kino in der Fabrik

"Wir wollen den blinden Fleck Osteuropa auf der Kinolandkarte wieder zum Leben erwecken" - ein schlichtes wie anspruchsvolles Ziel für die Osteuropäischen Filmtage, wie es Mirko Schöne aus dem Vorstand des Vereins "KinoFabrik" formuliert.

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Der ungarische Regisseur István Szabó kommt am Freitag zur Eröffnung der Osteuropäischen Filmtage.

Quelle: Jens Kalaene, dpa

Dresden. Der Verein als Hauptorganisator rückt diesem Ziel Jahr für Jahr ein Stück näher: 2015 jähren sich die Filmtage bereits zum dritten Mal. Vom 6. bis 15. November werden eine Vielzahl an Filmen aus Polen, Ungarn, Russland oder der Ukraine im Kino in der Fabrik (KIF) gezeigt. Tatkräftige Unterstützung in der Organisation erhält der Verein "KinoFabrik" dabei vom KIF selbst und dem FilmFestival Cottbus.

Ein ganz besonderer Höhepunkt ist der Besuch des in Budapest geborenen Regisseurs und Oscar-Preisträgers István Szabó. Er wird die Filmtage am 6. November, 20 Uhr, eröffnen - mit seinem Film "Der Fall Furtwängler". Diesen Film zu zeigen war ein persönlicher Wunsch des Filmemachers, wie Frank Apel, Mitglied im Kino-Verein, weiß. Szabó widmet der Verein auch eine Retrospektive seines Schaffens. Neben "Der Fall Furtwängler", der mit Harvey Keitel und Stellan Skarsgard hochrangig und international besetzt ist, werden hauptsächlich ältere und eher unbekannte Filme von ihm gezeigt, beispielsweise "Feuerwehrgasse 25" und "Zimmer ohne Ausgang". Auch sein wohl bekanntestes Werk "Mephisto", das dem gebürtigen Ungaren 1982 den Oscar und Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer langanhaltenden Ruhm bescherte, darf bei einer Retrospektive nicht fehlen.

Selbstredend ist Szabó nicht der einzige Regisseur, der sein Handwerk versteht. "Es gibt so viele faszinierende Filme, die oft Preise gewinnen, aber dann nicht im Kino gezeigt werden", wie Frank Apel immer wieder feststellen muss. So will der Verein ganz bewusst einen Kontrast zum regulären Kinoprogramm, das meist aus deutschen und amerikanischen Filmen besteht, setzen. "Wir wollen die Augen öffnen", erklärt Mirko Schöne. "Die Bandbreite an osteuropäischen Filmen ist groß - bei der Auswahl hatten wir die Qual der Wahl." Einige Eckpunkte hat sich der Verein somit setzen müssen, um den Überblick zu behalten. "Wir wollen im Programm ein breites Spektrum bieten, was die Länder und Genres betrifft. Und die Filme sollen aktuell sein", so Schöne weiter. So ist ein Großteil der gezeigten Werke nicht älter als wenige Jahre und bietet eine Vielzahl an Stilrichtungen: Mit "Body" (Polen) findet sich ein Drama, mit "Die Flüchtigen" (Russland) ein Thriller oder aber mit "Love Island" (Kroatien/Bosnien-Herzegowina) eine Romanze. Mit der russischen Tragikomödie "Der Geograf, der den Globus versoff", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Alexej Iwanow, zeigt der Verein einen wahren Festival- und Publikums-Liebling. 2013 wurde das Werk beispielsweise beim FilmFestival Cottbus mit dem Hauptpreis als bester Spielfilm geehrt. "Der Geograf, der den Globus versoff" ist zudem einer der acht Dresdner Erstaufführungen im Programm. Neues gibt es folglich allemal zu entdecken - auch für Liebhaber des osteuropäischen Kinos.

Am 7. November folgt ein Thementag des Deutsch-Polnisch-Russischen Forums "Wandel der Erinnerung". Anhand von drei Filmen und Gesprächen werden Zeitzeugen-Perspektiven von der Wendezeit bis heute abgeglichen und somit verdeutlicht, wie sehr die Erinnerung die Wahrnehmung der Gegenwart beeinflusst. In Anwesenheit des Regisseurs Dmitri Astrachan wird beispielsweise der Film "Alles wird gut" aus dem Jahr 1995 gezeigt, der ein Russland der sozialen Gegensätze thematisiert, in dem dennoch alles möglich erscheint.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ost-europäischen Filmtage ist der Regisseur Sergej Eisenstein. Neben seinem berühmtesten Film "Panzerkreuzer Potemkin" aus dem Jahr 1925 wird am 10. November der aktuelle niederländische Porträt-Film "Eisenstein in Guanajuato" von Peter Greenaway gezeigt. Davor bringt Frank Apel den Besuchern Leben und Werk Eisensteins in einem Vortrag mit Filmausschnitten näher.

von Annette Thoma

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