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Nicht nur Falter - Malerei von Andreas Kunath im Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf

Nicht nur Falter - Malerei von Andreas Kunath im Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf

Der Dresdner Maler Andreas Kunath stellt in einer Ausstellung im Helmholtz Zentrum Rossendorf seine neuen Bilder von Schmetterlingen und Landschaften vor. Seine Obsessionen sind Tag- und Nachtfalter, die er in freier Natur beobachtet und mit der Kamera festhält.

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Andreas Kunath: Kongresszentrum, 2001, Acryl, 90 mal 140 cm.

Quelle: Repro: Galerie

Im nahen Böhmen sind noch unberührte Wiesen, die er mit dem Fahrrad auf Tagestouren erkundet. Beachtlich die physische Leistung des Endfünfzigers, aber auch die künstlerische Handschrift von Kunath beinhaltet etwas Eigenes: Die Verbindung von Surrealem mit einem expressiven Gestus, die sich in den Formen (Flächen und Kontur), aber auch in der ungewohnten Farbgebung äußert.

Ausgangspunkt für die Kunst von Kunath war die Landschaft. Erst 2005 kam er durch Zufall auf das brisante Thema Schmetterlinge, als er mit einem Freund auf einer böhmischen Wiese in der Nähe einer Schafherde einen Schillerfalter entdeckte, der sich auf seine nackten Füße gesetzt hatte. Eine Leidenschaft war geweckt, die vernarrte Liebe zu den Königen unter den Insekten. Seitdem malt sie der Künstler nach fotografischer Vorlage, aber auch aus der Fantasie in allerlei Verwandlungen, zunächst als Aquarell, danach im überdimensionalen Acrylbild.

Das einmalig schöne Insekt ist seit Urzeiten Gegenstand der Mythen der Völker gewesen. Immer verkörpert es die Metamorphose, Wiedergeburt und Auferstehung (Inkarnationen). Im Christentum stehen die Stadien seiner Entwicklung für Leben, Tod und Auferstehung. Aktuell wird man immer aufmerksamer, was ihren Schutz betrifft, ist doch das reichliche Vorkommen von bestimmten Schmetterlingen in der Natur oft ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem. Kunath hat ein umfangreiches Archiv mit selbst geschossenen Fotos von Tag- und Nachtfaltern angelegt, weigert sich aber strikt, sie einzufangen, um mit ihnen, in Kästen aufgespießt, das Wohnzimmer zu schmücken. Die 16 Großbilder von heimischen Schmetterlingen zeigen bekannte Arten wie Aurorafalter, Distelfalter, Feuerfalter, Dickkopffalter, Kaisermantel, Dukatenfalter sowie einige Fantasieprodukte, als stürzende, mit einem Kopf verschmelzende oder menschliche Körperformen annehmende Erfindungen, aber auch auf einem Weinblatt sitzende Formen (hier entstand eine farbig sehr schöne Serie mit leuchtend lebendiger Ornamentik), die manchmal auch bedrohlich wirken können. In dem Gedicht von Hermann Hesse "Die Zeit der vielen Falter ist gekommen" heißt es unter anderem: "Sinnbilder alles Schönen und Vergänglichen/Des Allzuzarten und des Überschwenglichen/ Schwermütige und goldgeschmückte Gäste/An des betagten Sommerkönigs Feste."

Zu den Landschaften: Die neuen Arbeiten zeigen Bilder vom Elberadweg bei Schmilka und den Schrammsteinen, vehemente, tunnelartige, die Geschwindigkeit des Fahrrads veranschaulichende Kompositionen, die sich durch eine "Zusammenziehung der Formen" auszeichnen. Vieles, darunter auch diesen verbalen Ratschlag, verdankt Kunath seinem frühen Lehrer, dem Maler und Zeichner Alexander Alfs, der immer auch davon sprach, beim Landschaftlichen "auf das große Ganze zu achten". Bei Kunath ist ein Drängen der Konturen zur Verdichtung, zum Rhythmus und zum bildhaften Klang zu beobachten, der ein wenig an den aufschreihaften, existentiellen Duktus von Edvard Munch erinnert.

Das Bild "Kongresszentrum" von der Marienbrücke aus gesehen, wurde vielleicht an einem die Farben steigernden Tag gemalt. Es umfasst ein altbekanntes Panorama mit neuer Architektur, die ungewollt die Gewichtung des Landschaftsprospektes verschiebt. Hofkirche, Schloss und Brühlsche Terrasse treten zurück, der Kubus dominiert. Ein anderes Bild von der im Bau befindlichen Frauenkirche nimmt das alte Thema der einstigen Zerstörung auf (die sie umgebenden Wolken wirken wie Rauch) und kombiniert es mit der Black Box eines Info- und Werbe-Containers. Ein einzelnes Bild aus einer Serie, die nach einer Italienreise entstand, komplettiert die Ausstellung. Sie zeigt die wilden Feldbäume bei Torre San Marco, durch die eine kreatürliche Bewegung zu gehen scheint: rotes Leuchten neben fluoreszierenden Grüns und Gelbs. Heinz Weißflog ibis 30. August im Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf, Bautzner Landstr. 400, geöffnet Mo-Fr 9-16 Uhr, Tel. Marie Krause 0351/2 60 33 84

www.hzdr.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2013

Heinz Weißflog

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