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Mut zur Verrücktheit

Cynetart in Dresden Mut zur Verrücktheit

Am Donnerstag eröffnet im Festspielhaus Hellerau die 21. Cynetart. Seit vergangenem Jahr ist Ulf Langheinrich ihr künstlerischer Leiter. Wir sprachen mit ihm darüber, wie er sich das Festival für computerbasierte Kunst in der Zukunft vorstellt – und wie ihn das Tierschutzamt dabei behindert.

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Ulf Langheinrich

Quelle: Privat

Dresden. Ulf Langheinrich, seit vergangenem Jahr sind Sie der künstlerische Leiter der Cynetart. Haben Sie schon etwas verändert?
Das Festival neu zu erfinden, halte ich nicht für zielführend. Es gibt hier eine recht große Szene, die sich für audiovisuelle Kunstformen interessiert,  ich denke da zum Beispiel an das DAVE-Festival. Mein Ziel ist es jetzt aber, das Festival so zu positionieren, dass es auch andere Gruppen anspricht.

Wie soll Ihnen das gelingen?
Ich möchte das Verrückte herausarbeiten. Mich nicht so sehr nach kunsttheoretischen Konzepten richten, sondern eher nach der Ästhetik. Ich denke in Bildern und will diese Bilder auf dem Festival anbieten.

Am Wochenende findet die 21. Cynetart im Festspielhaus Hellerau statt. Im zweiten Jahr unter der künstlerischen Leitung von Ulf Langheinrich steht das Festival für computerbasierte Kunst unter dem Motto „Enlightenment For The Nerd“. Wir haben Bilder von Ausstellungsstücken.

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Wie sehen diese Bilder dann beim diesjährigen Festival aus?
Das Verrückte manifestiert sich schon in der Eingangssituation. Da laufen Kakerlaken aus Madagaskar zusammen mit sogenannten Robodogs, also kleinen elektrischen Hunden, die die Schaben enorm stören. Diese Installation könnte zeigen, wie falsch wir Tiere behandeln. Aber das Veterinäramt hat uns so viele Auflagen gegeben, dass die Kunst eigentlich nicht funktionieren kann.

Der Tierschutz verhindert die Kunst?
Wir mussten für die Kakerlaken Verstecke und einen Moosuntergrund aufbauen, das hätte sonst gegen die artgerechte Haltung verstoßen. Tierleiden muss in unserer Gesellschaft offenbar im Geheimen geschehen – männliche Küken zu schreddern ist also völlig in Ordnung, so lange es niemand sieht. Die Bilder, die produziert werden, sind nicht die Realität.

Geht es Ihnen darum, mit der Cynetart anzuecken?
Das Image des netten und internationalen Festivals zu pflegen ist wichtig – aber so wird es sich nicht halten. Ich will Dinge ändern und damit stören. Schon jetzt höre ich kritische Töne aus der Szene, dass nicht alle Ausstellungsstücke computerbasierte Kunst sind. Ich möchte aber neue Wege gehen und auch das Scheitern riskieren. Mir ist ein spektakulärer Knall lieber als ein langweiliges Fortführen.

Wie wollen Sie sonst noch ein neues Publikum anziehen?
Zum Beispiel mit Projekten wie „24 Hours“. Hierbei kann das Publikum am Kunstwerk teilnehmen, soll es sogar. Valentina Cabro ist für die Performance verantwortlich. Und ich bin mir sicher, da werden starke Bilder kreiert.

Am Donnerstag beginnt das Festival. Alle Information gibt es auf der Internetseite.

Das Gespräch führte August Modersohn

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