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Mehr Nähe wagen

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Ein kulturelles wie architektonisches Kleinod des Großen Gartens zeigt sich dieser Tage im neuen Gewand. 57 Jahre lang diente die Freilichtbühne Junge Garde als Veranstaltungsort unter freiem Himmel.

Von Jane Jannke

In den vergangenen 15 Monaten hat die inzwischen stark sanierungsbedürftige Bühne eine grundlegende Überholung erfahren, die künftig sowohl Künstlern als auch Zuschauern noch hochwertigeren Musikgenuss bescheren soll. Pünktlich zu Beginn der diesjährigen Konzertsaison an diesem Wochenende mit dem Dixieland-Festival ist nun alles fertig - sehr zur Freude von Betreiber Bernd Aust.

Seit 2009 hat der Dresdner Konzertmogul die Junge Garde vom Freistaat gemietet. "Bereits seit der Wende hatten wir uns für Konzerte in der "Garde" eingemietet. Allerdings haben sich die Anforderungen an die Konzertveranstalter in den letzten 15 Jahren verändert, deshalb mussten wir reagieren", so Aust beim Vorort-Termin gegenüber DNN. Und die Reaktion hat es durchaus in sich. Für insgesamt rund 250 000 Euro wurde in den vergangenen beiden Jahren jeweils vor Saisonstart kräftig umgebaut und modernisiert.

So erhielt der Konzertplatz einen neuen, leistungsfähigeren Bühnenaufbau. Dafür musste zwar die schon beinahe legendäre muschelförmige Bedachung weichen, die bislang das Bild prägte. Doch dafür ist der neue, zehn mal 16 Meter große Aufbau mit bis zu zehn statt wie bisher nur 2,5 Tonnen belastbar. "An dieser Bühnenkonstruktion kann nun weitaus mehr Bühnentechnik installiert werden. Das war zuvor immer ein Manco, das auch viele Künstler kritisiert hatten." Allein die neue Dachkonstruktion schlägt mit rund 200 000 Euro zu Buche.

Abgerundet wird der Umbau durch den Rückbau des steinernen Bühnenvorbaus. "Der war wegen der gegebenen Denkmalschutzbelange nicht ganz unproblematisch", erzählt Aust. Ein erster Entwurf, der die runde Form des Bühnenabschlusses begradigt hätte, sei daher zunächst abgelehnt worden. Um den Eingriff möglichst gering zu halten, wurden die Originalsteine zunächst abgetragen und einige Meter rückversetzt aufwendig zu einem neuen Bühnenrand verbaut.

Nach dem Abbau des sowohl seitens der Zuschauer als auch der Künstler als Störfaktor empfundenen Vorbaus sind nun zwar die ersten Sitzreihen noch ein Stückchen weiter von der Bühne entfernt. Gleichzeitig rückt jedoch der erweiterte Stehplatzbereich näher an die Bühne, was insgesamt die Distanz zwischen Künstler und Zuschauer erheblich reduziert. "Im Falle einer Bestuhlung finden sogar bis zu 550 Gäste zusätzlich Platz", fügt Aust hinzu.

Als Resultat des Rückbaus herrscht nun zudem an den bislang kaum zu besetzenden Rändern des Zuschauerrunds freie Sicht auf die Bühne. Insgesamt kommt die "Garde" nun etwa auf eine Kapazität von 5000 Sitzplätzen. "Das sind insgesamt sehr gute Voraussetzungen, um auch künftig viele namhafte Künstler in die Garde zu holen", so der Hausherr zufrieden.

Das Veranstaltungsprogramm der Jungen Garde hat auch für 2012 bereits einige Hochkaräter auf Lager. Mit Bob Dylan tritt am 3. Juli einer der größten Musiker aller Zeiten auf.

Mai:

20.5.: Dixieland Open Air 2012

25.5.: Matthias Reim & Michelle

Juni:

1.6.: Radio Dresden Kindertag

7.6.: Joan Baez

16.6.: Limp Bizkit

Juli:

2.7.: Roger Hudson

3.7.: Bob Dylan

7.7.: Die Große Oldie Nacht 2012

10.7.: The Kooks

14.7.: Carte Blanche - Travestie Show

15.7.: Konzert der Staatsoperette

18.7.: Loreena McKennitt

August:

9.8.: Katzenjammer

15.8.: Boy

31.8.: Tocotronic

September:

1.9.: The Bosshoss

7.9.: 9. Dresdner Taschenlampenkon- zert

8.9.: The Wise Guys

historie

Die Junge Garde wurde im Jahr 1955 nach zweijähriger Bauzeit als Freilichttheater im Großen Garten eröffnet. In den ersten Jahrzehnten war sie vorrangig Schauplatz für Unterhaltungs- und Familienprogramme wie Theater-, Tanz- oder Filmvorführungen. Ab den 80er-Jahren fanden hier auch zunehmend Rockkonzerte statt.

Seit der Wende verlagerte sich der Schwerpunkt in Richtung Musikkonzerte. Internationale Künstler wie Lenny Kravitz, Deep Purple, Alanis Morissette, Peter Gabriel und Marilyn Manson erwiesen der Freilichtbühne in den letzten 15 Jahren die Ehre. Seit 2009 ist Kulturmanager Bernd Aust Hauptveranstalter in der Jungen Garde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.05.2012

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