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Maite Beaumont und ihr grandioses Debüt in "La Cenerentola" an der Semperoper Dresden

Maite Beaumont und ihr grandioses Debüt in "La Cenerentola" an der Semperoper Dresden

Das sieht man gerne, wenn das Gute siegt, und was ist schöner als das glückliche Ende für ein so sympathisches Aschenputtel, als der Abflug im Heißluftballon im Arm eines Prinzen, hoch in die Höhen des Opernglücks.

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Die spanische Mezzosopranistin Maite Beaumont debütierte als Aschenputtel Angelina in der Semperoper.

Quelle: Matthias Creutziger

Herrliche Stimmung, wenn alle Fäden der Intrigen entwirrt sind, alle Knoten gelöst, das Leben am Herd, in der Asche, wie ein Traum verflogen ist, sich alles zum Gute wendet, das Leid besiegt ist und die "bösen" Stiefschwestern damit zurecht kommen müssen, dass ihnen einfach alles vergeben ist.

Das sieht auch in der 98. Vorstellung in Dresdens Semperoper seit der Premiere 1992 in Steffen Pionteks Inszenierung, farbenprächtig ausgestattet von Martin Rupprecht, noch gut aus, die Märchenkomödie mit philosophischem Augenzwinkern funktioniert und erfreut das Publikum. Musikalisch ist dieses Märchen ein kulinarisches Menü. Dafür sorgt Gioachino Rossini, als der Meisterkomponist flinker Parlandi und elegischer Melodik, virtuoser Szenen, Arien und Duette der Solisten, blitzschnell dahinwirbelnder Ensembleszenen. Immer noch ein Sahnehäubchen drauf, mitunter nach bewährtem Rezept, schon mal serviert in anderen Opern, macht nichts, auch nach fast 200 Jahren seit der Uraufführung ist hier nichts ranzig geworden.

Am Pult der Sächsischen Staatskapelle steht Giacomo Sagripanti, ein junger Landsmann des Komponisten, und mit ihm machen die Musiker der Tatsache alle Ehre, dass sie eben auch das Orchester einer Stadt sind, die gerne auch "Elbflorenz" genannt wird.

Erstmals ist die spanische Mezzosopranistin Maite Beaumont als Aschenputtel Angelina, genannt La Cenerentola, zu erleben. Und das ist ein Erlebnis. Bezaubernde, natürliche Ausstrahlung und virtuoser Gesang, keine pure Demonstration des Könnens, sondern der so weiche wie herzliche Klang, innig beseelt, märchenhaft und dennoch selbstbewusst.

Maxim Mironov, der junge Tenor aus Russland, ist der blonde Märchenprinz mit schlankem Ton und so makelloser wie klangschöner Höhe, sein gewitzter Kammerdiener, mit dem er schon mal ganz komödiengemäß die Rolle tauscht, ist Christoph Pohl, und es ist eine Freude diesen so wandlungsfähigen Bariton zu hören und zu sehen. Als aufgedrehtes Komödiantentrio geben sich Roxana Incontrera, Angela Liebold und Michael Eder in den Partien der Clorinda, Tisbe und deren Vater Don Magnifico mit voller Fahrt in den burlesken Spaß.

Wie ein Deus ex machina lenkt Alexander Hajek als Philosoph und Prinzenerzieher das Geschehen und führt das turbulente Opernmärchen augenzwinkernd in die musikalischen Dimensionen himmlischer Gerechtigkeit, die es wohl so nur im Theater gibt.

iWeitere Aufführungen: 2. und 6. September; 18. und 20. Oktober

www.semperoper.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.08.2013

Boris Gruhl

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