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„Literatur Jetzt!“ wird mit Herrndorf-Ausstellung eröffnet

Dresdner Festival „Literatur Jetzt!“ wird mit Herrndorf-Ausstellung eröffnet

In Dresden beginnt am 4. November das Festival „Literatur Jetzt!“, das bis zum 14. November läuft. Zum Auftakt wird im Japanischen Palais eine Ausstellung mit Gemälden, satirischen Zeichnungen und Skizzen des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf eröffnet.

Wolfgang Herrndorf

Quelle: W. Herrndorf

Dresden. Schriftsteller haben sich von Bildern inspirieren lassen wie auch Maler von erzählten Geschichten. Dieser wechselseitige, bisweilen sehr fruchtbare Austausch zwischen den beiden Kunstformen steht im Mittelpunkt des Dresdner Festivals „Literatur Jetzt!“, das in seiner neunten Auflage am Sonnabend, 4. November, startet und bis 14. November läuft. Für ihren Grenzgang haben sich die Veranstalter mit den Staatlichen Kunstsammlungen zusammengetan.

Bekanntschaft mit einer literarisch-bildnerischen Doppelbegabung kann man gleich zu Beginn bei einer Ausstellungseröffnung machen: Im Japanischen Palais ist eine Auswahl der Gemälde, satirischen Zeichnungen und Skizzen des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf (1965-2013) zu sehen.

Nach Berlin, München und Stade ist Dresden der vierte Ort, wo sie gezeigt werden - zum vorerst letzten Mal. Schauspielerin Sandra Hüller, bekannt als Darstellerin aus Filmen wie „Requiem“, „Finsterworld“ oder „Toni Erdmann“, führt Herrndorfs Fragment gebliebenen Roman „Bilder deiner großen Liebe“ als Monolog zum Abschluss des Festivals auf. Begleitet wird sie dabei von einer Band.

„Blaupause“ heißt ein im Sommer im Carl-Hanser-Verlag erschienenes Buch von Theresia Enzensberger. Es handelt sich um einen Künstlerroman, erzählt aus weiblicher Perspektive. Das ist ungewöhnlich. Verständlich also, wenn das Buch zu denen gehört, über die in diesem Herbst am häufigsten diskutiert wird. Einen Einblick gibt die 1986 in München geborene und in Berlin lebende Autorin im Japanischen Palais (5. November).

Vom Versuch, unter einengenden Verhältnissen in der DDR die Verbindung von Alltag und Kunst zu praktizieren, erzählt Jutta Voigt in ihrem Buch „Stierblutjahre“ (Aufbau-Verlag). Die bekannte Feuilletonistin, 1941 in Berlin-Ost geboren, zeichnet in einer Mischung aus Roman und Essay Porträts von Bohèmiens im Osten (5. November).

Texte zur Kunst hat der Essayist Florian Illies in dem eben bei S. Fischer erschienenen Band „Gerade war der Himmel noch blau“ versammelt. Darin porträtiert der 1971 geborene Autor seine persönlichen Helden von Max Friedlaender über Gottfried Benn und Harry Graf Kessler bis hin zu Andy Warhol. Moderieren wird die Lesung Marcel Beyer, sein sechs Jahre älterer, in Dresden lebender Dichterkollege, im vergangenen Jahr mit dem Büchner-Preis geehrt. Optischen Hintergrund bildet eine Staffelei mit einem Original-Gemälde von Caspar David Friedrich (8. November).

Nancy Hünger, Anja Kampmann, Hans Thill und Klaus Merz haben die Organisatoren zu einem Abend unter dem Titel „Bilder! Gedichte! Nacht der Poesie“ eingeladen. Denn die Verse dieser vier Dichter leben im besonderen Maße von visuellen Wortfügungen (8. November).

Kunst wiederum, die Formen literarischen Erzählens benutzt, gibt es beispielsweise im Comic zu entdecken. Als eine der bekanntesten jüngeren Vertreterinnen gilt Anna Haifisch. „The Artist“ heißt die Graphic Novel der 1986 in Leipzig geborenen Zeichnerin. Pointiert und witzig erzählt sie von den hochfliegenden Träumen und dem nagenden Selbstzweifel einer skurrilen Künstlerexistenz (7. November).

Als gestandene Altmeister des witzigen Zeichnens sind die Cartoonisten OL & Rattelschneck vertreten. Sie präsentieren sich auf dem Festival mit einer Live-Dia-Show (10. November).

„Literatur Jetzt!“ – Auswahl aus dem Programm

, Japanisches Palais, Eröffnung der Ausstellung „Bilder einer großen Liebe“ – Der Maler Wolfgang Herrndorf

Japanisches Palais, Jutta Voigt: „Stierblutjahre“;
Japanisches Palais,
Theresia Enzensberger „Blaupause“

Japanisches Palais, Vortrag „Siegerkunst“
von Wolfgang Ullrich;
Japanisches Palais,
Anna Haifisch: „The Artist“
(Graphic Novel)

Japanisches Palais, Bilder! Gedichte! Nacht der Poesie mit Nancy Hünger, Anja Kampmann, Klaus Merz, Hans Thill

Scheune, Sax Royal – die Dresdner Lesebühne, Kunst-Spezial

Ost-Pol,
OL & Rattelschneck,
Live-Dia-Cartoon-Show

Japanisches Palais, Ralf Günther: „Die Badende von Moritzburg“;
20 Uhr, Japanisches Palais, Poetry Slam „Kunst!“

Societätstheater, „Lyrik ist Happening“, Anne Munka Klangkollektiv mit Tabea Xenia Magyar und Kai Grehn



Schauspielhaus, „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf, mit Sandra Hüller

www.literatur-jetzt.de

Von Tomas Gärtner

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