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Liebevoll-nachdenkliche Referenz an Dresden - Neue Malerei von Eva Hoyer in der Galerie K Westend

Liebevoll-nachdenkliche Referenz an Dresden - Neue Malerei von Eva Hoyer in der Galerie K Westend

Der Blick geht auf einen eigenartig violett gefärbten Himmel mit umwölkten Silbermond, der sich zwischen zwei Häuserfronten schiebt, während sich im Vordergrund der Hausrat eines Verstorbenen türmt.

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Eva Hoyer: Abgang. Acryl auf Leinwand, 2003, 30 x 40 cm.

Quelle: Repro: Galerie

"Hinaus" nennt die Malerin Eva Hoyer ihre Vision - möglicherweise vom eigenen Abgang aus der Welt? Düsternis verbreiten manche der neuen Arbeiten, Nachdenklichkeit, Schwere und apokalyptische Stimmungen, aber auch Liebevolles über Dresden. Aus Anlass ihres 80. Geburtstages in diesem Jahr richtet die Galerie K Westend eine umfangreiche Ausstellung der in Essen lebenden Malerin aus. Die bereits zweite Ausstellung bei Doctor Kahlerts vertieft den Ortsbezug mit Ansichten vom Stadtteil Dresden-Plauen, wo Eva Hoyer 1933 das Licht der Welt erblickte, aber auch von Dresden und seinen historischen Stätten, wie dem Zwinger, der Hofkirche, dem Schloss, dem Blauen Wunder, Losch- witz und Pillnitz. Neben Altbekanntem sucht sich die Künstlerin ihre Motive auf Hinterhöfen, in verwunschenen Gärten, auf blumenvollen Feldern oder Villen und Parks mit riesigen Fontänen aus ungewöhnlicher Perspektive. Dabei äußert sie sich gewitzt zu den sensiblen Problemen der Stadt wie dem Bau der Waldschlösschenbrücke ("Ohne Brücke").

1956 ging die Familie fort aus Dresden. Eva Hoyer lernte Arzthelferin und arbeitete als Redaktionssekretärin bei verschiedenen Tageszeitungen in Essen. Das Jahr 1974 war insofern für sie entscheidend, besuchte sie doch aus Verbundenheit und Interesse ihre alte Heimat, der sie sich erstmals malend näherte und damit ihre große Sehnsucht und Faszination abarbeitete. Wichtige Teile ihrer Kunst speisen sich im Wesentlichen aus den Reisen in die Elbestadt, der sie auch ein Buch mit dem Titel "Auf der Suche nach der verlorenen Stadt" widmete. 1999 hatte sie eine erste größere Ausstellung im Museum für Volkskunst mit beliebten Ansichten der Stadt, danach weitere unter anderem in Pillnitz (Alte Wache) und im Kraszewski-Museum mit volkstümlichen Darstellungen aus dem Leben des Dresdner Hofes mit August dem Starken und Gräfin Cosel.

Bei Eva Hoyers Kunst handelt es sich um Naive Malerei, mit Öl, Acryl auf Leinwand oder Pappe oder hinter Glas. Ihr großes Pendant ist der französische Zöllner Henri Rousseau mit seinen skurrilen Bildern vom Dschungel und spielzeugartigen Straßenkreuzungen, über denen bunte Ballons schweben. Bei Eva Hoyer fällt ein minuziöser Realismus auf, der grotesk verzerrt und perspektivisch überhöht wird. Das Detail erfährt besondere Aufmerksamkeit. Ihre Bilder leben von der Übertreibung der Formen und Farben. Große Häuserfronten machen sich im Bild breit, dominieren das Geschehen in eigenartiger animistischer Dehnung. Alle Dinge scheinen belebt oder zu schweben. Figur und Landschaft stehen in unrealen Größenverhältnissen, einmal als überdimensionale Figur ("Unheil") ein Mann mit riesigem Schatten, oder stark verkleinert vor einer übergroßen Architektur wie Liliputaner ("Postamt Plauen"). Nahezu alle Arbeiten sind von einem feinen Humor erfüllt und werden in einer liebevoll-augenzwinkernden Sicht auf die Stadt ihrer Geburt wiedergegeben. Ein besonderer regionaler Bezug stellt sich für die Galerie K Westend her: Viele Arbei- ten zeigen stadtbekannte Winkel im Südviertel, wie das Luftbad Dölzschen, die Kaitzer Straße, wo die Malerin aufwuchs, der Hohe Stein, die Ruine Bienertstraße (Hinterglas), die Bienertmühle, der Fichteturm u.a.

bis 30. August. Galerie K Westend, Westendstr. 21 Kontakt: 0351/4 01 49 45, geöffnet: Fr. 15 bis 17 Uhr, Sa. 14 bis 16 Uhr sowie nach Absprache

www.doctor-kahlerts.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.08.2013

Heinz Weißflog

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