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Künstler machen das "objekt klein a" zum Ort für bildende Kunst

Liebelei Künstler machen das "objekt klein a" zum Ort für bildende Kunst

An dieser Stelle schon vielfach beklagt, angesichts der vielen Künstler, die in dieser Stadt leben, gibt es viel zu wenig ernstzunehmende Projekträume. Umso größer dann die Freude, wenn junge Menschen sich auf den Weg begeben, einen Raum beschlagnahmen: für ihre Kunst, für die Kunst von Freunden, von Vorbildern.

Der Szeneclub objekt klein a wird für drei Tage zum Ort für bildende Kunst.
 

Quelle: David Pinzer

Dresden.  An dieser Stelle schon vielfach beklagt, angesichts der vielen Künstler, die in dieser Stadt leben, gibt es viel zu wenig ernstzunehmende Projekträume. Umso größer dann die Freude, wenn junge Menschen sich auf den Weg begeben, einen Raum beschlagnahmen: für ihre Kunst, für die Kunst von Freunden, von Vorbildern. Die Rede ist vom objekt klein a, genauer gesagt von einem Club in der Dresdner Neustadt. Dieser Club versteht sich als Plattform für Subkultur und urbane Kunst, für Street Art und Graffiti zum Beispiel – und als Ort der ekstatischen Enthemmung als Thema für Künstler.

Das klassische Kunstpublikum nicht in einen White Cube, sondern in einen Szeneclub zu locken, das ist hier das Ziel. Auch weil die Kombination viel zu verlockend klingt: Feierwütige treffen auf Kulturgänger, berühren sich vielleicht sogar. Dadurch wird die Tanzfläche zur Ausstellungsfläche, Bewegung zum Innehalten, Hören zum Schauen. Nun, das ist jetzt die Frage, wie weit können Karl-Heinz Adler, Elke Hopfe, Eric Keller, Michael Klipphahn, Karl Kowalke aus Dresden sowie Carolin Israel und Daniel Schubert aus Düsseldorf mit ihren Arbeiten den Club objekt klein a so verändern, dass er Ausstellungsraum wird und Berührungspunkte schafft.

Die Chance ist durchaus gegeben. Karl-Heinz Adler liefert die energiegeladen psychedelische Zeichnungen, Elke Hopfe die nicht fürs Erzählerische taugenden, kaum beschreibbaren Wesen, Daniel Schubert die stillen, das Laute verweigernde Gemälde, Michael Klipphahn die verheißungsvollen, uns seltsam und fremd bleibenden Celebrities, Eric Keller eine subtile nüchterne Vergangenheitsbewältigung, Carolin Israel ein nicht auseinanderzudividierendes Amalgam sowie eine atmosphärische Offenheit und Karl Kowalke nicht nur ein marktgängiges Kunstwerk, sondern auch ein Designobjekt. Ob das nicht auch rauschhaft ist, wird sich vor Ort zeigen.

Eine Liebelei, ein erstes Aufeinandertreffen, ein Aha, ein Herzklopfen, erste Schmetterlingsgefühle sind schon vorab denkbar. Die Mischung klingt jedenfalls spannend, Dass es den jungen Künstlern gelungen ist, den Nestor und ihre hochgeschätzte Professorin für eine gemeinsame Ausstellung – für diese „Liebelei“ also – in diesem Szeneclub zu überzeugen, ist an sich schon anerkennenswert, dass sie auch noch einen informativen Katalog auf die Beine gestellt haben, nötigt Respekt ab. Das zeugt von Ernsthaftigkeit und von Professionalität. Schon allein deshalb sind dieser „Liebelei“, wie die Ausstellung im objekt klein a sich nennt, am Wochenende viele neugierige Zuschauer zu wünschen.

Die Ausstellung ist – wie üblich bei all diesen Projekten – nur für drei Tage geöffnet. Möglich wird diese Liebelei auch durch eine Unterstützung des Freundeskreises der Hochschule für Bildende Künste, vor allem aber, weil junge Menschen einen neuen Kunstraum in Dresden entdeckt, eine Idee entwickelt, beharrlich daran festgehalten und umgesetzt haben. Das macht das objekt klein a interessant, das macht die Neugierde auf die rauschhafte Kunstbetrachtung groß.

objekt klein a, Meschwitzerstraße 9,
01099 Dresden
Eröffnung: 9.9., 19-1 Uhr,
Ausstellung: 10./11.9., jeweils 13-20 Uhr

Von Adina Rieckmann

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