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Konzert des Kinderchors der Dresdner Philharmonie

Wiederbelebte vergessene "Schneeflocken" Konzert des Kinderchors der Dresdner Philharmonie

So richtig mitzusingen trauten sich manche der beim Weihnachtskonzert der Dresdner Philharmonie im Hygiene-Museum anwesenden Kinder erst mal nicht.

Dresden. Doch schließlich ließen sich etliche doch bewegen, dem Beispiel ihrer Großeltern und Eltern zu folgen und selbst die Stimme zu erheben, als Chorleiter Gunter Berger sie dazu aufforderte. Der Auftritt des Kinderchores der Philharmonie aber zeigte deutlich, dass es immer noch (und glücklicherweise) junge Leute gibt, die gern, engagiert und gut singen. Zumeist aus Mädchen bestehend, hat der Chor eine ganz eigene Klangkultur, vorzüglich im Gewicht der Stimmen austariert, intonatorisch auf hohem Niveau.

Das Programm verlangte vor allem eine besonders ausgeprägte stilistische Flexibilität, auf die sich Gunter Berger und sein Chor bestens verstanden. Vom kunstvoll strukturierten "In dulci jubilo" von Michael Praetorius, der als Johann-Walter-Schüler zwischen Renaissance und Barock lebte, bis hin zu einem riesigen Klanggewölbe "Gloria" aus der Feder des heutigen, britischen Chorleiters Bob Chilcott oder der kleinen, kontrastreichen Weihnachtsmotetten von Arnold Mendelssohn, der im vorigen Jahrhundert mit als Erneuerer evangelischer Kirchenmusik galt, spannte sich der Bogen.

Der Chor ließ mit einer prachtvollen Ausdrucks- und Klangdifferenzierung aufhorchen. Das wurde etwa in der duftigen Marien-Motette "Tota pulchra es" von Maurice Duruflé bewiesen. Wenn es schon draußen mit Schnee und Frost nicht weit her ist, so wollten Gunter Berger und sein Chor wenigstens die Illusion eines solchen Gefühls zaubern, indem sie Edward Elgars "The Snow" sangen oder sich musikalisch in den hohen Norden begaben. Und bei dem eingängig und besonders klangschön gesungenen "Sind die Lichter angezündet" von Hans Sandig werden manche der Erwachsenen wohl an ihre eigene Kindheit gedacht haben, als diese Lied allgegenwärtig in der Weihnachtszeit war.

Hauptattraktion des Konzerts wurde mit dem "Schneeflocken-Zyklus" op. 47 von Alexander Gretschaninow das Werk eines vergessenen Komponisten. 1910 für Kinderchor gesetzt, verspricht es den Ausflug in eine - heute vergangene - Kinderwelt, in der Gnomen, ein Spinnrad, der Däumling und Feen ihr Unwesen treiben. Gretschaninow war ein Schüler Rimski-Korsakows und Tanejews und verehrte Tschaikowski und Wagner. Das merkte man auch in diesen zehn phantasiereichen wie effektvoll charakterisierenden Miniaturen. Die Philharmoniker und der Kinderchor unter Gunter Berger waren mit Leidenschaft bei der Sache.

von Mareile Hanns

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