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Konzert des Dresdner Motettenchores

Weihnachten mal international Konzert des Dresdner Motettenchores

Wer zur Ruhe kommen wollte, abseits vom bunten Trubel der Weihnachtsmärkte, der war hier beim Konzert des Dresdner Motettenchores in der Dreikönigskirche genau richtig. Matthias Jung hatte eine kleine, feine Auswahl unter kaum bekannten Liedern getroffen.

Dresden. Wer zur Ruhe kommen wollte, abseits vom bunten Trubel der Weihnachtsmärkte, der war hier beim Konzert des Dresdner Motettenchores in der Dreikönigskirche genau richtig. Matthias Jung hatte eine kleine, feine Auswahl unter kaum bekannten Liedern vorwiegend aus dem skandinavischen und deutschen Sprachraum getroffen und dieser Benjamin Brittens auch hierzulande beliebte Sammlung "A Ceremony of Carols" vorangestellt. Mit letzterer hat es so seine besondere Bewandtnis, entstand der Zyklus doch mehr zufällig 1942, als sich Britten auf der Überfahrt von den USA nach England befand und eigentlich ein Harfenkonzert schreiben sollte. Vom Konzert ist die aparte Harfenbegleitung übrig geblieben, der sich hier Aline Khouri sehr feinfühlig annahm.

Der Dresdner Motettenchor sang die elf Sätze höchst inspiriert und kontrastreich, vor allem aber auf einen sehr tiefgründigen Ausdruck bedacht - von der tief in der Gregorianik verwurzelten, archaisch wirkenden "Procession" zu Beginn über den sanften Lobpreis für die Rose bis hin zum kraftvoll auftrumpfenden "Deo Gracias". Die Solisten Viola Michalski, Nastassja Magister und Frank Jank fügten sich nahtlos in eine gelungene Wiedergabe dieses Britten-Werkes ein.

Der Chor hat über die Jahre unter Matthias Jungs kundiger Hand ein ganz eigenes Klangprofil entwickelt und versteht sich auf stilistisches Feingefühl. Diese Eigenschaften wurden insbesondere im zweiten Konzertteil benötigt, der eine gehörige Portion Spätromantik versprach. Ganz leicht hätte die Interpretation dieser innigen Gesänge (zugegeben - ein paar lebhaftere Programmpunkte wären auch schön gewesen) in Gefühlsduselei abrutschen können. Doch Matthias Jung und der Dresdner Motettenchor entgingen dieser Gefahr mit Bravour. Emotionsdichte ja, aber kein Pathos. Samt und sonders beschäftigten sich die Lieder mit den alten christlichen Themen der Advents- und Weihnachtszeit. Es erklangen auch Sätze, die man in anderer Version kennt. Da bezauberte der Dresdner Motettenchor mit seiner fein nuancierten Pianokultur in John Rutters "I wonder as I wander", berührte die ungekünstelte Schlichtheit im vierstimmigen "Julsång" des Schweden Hugo Alfven.

Das Ensemble brachte an diesem Abend drei besonders schöne Sätze zu Gehör - "Es ist ein Ros", "Pastores, quidam vidistis" und ein "Ave Maria" - aus einem stark verinnerlichten Gestus heraus. Mit seinem klug ausbalancierten und flexiblen Klangbild faszinierte es auch in Mayerhoffs "Fröhlich soll mein Herze springen" und Carl Thiels Fassung von "In dulci jubilo".

mareile hanns

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