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KlangNetz-Symposium zum Komponieren mit Schülern

Vitzthum-Gymnasium KlangNetz-Symposium zum Komponieren mit Schülern

Atemübungen, ein kurzes Einsingen, dann geht es los: Der Grundkurs Musik der elften Klassen am Dresdner Vitzthum-Gymnasium probt derzeit jeden Dienstagmorgen für ein besonderes Projekt.

Dresden. Gemeinsam mit dem Komponisten Richard Röbel haben die Schüler eine Komposition erarbeitet, die stimmliche Übergangsbereiche thematisiert. Die Uraufführung findet am 10. Dezember mit dem Ensemble Auditivvokal statt - in einem Konzert von KlangNetz Dresden, das sowohl die Reihe "An die Freunde -" als auch ein Minisymposium zu "Chancen und Möglichkeiten des Komponierens mit Schülern" beschließen wird.

Ein leises Zischen breitet sich im Klassenzimmer aus, nach und nach wird es abgelöst von Schnalzern und Ploplauten. Mehrere kleine Gesangsgruppen werfen sich die verschiedenen Geräusche zu wie Bälle. Solisten treten hervor, am Ende wird ein ganzer Chor daraus mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen. Es ist kein leichtes Musikstück, das die Schüler hier bewältigen müssen. Doch sie sind hellwach an diesem Morgen, folgen motiviert den Anweisungen der Lehrer und des Komponisten.

"Die größte Herausforderung ist es, sich damit anzufreunden, dass Geräusche auch Teil der Musik sind, dass auch Dissonanzen schön klingen können", sagt die 16-Jährige Erika Wunderlich nach der Probe. Normalerweise konzentriert sich der Musikkurs des Gymnasiums eher auf Gospelstücke, auch Musical-, Filmmusik und Barockwerke gehören zum Repertoire. Mit neuer Musik kamen die Schüler erstmals bei der Dresdner Chorwerkstatt in Hellerau in Berührung. In der Zusammenarbeit mit KlangNetz und Auditivvokal durften sie nun erstmals selbst an einer Komposition mitwirken.

Seit Oktober beschäftigt sich der Grundkurs mit dem Projekt. "Wir haben zunächst über das Thema Freundschaft nachgedacht und überlegt, wie man es in Musik darstellen kann", erzählt Komponist Richard Röbel. Anschließend forderte er die Schüler auf, sich Geräusche auszudenken und darüber zu improvisieren. "Die Ideen habe ich dann in der Komposition verarbeitet", sagt er. Anfangs seien die Schüler noch passiv gewesen, später haben sie aktiv in die Komposition eingegriffen. "Mittlerweile machen sie sich schon Gedanken, wie das Ganze im Konzert auf das Publikum wirken wird. Das finde ich gut, es zeigt, dass sie sich ernsthaft mit dem Projekt auseinandersetzen", sagt Röbel.

Für ihn sei es kein Unterschied, ob er mit professionellen Musikern oder mit Schülern arbeitet. "Es geht vor allem darum, Interesse zu wecken - und gerade Schüler sind noch offen für das Spektrum an Geräuschen, das man mit der Stimme erzeugen kann", sagt er. "Wenn man selbst an so einem Stück mitwirkt, merkt man, wie sich die Geräusche anfühlen, man kommt aus der Beobachterrolle heraus." Die Schüler müssen im Konzert viel improvisieren, auch mit dem Publikum interagieren. Ihr Stück "passages" wird am Donnerstag eine von insgesamt fünf Uraufführungen sein, mit denen fünf Komponisten aus fünf Nationen die Vielfalt von Beziehungen und Freundschaften aus verschiedenen Perspektiven beschreiben.

Symposium am 10.12., 16-18 Uhr im Hygiene-Museum Dresden, Konzert "Oh Freunde, diese Töne -!", ab 19.30 Uhr im Hygiene-Museum Dresden, 18.30 Uhr Einführung/Komponistengespräch, Eintritt 15/erm. 10 Euro

Nicole Czerwinka

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