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Kathrin Kondaurow soll Intendantin der Staatsoperette werden

Personalie Kathrin Kondaurow soll Intendantin der Staatsoperette werden

Eine Findungskommission unter Leitung der Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) verständigte sich auf Kathrin Kondaurow als neue Intendantin der Staatsoperette Dresden. Diesem Personalvorschlag muss der Stadtrat noch zustimmen.

Kathrin Kondaurow
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Nein, ein Österreicher ist es nicht geworden und auch kein Mann, obwohl, wie Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) am Donnerstag bei der Vorstellung der künftigen Intendanz für die Staatsoperette Dresden resümierte, auffällig viele Bewerber aus dem unterhaltungsfreudigen Alpenland kamen und das Gruppenbild von schließlich insgesamt 38 Kandidaten nur durch zwei weibliche aufgelockert wurde. Eine von diesen war jung und dynamisch genug, um die von der Stadt berufene Findungskommission für sich einzunehmen und so unter den acht zur finalen Vorstellung Gekommenen das Rennen zu machen. „Jung und dynamisch“ führte die Intendantin in spe auch selbst ins Felde, als sie davon sprach, dass das Kraftwerk im Zentrum der Stadt enormes Potenzial habe.

Jung ist ein Lebensgefühl, beschreibt aber auch Lebensalter und die Summe der Erfahrungen eines Menschen. In diesem Sinne und angesichts der bedeutenden, für ein Theater, das darin wirkende Ensemble und dessen Publikum große Verantwortung tragenden Position, die es hier zu besetzen galt, darf man auch im Fall der 1983 in Berlin geborenen Kathrin Kondaurow von jung sprechen. Und zunächst nur konstatierend, denn jung kann auch frisch, kreativ, unverbraucht und frei von Konventionen heißen.

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Dies mag nach der, wie Klepsch sagt, „exzellenten Vorstellung“ Kondaurows auch die zwölfköpfige Findungskommission überzeugt haben. Wobei der Wahrheit halber zu erwähnen wäre, dass Mitglieder Bedenken geäußert haben und zwei weitere Fachleute zur Entscheidungsfindung nicht anwesend waren. Die Kulturbürgermeisterin setzt darauf, dass Kondaurow „zum einen die Kontinuität der Staatsoperette Dresden wahren wird, zum anderen aber auch erwarten lässt, diese für die Zukunft so aufzustellen, dass sich die Staatsoperette einem noch breiteren Publikum als bisher öffnet“. Mit ihrer Vorprägung als Pianistin verfüge Kondaurow über die künstlerische Expertise, und ihr Studium der Rechtswissenschaft, der Musikwissenschaft und des Kulturmanagements gebe ihr das notwendige Werkzeug an die Hand, um dieses Haus erfolgreich zu führen. Vertraglich sei man sich einig geworden, jetzt muss noch der Stadtrat zustimmen. Danach soll Kathrin Kondaurow eine Vorbereitungsspielzeit 2018/19 in Zusammenarbeit mit dem scheidenden Intendanten Wolfgang Schaller durchlaufen und dann 2019/20 ihr Amt antreten.

Jeder Intendantenwechsel verursache Unruhe in den jeweiligen Häusern und Ensembles, erwähnte Klepsch, auch in der Staatsoperette. Eine Vollversammlung am Mittwoch aber sei sehr konstruktiv und interessant verlaufen, freute sich Kondaurow. Die, wie sie erst nach insistierender Nachfrage eines Dresdner Journalisten aufzählte, bisher drei Produktionen am Hause selbst in Augenschein genommen hat. Ansonsten war die Vorstellung Kondaurows von zu solchen Gelegenheiten üblichen und eher allgemeinen Ankündigungen geprägt. Die sympathisch wirkende Frau, die seit 2012/13 Musiktheaterdramaturgin am Deutschen Nationaltheater Weimar ist, sprach davon, einerseits bisher in der Staatsoperette nicht zu beobachtenden Publikum gewinnen, andererseits aber natürlich auch das Angebot für das treue Stammpublikum erhalten zu wollen. Die Rede war von der ästhetischen Auseinandersetzung mit dem Industriebau Kraftwerk – „nicht der klassische Operettenspielort“ –, von neuen Zusatzformaten nicht nur auf der großen Bühne, sondern innerhalb des ganzen Hauses, von Kooperationen natürlich mit dem Nachbarn vor Ort, dem Theater Junge Generation (dessen Intendantin mit in der Findungskommission saß), mit Dresdner Institutionen wie der Musikhochschule und dem Heinrich-Schütz-Konservatorium und von einem Spielplan mit dem und für das Ensemble. Sie denke über die Weiterentwicklung einzelner Sparten wie zum Beispiel des Tanzes nach, über Gesprächsreihen und Soloabende von Ensemblemitgliedern sowie über Gastkünstler anderer musikalischer, darunter auch elektroakustischer Bereiche. „Ich würde mich freuen“, so Kondaurow, „wenn es gelänge,... ein ‚Kulturkraftwerk‘ im wahrsten Sinne des Wortes entstehen zu lassen“.

Von Kerstin Leiße

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